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Die Behandlung von Übergewicht bei Kindern (Kinderadipositas) wird in der Schweiz nicht anerkannt

Sursee (ots)

Seit 2002 bemühen sich der Schweizerische Verband
diplomierter ErnährungsberaterInnen und die Schweizerische
Gesellschaft für Pädiatrie erfolglos um die offizielle Anerkennung
der Leistungen der Ernährungsberatung in der Behandlung
übergewichtiger Kinder als Pflichtleistung aus der Grundversicherung
des Krankenversicherungsgesetzes KVG. Im November 2004 hat das
Bundesamt für Gesundheit einen Antrag erneut abgelehnt, mit der
Begründung, dass es keine Nachweise gäbe, dass die Behandlung von
übergewichtigen Kindern erfolgreich sei.
Die Zahl von übergewichtigen Kindern hat in den letzten Jahren
stetig zugenommen, die Erhöhung beträgt im Vergleich zu 1960 über 
300 %. Angesichts dieser Tatsache und der offiziellen Anerkennung von
Übergewicht bei Erwachsenen im Jahr 1998 als abrechenbare Leistung
bedeutet die Nichtanerkennung der Kinderadipositas eine
Diskriminierung gegenüber Kindern und Jugendlichen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bereits 1997 die
Fettleibigkeit als ein grosses Problem der öffentlichen Gesundheit
bezeichnet und spricht mittlerweile von einer weltweiten Epidemie.
Das Bundesamt für Gesundheit bezifferte kürzlich die Folgekosten von
Kinderadipositas in der Schweiz auf weit über 2'500 Millionen 
Franken / Jahr, während die Behandlung von Kinderadipositas auf
lediglich 2 Millionen/Jahr geschätzt wird.
Die Ablehnung von Kinderadipositas als anerkannte Leistung durch
das Bundesamt für Sozialversicherung wird paradoxerweise dazu führen,
dass übergewichtige Kinder nicht rechtzeitig in eine Behandlung
eintreten, sondern das 18. Altersjahr, und Folgeerkrankungen wie
Diabetes, Bluthochdruck und Blutfettstoffwechselstörungen abwarten
müssen, bis eine Behandlung ihres Übergewichts als Pflichtleistung
gilt.
Der Schweizerische Verband diplomierter ErnährungsberaterInnen
bedauert, dass bedingt durch diesen Entscheid Übergewicht bei Kindern
nicht rechtzeitig behandelt wird. Er ist überzeugt, dass gerade mit
der rechtzeitigen Behandlung von Kinderadipositas eine wesentliche
Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen erreicht werden kann
und gerade damit langfristig die ständig wachsenden Gesundheitskosten
gesenkt werden können.
Sylvie Borloz
Vizepräsidentin SVDE
Schweizerischer Verband diplomierter ErnährungsberaterInnen SVDE
Stadthof
Bahnhofstrasse 7b
6210 Sursee
Tel.      +41/41/926'07'97
Internet: http://www.asdd.ch

Kontakt:

Auskunft in deutscher Sprache:
Beatrice Conrad
Präsidentin SVDE
E-Mail: beatrice.conrad@bluewin.ch

Auskunft in französischer Sprache:
Sylvie Borloz
Vizepräsidentin SVDE
E-Mail: sylvie.borloz@hospvd.ch

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