Milchmarktsituation bleibt angespannt: Rasches Handeln ist jetzt notwendig
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MEDIENMITTEILUNG SMP / PSL - Swissmilk
Bern, 22. Juni 2026
Milchmarktsituation bleibt angespannt: Rasches Handeln ist jetzt notwendig
Auf dem Schweizer Milchmarkt gibt es weiterhin keine Entwarnung. Die Anzeichen verdichten sich, dass im kommenden Herbst und Winter erneut erhebliche Marktungleichgewichte entstehen. Eine Entspannung der Situation ist derzeit nicht absehbar.
Dank der ausgezeichneten Futtergrundlage und der günstigen Witterungsbedingungen bleiben die Milchmengen auf hohem Niveau. Bereits in den ersten vier Monaten des Jahres lagen die Milcheinlieferungen rund fünf Prozent über dem Vorjahr. Auch für Mai und Juni wird mit Einlieferungen gerechnet, die mehr als 3 Prozent über dem bereits hohen Vorjahresniveau liegen.
Mit dieser Entwicklung können weder die verfügbaren Verarbeitungskapazitäten noch die Absatzmöglichkeiten Schritt halten. Um die zusätzlichen Milchmengen zu verwerten, werden vermehrt Volumenprodukte mit tiefer Wertschöpfung hergestellt, was andere Absatzkanäle verdrängt. Gleichzeitig zeichnet sich für das kommende Winterhalbjahr keine Verbesserung der Verarbeitungskapazitäten ab.
Lagerbestände steigen – auch Biomilchmarkt betroffen
Die Folgen zeigen sich bereits heute: Die Butterlager steigen trotz getätigter Exporte und entgegen dem saisonalen Verlauf deutlich an und die Verarbeitungskapazitäten sind stark ausgelastet. Betroffen ist auch der Biomilchmarkt. Die Biomilchmengen steigen schweizweit weiter an, während die Lagerbestände bei Biobutter inzwischen ein Rekordniveau erreicht haben. Trotz einer weiterhin positiven Absatzentwicklung bei Biomilchprodukten ist auch hier kurzfristig keine Entlastung in Sicht.
Damit zeichnet sich eine Situation ab, die jener im Herbst und Winter 2025/2026 stark ähnelt. Um ein erneutes gravierendes Marktungleichgewicht zu verhindern, braucht es jetzt ein rasches, verantwortungsbewusstes und koordiniertes Handeln aller Akteure der Wertschöpfungskette.
Kommission und Branche stehen in der Verantwortung
Gefordert ist insbesondere die von der Branchenorganisation Milch (BO Milch) eingesetzte Kommission. Sie muss so rasch wie möglich wirksame Massnahmen erarbeiten und deren Umsetzung ohne Verzögerung vorantreiben. Gleichzeitig braucht es mehr Transparenz über die Milchflüsse, insbesondere bei der Segmentierung. Nur so können Marktentwicklungen frühzeitig erkannt und notwendige Schritte rechtzeitig eingeleitet werden können. SMP hat bereits im Februar 2026 konkrete Vorschläge deponiert.
Die Situation ist sehr ernst und erfordert jetzt entschlossenes Handeln. Produzentinnen und Produzenten, Verarbeiter sowie Handel tragen gemeinsam Verantwortung, um die notwendige Bremswirkung zu erzielen. Nur durch ein koordiniertes und konsequentes Vorgehen der gesamten Wertschöpfungskette kann das Marktgleichgewicht bis zum Herbst wiederhergestellt und weiterer Schaden für den Milchmarkt verhindert werden.
Auskünfte:
- Christa Brügger, Leiterin Kommunikation, christa.bruegger@swissmilk.ch, 031 359 52 14