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Ertragsüberschuss in der Landesrechnung 2001

Vaduz (ots)

- Dank erheblicher Mehreinnahmen bei den Steuer- und
Abgabenerträgen schliesst die laufende Haushaltsrechnung des Landes
für das Jahr 2001 mit einem Ertragsüberschuss von 56.8 Mio. ab. Der
positiven Entwicklung der Fiskalabgaben stehen indessen auch
gewichtige Einbussen bei den Vermögenserträgen gegenüber, welche hohe
Wertberichtigungen und Abschreibungen auf die Anlagemittel der
staatlichen Reserven erforderlich machten. Im Investitionshaushalt
konnte der bewilligte Ausgabenrahmen budgetkonform ausgeschöpft
werden. Aufgrund des positiven Rechnungsergebnisses hat sich das
ausgewiesene Reinvermögen des Landes auf rund 1'689 Mio. Franken
erhöht.
Laufender Haushalt
Die laufende Haushaltsrechnung weist bei einem Ertrag von  789.2
Mio. und einem Aufwand von 638.8 Mio. ein Bruttoergebnis  von 150.4
Mio. aus. Nach Berücksichtigung der Abschreibungen in  Höhe von 93.6
Mio. schliesst die Erfolgsrechnung mit einem Ertragsüberschuss von
56.8 Mio. ab, während der Voranschlag noch mit einem positiven
Ergebnis in Höhe von 6.2 Mio. gerechnet  hatte.
Zur Verbesserung des Rechnungsresultats beigetragen hat
insbesondere die Ertragsseite des laufenden Haushalts, obwohl sie
eine uneinheitliche Entwicklung aufweist. Die Einnahmen aus Steuern
und Abgaben belaufen sich auf 690.2 Mio. und übertreffen damit die
Erwartungen des Voranschlags um 93.4 Mio. oder um 15.7%. Als
besonders ergiebig zeigte sich die Kapital- und Ertragssteuer, welche
dank der enormen Erhöhung der von den tätigen Gesellschaften im Jahr
2000 erzielten Gewinne um 55.7 Mio. höher als erwartet ausfiel. Die
gesamthaft gute Wirtschaftslage kommt auch in den Mehreinnahmen von
12.8 Mio. aus der Mehrwertsteuer zum Ausdruck. Dank der regen
Börsentätigkeit zu Beginn des Jahres 2001 brachten die Stempelabgaben
um 9.8 Mio. über den budgetierten Limiten liegende Erträge ein. Im
Grundverkehr bewirkte die stark angestiegene Anzahl von
Handänderungen eine Erhöhung der Grundstückgewinnsteuer um 5 Mio. und
schliesslich führten auch die höheren Gewinnausschüttungen zu
Mehreinnahmen bei der Couponsteuer im Umfang von 6.4 Mio. Franken. Im
Gegensatz zu dieser erfreulichen Entwicklung der Fiskalabgaben haben
die Vermögenserträge das Budgetziel gesamthaft um 34.2 Mio. verfehlt.
Ursache hierfür bildet in erster Linie die notwendige
Berücksichtigung von Kapitalverlusten in Höhe von 36.6 Mio., welche
aufgrund der weltweiten Turbulenzen auf den Finanzmärkten hinzunehmen
waren. Sie konnten nur zu einem kleinen Teil durch Mehreinnahmen aus
der Anlage liquider Mittel und aus Gewinnanteilen aufgefangen werden.
Die Ausgaben belaufen sich auf 638.5 Mio. und liegen damit um 10.3
Mio. Franken oder um 1.6% über dem Rahmen des Voranschlags. Damit
hält sich die Budgetabweichung gesamthaft in einem engen
Streubereich. Für das Personal wurden 122.2 Mio. aufgewendet, was
einer Unterschreitung des Kreditrahmens um 2.1 Mio. entspricht. Die
Minderausgaben sind hier in erster Linie auf die Nicht- oder
Späterbesetzung bewilligter oder vakanter Stellen im Verwaltungs- und
Bildungsbereich zurückzuführen. Beim Sachaufwand, welcher die
laufenden Verwaltungs-, Betriebs- und Unterhaltskosten umfasst,
führten höhere Honoraransprüche für den Beizug von Experten zu einer
Überschreitung des Budgetrahmens um rund 1.1 Mio. Als Folge der
erheblichen Mehreinnahmen aus Steuern und Abgaben erhöhten sich die
Finanzzuweisungen an die Gemeinden um 18.8 Mio., da die kommunalen
Haushalte mit festen Anteilen am Ertragszufluss mitbeteiligt sind.
Bei den Beitragsleistungen, Subventionen und Defizitanteilen, welche
mit Ausgaben von 271.3 Mio. die gewichtigste Aufwandgruppe bilden,
konnte der Kreditrahmen um 7.7 Mio. unterschritten werden, was
namentlich dem geringeren Aufwandüberschuss der Invalidenversicherung
und den geringeren Ausgaben für Mietbeiträge an Familien
zuzuschreiben ist.
Investitionshaushalt
Die Nettoinvestitionen belaufen sich bei investiven Ausgaben von
112.6 Mio. und Einnahmen aus Darlehensrückzahlungen von 14.8 Mio. auf
rund 97.8 Mio. Ihnen stehen buchmässige Erträge aus der
Eigenfinanzierung in Höhe von 117 Mio. gegenüber, so dass der
Investitionshaushalt gesamthaft mit einem Deckungsüberschuss von 19.2
Mio. abschliesst. Um diesen Betrag hat sich das Verhältnis zwischen
dem frei verfügbaren Finanzvermögen und dem eingesetzten Fremdkapital
auf 1'217 Mio. Franken erhöht.
Die Investitionsausgaben umfassen den finanziellen Aufwand für den
Erwerb oder die Schaffung von Vermögenswerten für eine qualitativ
oder quantitativ verbesserte Nutzung durch die Öffentlichkeit oder
die Verwaltung. Sie belaufen sich auf 112.6 Mio. und liegen damit nur
um 0.2 Mio. Franken oder um 0.2% über den Limiten des Voranschlags.
Allerdings ergeben sich innerhalb der einzelnen Aufwandkategorien
grössere Abweichungen von den budgetierten Wertgrössen. So mussten
beispielsweise für den Erwerb von Grundstücken und Liegenschaften für
die Zentrumsplanung Schaan - bei veranschlagten Ausgaben von 5 Mio. -
nur Ausgaben von 0.3 Mio. aufgewendet werden, da sich die
Vertragsverhandlungen für Bodenauslösungen weit aufwendiger als
erwartet erwiesen. Bei den Tiefbauten, welche zur Hauptsache das
Jahresprogramm für Strassenverbesserungen und -neubauten umfassen,
fielen die Ausgaben um 0.5 Mio. geringer aus, was auf zeitliche
Verzögerungen beim Ausbau des Sonnenkreisels in Triesen und auf
Minderausgaben für Bodenauslösungen zurückzuführen ist. Im Gegensatz
hierzu übertreffen die Ausgaben für die Realisierung landeseigener
Hochbauten und für den Erwerb von Liegenschaften die Budgetlimiten um
5.7 Mio., nachdem der Landtag für den Ankauf des Gamanderhofes in
Schaan einen Nachtragskredit von 5.8 Mio. bewilligte. Der für das
Hochbautenprogramm bereitgestellte Pauschalkredit von 30 Mio. konnte
im Berichtsjahr zur Gänze ausgeschöpft werden. Im Mittelpunkt der
Bautätigkeit standen dabei die Weiterführung der Arbeiten für die
Verwirklichung der Fachhochschule Liechtenstein auf dem Spoerry-Areal
mit Ausgaben von 16.6 Mio. sowie die Renovation und Erweiterung des
Landesmuseums mit Investitionen von 9.2 Mio. Die Mehrausgaben von 4.5
Mio. für die Gewährung neuer Darlehen resultieren zur Hauptsache aus
dem stark angestiegenen Mittelbedarf für zinslose
Finanzierungskredite im Rahmen der staatlichen Wohnbauförderung.
Anstelle der budgetierten 144 Förderungsobjekte konnten im
Berichtsjahr mit einem finanziellen Aufwand von 22.7 Mio. insgesamt
188 Wohnbauten darlehensmässig bevorschusst werden. Die
Investitionsbeiträge fielen dagegen um 4.1 Mio. geringer aus, da
verschiedene Bauvorhaben Dritter nicht oder mit zeitlicher
Verzögerung realisiert werden konnten.

Kontakt:

Ressort: Finanzen
Regierungschef Otmar Hasler
Sachbearbeitung: Stabsstelle Finanzen
Tel. +423/236 61 12

Presse- und Informationsamt
des Fürstentums Liechtenstein (pafl)
Tel. +423/236'67'22
Fax +423/236'64'60
Internet: www.presseamt.li
Nr. 202

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