Libanon: Konflikt treibt über 380’000 Kinder in Hunger auf Krisenniveau
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MEDIENMITTEILUNG
Libanon: Mehr als 380'000 Kinder von Hunger auf Krisenniveau bedroht
Zürich/Beirut, 30. April 2026 – Fast jedes fünfte Kind im Libanon – rund 380’000 Kinder – wird zwischen April und August 2026 voraussichtlich von Ernährungsunsicherheit auf Krisenniveau oder schlimmer betroffen sein. Dies geht aus einer Analyse von Save the Children auf Basis neuer Daten der «Integrated Food Security Phase Classification» (IPC) hervor.
Die «Integrated Food Security Phase Classification» (IPC) prognostiziert, dass rund ein Viertel der Bevölkerung im Libanon – 1,24 Millionen Menschen – in den kommenden Monaten von Ernährungsunsicherheit auf Krisenniveau oder schlimmer betroffen sein wird (IPC Phase 3 oder höher). Die Lage hat sich deutlich verschlechtert, seit die Kampfhandlungen im März eskaliert sind.
Die jüngste Analyse zeigt, dass zusätzlich 366’000 Menschen, darunter 113’000 Kinder, durch den Konflikt in eine Ernährungsunsicherheit auf Krisenniveau gedrängt wurden. Die Gewalt hat über eine Million Menschen vertrieben, Lebensgrundlagen zerstört, Lieferketten unterbrochen und Lebensmittelpreise für viele Familien unerschwinglich gemacht.
«Die Erkenntnisse dieses Berichts sind äusserst besorgniserregend», sagt Nora Ingdal, Länderdirektorin von Save the Children im Libanon. «Kinder im Libanon werden durch den erneuten Konflikt und die massive Vertreibung immer tiefer in den Hunger gedrängt. Familien, die bereits zuvor in einer schwierigen Lage waren, können sich Lebensmittel mittlerweile nicht mehr leisten – die Preise steigen stark, und Lebensgrundlagen brechen weg. Das ist eine verheerende Realität für Kinder, deren Gesundheit, Entwicklung und Überleben gefährdet sind.
Im Gazastreifen haben wir gesehen, welche Folgen solche Entwicklungen haben können. Wir dürfen nicht zulassen, dass sich dieses Leid im Libanon wiederholt. Kinder haben bereits zu viel durchgemacht. Ohne einen dauerhaften Waffenstillstand und dringend verstärkte humanitäre Hilfe werden Kinder weiterhin den höchsten Preis für eine Krise zahlen, die sie nicht verursacht haben.»
Save the Children fordert die internationale Gemeinschaft auf, sich dringend für einen dauerhaften Waffenstillstand einzusetzen und flexible sowie nachhaltige Finanzmittel bereitzustellen, um die Grundbedürfnisse von Kindern und Familien zu decken und den Wiederaufbau zu unterstützen.
Die Kinderrechtsorganisation leistet vor Ort Nothilfe und verteilt verzehrfertige Lebensmittelpakete mit Konserven wie Bohnen, Gemüse und Fisch an betroffene Familien.
Quellen:
- Die aktuelle Bevölkerung des Libanon beträgt gemäss den «World Population Prospects» der UNO 5,8 Millionen.
- Gemäss derselben Quelle machen Kinder unter 18 Jahren 31 % der Bevölkerung aus, das sind rund 1,8 Millionen. Berechnungen basieren auf einem Kinderanteil von 31 % der Bevölkerung im Libanon.
- IPC-Bericht: «Lebanon: Acute Food Insecurity Projection Update for April – August 2026»
Interviews mit unseren Expert:innen in Beirut sind möglich. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den untenstehenden Kontakt.
Kontakt Melina Stavrinos Fachperson Medien und Kommunikation +41 44 267 74 68 melina.stavrinos@savethechildren.ch
Save the Children Schweiz Jedes Kind verdient eine Zukunft – ob in der Schweiz oder auf der ganzen Welt. Mit dieser Überzeugung unterstützt der Verein Save the Children Schweiz seit 2006 kompromisslos und unermüdlich die am stärksten benachteiligten Kinder. In der Schweiz verwurzelt, ist Save the Children seit 1919 die weltweit führende Kinderrechtsorganisation. Dank unserer lokalen Verankerung in 120 Ländern kennen wir die Situation vor Ort, passen unsere Projekte entsprechend an und können im Notfall unverzüglich helfen. Wir verändern nachhaltig und positiv das Leben von Kindern, besonders in Krisen, auf der Flucht oder in Slums. In der Schweiz setzen wir uns seit 2015 für geflüchtete Kinder ein und verfügen über grosse Expertise im Bereich Asyl und Migration.