Gemeinsam gegen die Schilfglasflügelzikade dank intelligenter Fruchtfolge
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Medienmitteilung
Bern und Aarberg, 23. Juni 2026
Gemeinsam gegen die Schilfglasflügelzikade dank intelligenter Fruchtfolge
Die Schilfglasflügelzikade und die durch sie übertragenen Krankheiten stellen für eine breite Palette von Kulturen, insbesondere Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüsebaukulturen, eine zunehmende Herausforderung dar. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Forschungsarbeiten durchgeführt. Ebenso fanden in den letzten Monaten Gespräche zwischen den betroffenen Organisationen statt. Diskutiert wurden verschiedene Lösungsansätze wie Fruchtfolgeumstellung, tolerante Sorten, Insektizid-Applikationen, Saatbeizmittel, Monitoring, Beratung, Sensibilisierung sowie agronomische Massnahmen.
Pragmatische Lösungen
Einzelne Massnahmen, beispielsweise die konsequente Selektion toleranter Sorten, betreffen jeweils nur eine spezifische Kultur. Andere Massnahmen, insbesondere die als hoch wirksam anerkannte Anpassung der Fruchtfolge, betreffen hingegen die Landwirtschaft insgesamt. Durch eine angepasste Fruchtfolge können die im Boden überwinternden Nymphen effektiv bekämpft und damit der Populationsdruck massiv gesenkt werden. Die an der Diskussion beteiligten Organisationen bekräftigten ihren gemeinsamen Willen, auf pragmatische Lösungen zu setzen. Im Vordergrund stehen dabei:
- Forschung und Weiterentwicklung von konkreten praxistauglichen Massnahmen zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade
- Auf- oder Ausbau einer Sortenliste für alle betroffenen Kulturen, für die Sortenlisten bestehen, mit Sorten, welche gegenüber den von Zikaden übertragbaren Krankheiten tolerant sind.
- Eine koordinierte Kommunikation sowie die Sensibilisierung von Landwirten und Landwirtinnen über die Kulturen hinweg.
- Einbezug der Beratung zur Umsetzung gezielter Massnahmen, insbesondere bei der Umstellung der Fruchtfolgen auf regionaler Ebene.
Weiterhin besteht Bedarf, Informationsveranstaltungen, Beratungsangebote sowie weitere Sensibilisierungs-, Weiterbildungs- und Austauschformate gezielt aufzubauen und zu verstärken. Dabei wurde ausserdem betont, dass jetzt koordinierte Lösungen und eine gemeinsame Kommunikation innerhalb der Landwirtschaft essenziell sind, um ein abgestimmtes Vorgehen zu fördern und so effektiv die kulturübergreifende Bedrohung durch die Zikade noch rechtzeitig abzuwenden.
Fruchtfolge ohne Wintergetreide nach Zuckerrüben
Inzwischen zeigen verschiedene Beispiele den Erfolg regionaler Ansätze, ohne verpflichtende Massnahmen oder Unterstützungsprogramme.
- Beispiele zu Fruchtfolgen ohne Wintergetreide nach Zuckerrüben
- Interview mit R. Zbinden : «Proaktiv durch Fruchtfolge handeln, um die Zikade einzudämmen»
In diesem Zusammenhang werden negative Auswirkungen auf die Agrarmärkte vermieden, die bei der Einführung starrer Programme entstehen können. Eine Fokussierung auf agronomische Überlegungen ist daher zu empfehlen.
Rückfragen:
- Martin Flury, Präsident SVZ, 079 720 89 51, martin.flury@svz-fsb.ch
- David Brugger, Leiter Pflanzenbau SBV, 056 462 50 03, david.brugger@sbv-usp.ch