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ikr: 220'000 Franken und eine Menge Wissen zur Linderung des Migrationsdrucks

Vaduz (ots/ikr) -

Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom Dienstag, 19. Juni, CHF 220'000 für ein Projekt der internationalen Flüchtlings- und Migrationshilfe (IFMH) bewilligt. Unterstützt wird in Zusammenarbeit mit Caritas Schweiz ein Projekt in Bosnien-Herzegowina, mit dem Familien in landwirtschaftlich geprägten Regionen unterstützt werden.

Das ehemalige Jugoslawien war noch vor wenigen Jahrzehnten einer der bedeutendsten Produzenten von Himbeeren und Brombeeren für den Weltmarkt. Nach dem Ende des Krieges 1995 waren die meisten Plantagen jedoch zerstört und wurden nicht mehr unterhalten. 2004 hat Caritas Schweiz daher damit begonnen, den Aufbau neuer Produzentenstrukturen rund um die Stadt Gorazde im östlichen Bosnien-Herzegowina voranzutreiben. Das Ziel war es, in einer der ärmsten und von Auswanderung mit am stärksten betroffenen Regionen des jungen Staates, Besitzern von kleinen Grundstücken ein sicheres Einkommen zu ermöglichen, ohne dass sie dafür über fundierte Kenntnisse in der Landwirtschaft verfügen mussten. Eine Fläche von 2000 Quadratmetern war und ist ausreichend, um mit Unterstützung durch Kleinkredite und professionelle Beratung für eine durchschnittliche Familie ein substantielles Einkommen zu erzielen.

Eine Alternative zur Abwanderung

In Zusammenarbeit mit dem Ausländer- und Passamt hat Caritas im Jahr 2010 parallel dazu ein zusätzliches, dreijähriges Programm für die Region Goradze sowie für Kleinbauern in Zentralbosnien entwickelt. Damit soll 240 in der Kleinlandwirtschaft tätigen Familien ein gesicherter Zusatzverdienst ermöglicht werden, der einem durchschnittlichen Einkommen in Bosnien-Herzegowina gleichkommt. Das Projekt bietet damit eine nachhaltige Alternative zur Wegwanderung aus den betroffenen Regionen. Alleine das Programm in Zusammenarbeit mit dem Ausländer- und Passamt unterstützte bis Ende 2011 insgesamt bereits 171 Produzenten.

Das Projekt soll darüber hinaus junge Menschen motivieren, in die Landwirtschaft zu investieren und sich entsprechend fortzubilden. Damit steht es in direktem Zusammenhang mit einem Praktikantenprogramm in Liechtenstein, welches Caritas Schweiz derzeit in Zusammenarbeit mit der Vereinigung bäuerlicher Organisationen aufbaut. Bei diesem Programm aus dem Bereich "zirkuläre Migration" handelt es sich um ein konkretes Ergebnis der Migrationspartnerschaft zwischen Liechtenstein und Bosnien-Herzegowina, welche die Innenminister beider Staaten im vergangenen November beschlossen und zu diesem Zweck ein Memorandum of Understanding unterzeichnet haben.

Ganze Dörfer profitieren

So werden künftig neben den Landwirtschaftspraktikanten aus Brasilien oder von den Philippinen auch solche aus dem Kanton Gorazde in Liechtensteiner Betrieben tätig sein. Sie erhalten dabei die Chance, im Rahmen ihres Arbeitseinsatzes vom Wissen der Liechtensteiner Landwirte zu profitieren und gleichzeitig Land und Leute kennenzulernen. Es profitieren aber nicht nur die Praktikanten selbst, sondern - nach der Rückkehr in die Heimat - auch deren Familien und allenfalls ganze Dorfgemeinschaften vom neu erworbenen Wissen. Derzeit werden vor Ort bereits die ersten Kandidaten rekrutiert und auf das Praktikum vorbereitet. In einigen Monaten sollen dann die ersten sechs bis acht Teilnehmer ihre Ausbildung in Liechtenstein beginnen und zwei Jahre später, ausgestattet mit viel landwirtschaftlichem Wissen und einem entsprechenden Diplom, wieder in ihre Heimat zurückkehren.

Kontakt:

Ausländer- und Passamt
Heribert Beck, Leiter Abteilung Asyl
T +423 236 61 54

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