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Finanzkrise - Für eine Berufung auf altbewährte Bilanzierungsmethoden
Europe's 500, die 500 wachstumsstärksten europäischen Unternehmen, fordern Änderung der Bankenregulierung

München / Brüssel (ots)

Banken sollten umgehend von der unnützen
Verpflichtung entbunden werden, ihre Kreditportfolios nach dem Preis 
zu bewerten, den sie erzielen könnten, wenn sie den Kredit heute 
verkaufen würden.
Anhand dieser Methode lässt sich zwar das Verhältnis zwischen 
Angebot und Nachfrage am Kreditmarkt (Commercial Paper), nicht jedoch
der tatsächliche Wert der Vermögensklasse "Kredite" ermitteln.
Ausgelöst wurde der Dominoeffekt, der das weltweite Finanzsystem 
derzeit in seinen Grundfesten erschüttert, allem Anschein nach durch 
die Subprime-Krise, dabei sind die Ursachen für diese verheerenden 
Folgen zu keinem unerheblichen Teil darin zu suchen, dass Banken bei 
Zugrundelegung einer Eigenkapitalquote von durchschnittlich 8 Prozent
von Abschreibungen auf Kreditverbriefungen mit 12facher Wucht 
getroffen werden und die Abschreibungen nicht selten höher ausfallen 
als nötig.
Wenn eine Bank 4 Prozent ihrer gesamten Vermögenswerte abschreibt,
so muss sie theoretisch 48 Prozent ihrer Vermögenswerte aus der 
Bilanz entfernen. Für so viele Kreditverbriefungen in dieser Höhe, 
die gleichzeitig von den Finanzinstituten auf den Markt gebracht 
werden, gibt es jedoch nicht genügend Abnehmer, denn schließlich kann
es nicht auf einmal mehr Banken geben, und die übrigen Organisationen
verfügen nicht über die Sparguthaben von Privatkunden.
Dies setzt eine unendliche Abwärtsspirale in Gang, weil das 
Überangebot an Kreditverbriefungen weitere Abschreibungen nach sich 
zieht, und mehr Abschreibungen wiederum zu einem weiteren Anstieg des
Angebots an Kreditverbriefungen führen. Der Markt kann das 
Gleichgewicht nicht aus eigener Kraft wiederherstellen, weil es sich 
hier um eine künstliche Situation handelt: Selbst wenn 
Organisationen, die diesen strengen Regeln nicht unterliegen und 
daher nicht direkt von dieser Situation betroffen sind, am Markt als 
Käufer auftreten, steigt die Nachfrage nicht rasch genug.
Bei Krediten handelt es sich nicht um Vermögenswerte wie Aktien. 
Aktien, die einen Teil der weltweiten Ersparnisse darstellen, werden 
täglich auf Grundlage kontinuierlicher Unternehmensmeldungen 
gehandelt.
Selbst Organisationen, die Kredite in ihren Büchern haben dürfen, 
können die Funktion von Banken nicht vollständig übernehmen, da etwa 
Hedgefonds nur über einen kleinen Teil der weltweiten Ersparnisse 
verfügen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage kann also 
nicht wiederhergestellt werden, ohne einen Großteil der Kreditgeber 
zu eliminieren.
Eine Bilanz sollte den tatsächlichen und fairen Wert eines 
Unternehmens nach dem Fortführungsprinzip (GOING-CONCERN-Prinzip) 
ausweisen.
Würde bei der Rechnungslegung in der Industrie dieses 
Fortführungsprinzip nicht angewandt, sondern jedes Rohr, jede 
Hydraulik, jeder Zylinder und jeder Roboter mit seinem tagesaktuellen
Gebrauchtwert (bzw. Schrottwert) verbucht, so könnten die meisten 
Unternehmen gemäß Rechnungslegungsstandards Konkurs anmelden.
Ein Kredit wird bei Fälligkeit zurückgezahlt, so wie eine 
Werksanlage nach, sagen wir, zehn Jahren abgeschrieben wird. Kredite 
sollten mit ihrem Nominalwert und nicht, wie derzeit an der Londoner 
und New Yorker Börse, mit 87 Prozent ihres Wertes im Falle von 
erstrangig besicherten Titeln und 69 Prozent ihres Wertes im Falle 
von nachrangig besicherten Wertpapieren bewertet werden.
Dem Kreditausfallrisiko wird durch die Risikoabgrenzung über die 
Jahre Rechnung getragen. Es handelt sich hier um eine alte 
europäische Rechnungslegungsmethode, und es ist höchste Zeit, diesen 
althergebrachten Methoden wieder mehr Bedeutung beizumessen. Dies 
sollten insbesondere die EU-Aufsichtsbehörden bedenken.
So ließe sich auch verhindern, dass solche Praktiken, wie etwa 
Kredite in endlosen Ketten von einem Gläubiger zum nächsten zu 
reichen, Schule machen.
Da Banken zurzeit keine Kreditverbriefungen kaufen möchten und 
zumeist auch nicht dazu in der Lage sind, wäre dies der ideale 
Augenblick, den alten Bankentugenden zu neuem Glanz zu verhelfen.
So lange Banken gezwungen sind, Vermögenswerte abzuschreiben, 
deren Buchwert bei Fälligkeit ihrem Nominalwert entspricht, entsteht 
eine Diskrepanz zwischen dem Buchwert und dem Realwert, die sich auf 
hunderte Milliarden von Euro bzw. Dollar beläuft. Diese durch 
Rechnungslegungsgrundsätze geschaffenen Marktineffizienzen werden 
Hedgefonds ausnutzen.
Nicht nur das Bewertungssystem hat hier versagt, sondern es 
besteht das Risiko, dass ein unangemessener Bilanzierungsgrundsatz 
dem Finanzsystem zum Verhängnis wird.
Solange Banken und Versicherer ihre Kredite nicht verkaufen, 
müssen sie sie in ihrer Bilanz zum Nominalwert verbuchen dürfen.
"Diese Empfehlungen des Vorstands der Organisation der 500 
wachstumsstärksten europäischen Unternehmen beruhen auf gesundem 
Menschenverstand", so Martin Schoeller, Präsident von Europe's 500.
Pressekontakt:

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Europe's 500
Petra Stadler Assistentin von
Martin Schoeller Präsident von Europe's 500
E-Mail: petra.stadler@europes500.com
Tel.nr.: +49 89 55277 106

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