mooh verlangt mehr Solidarität der Branche und stellt die Weichen für die Zukunft
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Medienmitteilung
mooh verlangt mehr Solidarität der Branche und stellt die Weichen für die Zukunft
Rothenthurm, 9. April 2026 – An der 10. ordentlichen Generalversammlung der mooh Genossenschaft stand ein anspruchsvolles Geschäftsjahr 2025 im Fokus. Geprägt von ausserordentlich hohen Milcheinlieferungen, rückläufigem Absatz und internationalem Preisdruck, musste mooh wichtige strategische Anpassungen vornehmen, um die Wertschöpfung für ihre Mitglieder langfristig zu sichern. Produzenten bemängeln die fehlende Solidarität der Branche.
Anspruchsvolles Marktumfeld belastet Ergebnis
Präsident Martin Hübscher blickte auf ein herausforderndes, aber auch wegweisendes Jahr 2025 zurück. Das Jahr 2025 war durch eine aussergewöhnliche Marktsituation gekennzeichnet: Sehr hohe Milchmengen trafen auf eine sinkende Nachfrage bei Hauptkunden sowie auf internationale Preiseinbrüche. Gleichzeitig führten Übermengen in der EU und begrenzte Verarbeitungskapazitäten zu zusätzlichem Druck.
mooh übernahm der Marktsituation entsprechend früh Verantwortung und verkaufte bereits im letzten Herbst im Rahmen der Branchenbeschlüsse umfangreiche C-Milchmengen für den Export, um den Markt zu entlasten. Dies führte dazu, dass trotz des gesteigerten Nettoerlöses von CHF 458 Mio. ein Jahresverlust von rund CHF -626'000 resultierte. Die gesamte Milchmenge der Mitglieder belief sich auf 573 Mio. Kilogramm und unterstreicht die weiterhin starke Produktionsbasis der Genossenschaft.
Strategie weiterentwickelt und auf Zukunft ausgerichtet
Als Reaktion auf die veränderten Marktbedingungen hat mooh ihre Strategie überprüft und weiterentwickelt. Mit der angepassten Strategie will mooh dafür sorgen, dass ihre Produzenten wieder einen fairen Anteil an der geschützten Milchmenge im Schweizer Markt erhalten.
Zu dieser Strategie gehören:
- Sicherung von verlässlichen Absatzkanälen im In- und Ausland
- Aufbau eigener Verarbeitungskapazitäten, insbesondere für saisonale Milchspitzen
- Stärkung des Absatzes in der Schweiz neben den eigenen Exportaktivitäten
- Weiterhin Bekenntnis zur nachhaltigen graslandbasierten Milchproduktion
Auch personell bereitet sich mooh auf die bevorstehenden Herausforderungen vor und verstärkt und verjüngt sich im Verwaltungsrat. So wurden neu Manuel Ender (Büsserach, SO) und Peter Nüesch (Widnau, SG) in den Verwaltungsrat gewählt. Im Zuge dieser Veränderungen wurde Hans Tanner (Degersheim, SG) verabschiedet.
Resolution für eine faire Lastenverteilung
Gar nicht zufrieden sind mooh und ihre Lieferanten damit, dass die Solidarität aller Branchenteilnehmer bei der Marktentlastung weitgehend fehlte. Verschiedene Genossenschafter äusserten sich sehr kritisch zu der fehlenden Umsetzung der beschlossenen Massnahmen der Branchenorganisation Milch (BOM) und der Schweizer Milchproduzenten (SMP). Branchenbeschlüsse zur Verteilung der C-Mengen wurden bisher nicht umgesetzt, und die Produzenten von mooh tragen die Kosten der Marktentlastung massiv überproportional.
Entsprechend verabschiedete die Delegiertenversammlung mit klarer Mehrheit die Resolution an die SMP und die BOM für eine faire Lastenverteilung.
Resolution für eine faire Lastenverteilung und einen stabilen Milchmarkt
Als Produzentenorganisation vertritt mooh die Position der Milchproduzenten im Markt. So konnte mooh von 2020 bis 2024 massgeblich dazu beitragen, dass die Milchbauern in der Schweiz mit steigenden Milchpreisen von der guten Nachfrage profitierten.
Im letzten Jahr mit den Milchüberschüssen und Verarbeitungsengpässen wurden mooh die Abnahmemengen von verschiedenen Verarbeitern massiv gekürzt.
Käsereien und Molkereien verschonen ihre Direktlieferanten von Mengenbeschränkungen und C-Milchmengen und bestellen einfach weniger Milch von Produzentenorganisationen wie mooh. Die Priorisierung einzelner Lieferantengruppen erfolgt oft bewusst, um mooh als grösste Produzentenorganisation und damit die Position der Milchproduzenten generell nachhaltig zu schwächen. Die priorisierten Direktlieferanten unterstützen das Vorgehen, weil sie kurzfristig davon profitieren.
Eine einseitige Lastenverteilung hat aber zur Folge, dass sich die benachteiligten Produzenten und ihre Organisationen Ihren Marktanteil am geschützten Schweizer Markt zurückerkämpfen. Dies verwässert die stabilisierende Wirkung der Entlastungsmassnahmen und führt infolge Unterbietungen zu einem Preisverfall, unter welchem alle Milchlieferanten in der Schweiz betroffen sind.
Wertschöpfung wird so unnötig vernichtet!
Die Genossenschafter der mooh zeigen sich an Ihrer Generalversammlung vom 9. April sehr besorgt über diese Entwicklung und richten folgenden Appell an die Schweizer Milchproduzenten und an die BO-Milch:
- Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) müssen jetzt Verantwortung wahrnehmen und dafür sorgen, dass alle Milchproduzenten in gleichem Ausmass einen Betrag zur Marktentlastung leisten
- Die BO-Milch (BOM) hat für die Umsetzung der von ihr beschlossenen Massnahmen verbindliche Spielregeln zu definieren, wie die Marktentlastung von den einzelnen Mitgliedern umgesetzt und der minimale A-Milchanteil von 60% garantiert werden kann
- Die BOM muss Transparenz schaffen, welche Organisation beschlossene Massnahmen zur Marktentlastung oder Mengenreduktion umsetzt und fehlbare entsprechend sanktionieren
Generalversammlung mooh Genossenschaft, 9. April 2026
Für weitere Auskünfte stehen zur Verfügung: Martin Hübscher, Präsident des Verwaltungsrates, +41 58 220 34 50 Daniel Schreiber, Vizepräsident des Verwaltungsrates, +41 58 220 34 51

