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Metas Bundesamt für Metrologie und Akkre

Raum für neue Aufgaben und verbesserte Dienstleistungen METAS-Erweiterungsbauten

Bern-Wabern (ots)

Die Inbetriebnahme der Erweiterungsbauten
schliesst eine achtjährige Planungs-, Projektierungs- und Bauphase
erfolgreich ab. Die Neubauten erweitern die Nutzfläche der
bestehenden Gebäude aus den Sechzigerjahren um gut die Hälfte auf 15
000 m2. Die Kosten belaufen sich auf 54.4 Millionen Franken.
Die Erweiterungsbauten (Bild 4) schaffen den dringend benötigten
Raum, damit das Bundesamt für Metrologie und Akkreditierung (METAS)
neue oder bis anhin aus Platzmangel zurückgestellte
Metrologieprojekte in Angriff nehmen kann. Zudem verbessern sie die
Laborbedingungen wesentlich, was künftig noch genauere Messungen
zulässt. Die neuen Räumlichkeiten dienen auch der stark gewachsenen
Schweizerischen Akkreditierungsstelle (SAS) und erlauben es, die
Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten.
Stabile Umgebungsbedingungen unerlässlich
Die Erweiterungsbauten umfassen vier Trakte. Die öffentlich
zugänglichen Räume wie Empfang, Vortragssaal, Schulungs- und
Besprechungsräume, Cafeteria, Ausstellung und Bibliothek sind in
einem ersten Trakt untergebracht. Unmittelbar dahinter schliesst ein
Gebäude an mit Labors für Umweltmetrologie, Faseroptik, Thermometrie,
elektrische Energie und Büros. Das gesamte Untergeschoss dieses
Traktes beherbergt die umfangreichen Haustechnik- und
Energieversorgungsanlagen.
Eine anschliessende dreigeschossige Halle dient Messungen im
Bereich der elektromagne- tischen Verträglichkeit (EMV), der
Strassenverkehrsmessmittel und der Hochfrequenzmess- technik. Ein
vierter Trakt ist unterirdisch angelegt und den Fachgebieten
Nanometrologie, Massebasis sowie Zeit und Frequenz vorbehalten, die
auf höchst stabile Umgebungsbedingungen angewiesen sind, damit die
Messungen überhaupt durchgeführt werden können.
Hohe Klimastabilität erforderlich
Moderne Architekturkonzepte und fortschrittlichste Bautechnik
waren gefragt, um die notwendigen stabilen Umgebungsbedingungen für
die anspruchsvolle Messtechnik zu schaffen. Die mit der
technologischen Entwicklung stark gestiegenen Anforderungen an die
Messgenauigkeit können nur in vibrationsarmen Labors mit hoher
Klimastabilität erreicht werden. Damit störende Vibrationen nicht in
den Laborbereich übertragen werden, stehen die Labors im
unterirdischen Trakt auf speziell dimensionierten Bodenplatten und
sind mit Fugen von den übrigen Konstruktionselementen getrennt.
Zusätzlich sind die Zu- und Ableitungen der benötigten Medien
elastisch befestigt und zwischen Labor- und Installationszone
schwingungstechnisch abgekoppelt.
Temperaturaktive Bauteile
Eine temperaturaktive Bauweise gewährleistet die geforderte
Klimastabilität, die in den sensiblen Bereichen während den Messungen
nicht mehr als ein Zehntel Grad vom Sollwert von 20 *C abweichen
darf. An der besonnten Südfassade sind die Labors durch Büros
thermisch abgeschirmt. Die besonders temperaturempfindlichen
Messplätze sind im unterirdischen Trakt angeordnet. Sämtliche Böden
und Decken der Labors sind mit Rohrschlangen versehen, in denen
Wasser zirkuliert. So ist es möglich, den Bauteilen - je nach
Situation - Wärme zuzuführen oder abzuleiten. Dadurch werden äussere
Temperatureinflüsse auf die Labors weiter minimiert. Eine zentrale
Aussenluft-Aufbereitungsanlage stabilisiert die angesaugte Luft auf
17* C, im Sommer durch Kühlen und im Winter durch Wärmen. 67 Zu- und
Umluftgeräte (Monoblocs) sind nötig, um die stabilisierte Aussenluft
für die individuellen Klimaanforderungen bezüglich Temperatur und
Feuchte der einzelnen Labors und ihre Vorräume aufzubereiten.
Haushälterischer Umgang mit Energie
Ein technischer Betrieb wie das Bundesamt für Metrologie und
Akkreditierung hat einen hohen Energiebedarf. Von Beginn weg stand
deshalb beim Neubauprojekt ein sorgfältiger Umgang mit der Energie im
Vordergrund. Im Winter und in der Uebergangszeit wird, sobald die
Aussentemperaturen steigen und die Labors gekühlt werden müssen, die
Abwärme der Kältemaschinen weitgehend zu Heizzwecken benutzt. Um den
Bedarf an nicht erneuerbarer Energie zu reduzieren, wurden 45
Erdwärmesonden bis in eine Tiefe von 100 Metern in die Erde verlegt.
In der wärmeren Jahreszeit nimmt die Erde als Speichermedium die
Abwärme auf und gibt sie bei Bedarf in der Uebergangszeit und im
Winter wiederum fürs Heizen frei. Einzig bei hochsommerlichen
Temperaturen muss die Abwärme der Kälteanlage über die im Freien
installierten Kühler abgeführt werden.
Raum für die Metrologie und die Akkreditierung
Mit den Erweiterungsbauten sind die Voraussetzungen geschaffen
worden, um neue Entwicklungen bzw. Projekte, die bis anhin aus
Platzmangel zurückgestellt werden mussten, zu realisieren. Es wurden
aber auch die dringend notwendigen verbesserten Laborbedingungen für
die Messaufgaben mit gestiegenen Genauigkeitsanforderungen
geschaffen. Der Bürotrakt und die Besprechungsräume dienen auch der
stark gewachsenen und bisher zum Teil in der Baracke untergebrachten
Schweizerischen Akkreditierungsstelle. Generell können die
Arbeitsabläufe effizienter gestaltet werden. Anhand einiger
ausgewählter Beispiele sei der Nutzen für die Metrologie kurz
aufgezeigt:
Nanometrologie
Die Nanometrologie beschäftigt sich mit der Längenmessung an sehr
kleinen Objekten aus der Mikro-, Halbleiter- und Nanotechnologie. Die
Messgrösse wird typischerweise in Nanometern (1nm = 1 Millionstel mm)
angegeben und die Messunsicherheiten sind häufig kleiner als 1 nm.
Alle dabei eingesetzten Methoden sind im Prinzip Mikroskopietechniken
verbunden mit Nano- positionierungssystemen und hoch genauen
Positionsmessungen. Um diesen in Zukunft stark zunehmenden Bedarf an
Messmöglichkeiten gerecht zu werden, wurde in den letzten Jahren bei
METAS unter schwierigen Arbeits- und Messbedingungen ein
Nanometrologielabor mit Messplätzen zur Kalibrierung von periodischen
Gittern, Glasmass- stäben und zweidimensionalen Photomasken sowie für
Präzisionsmessungen an kleinsten dreidimensionalen Strukturen
aufgebaut.
Für die Vermessung dieser äusserst empfindlichen Mikrostrukturen
stehen nun drei Reinräume der Klasse 10 000 und für die
Photomasken-Messmaschine zusätzlich eine Messkabine der
Reinraumklasse 100 zur Verfügung, die auch bezüglich
Vibrationsfreiheit und Klimastabilität den hohen Anforderungen
genügen. Mit der Reinraumklasse ist die Anzahl Partikel grösser als
0.5 µm auf maximal 10 000 bzw. 100 pro Kubikfuss spezifiziert.
Für die metrologischen Dienstleistungen im Bereich des
dimensionellen Messens stehen zudem Labors für Winkel-, Oberflächen-,
und Endmassmessungen, ein Labor für eine Dreikoordinaten-Messmaschine
mit grösserem Messvolumen und erhöhter Genauigkeit als bisher sowie
ein Laserlabor für die Realisierung der Längeneinheit Meter zur
Verfügung.
Metrologische Grundlagen
Im Bereich der metrologischen Grundlagen führt METAS eine Reihe
von Forschungs- und Entwicklungsprojekten durch. Das Bundesamt
leistet damit einen der wirtschaftlichen Bedeutung der Schweiz
entsprechenden Beitrag an die Weiterentwicklung der Metrologie und
sichert sich seine messtechnische Fachkompetenz.
Mit dem Projekt Watt-Waage soll das Kilogramm, heute durch ein
nicht mehr genügend stabiles materialisiertes Artefakt definiert,
durch eine Rückverfolgung auf Naturkonstanten neu definiert werden.
Eine grosse Bedeutung kommt dabei dem neuen Labor zu, insbesondere,
was die Stabilität der Umgebungsbedingungen und die Isolation von
unerwünschten Vibrationen bedingt.
Zeit- und Frequenz
Um auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Erarbeitung der
weltweit gültigen Zeitskala leisten zu können, arbeitet METAS
zusammen mit dem Observatorium Neuenburg intensiv an einem neuen
Primärnormal, das die heutigen Atomuhren an Genauigkeit noch
übertreffen soll. In den neuen Laborräumen wurden die Voraussetzungen
geschaffen, um Umwelteinflüsse wie Temperaturschwankungen und
Vibrationen klein genug zu halten.
Analytische Chemie
Die neuen Labors der analytischen Chemie bieten die notwendigen
räumlichen und qualitativen Voraussetzungen für Stoffmengenmessungen
und den Gehalt von Referenzmaterialien im Bereich Luftschadstoffe.
Dazu gehören insbesondere Messungen von Abgasen und Partikeln aus
Verbrennungsprozessen, Ozonmessungen und die Reinheitsbestimmung von
Referenzgasen.
Hochfrequenztechnik
In den neuen Hochfrequenzlabors herrschen - im Gegensatz zu den
Verhältnissen in der Baracke - beste Bedingungen,
Kalibriereinrichtungen für die wichtigsten Hochfrequenzgrössen wie
Leistung, Impedanz und Dämpfung im Frequenzbereich von einigen kHz
bis 50 GHz zu betreiben. In der neuen flexiblen EMV-Halle (Bild 5)
kann METAS künftig unter anderem auch Antennen kalibrieren, die zur
Messung von nichtionisierender Strahlung in der Umwelt oder für
Prüfzwecke im Labor verwendet werden.
Bild 4 "Flugaufnahme"
Die METAS-Erweiterungsbauten schaffen die Voraussetzungen und die
nötige Labor- infrastruktur für Dienstleistungen und Messungen
höchster Genauigkeit für den Industrie- und Technologiestandort
Schweiz.
Bild 5 "EMV-Halle"
In der neuen EMV-Halle werden Feldsonden kalibriert, wie sie
zur Messung der Strahlung von Mobilfunkantennen eingesetzt
werden.
Chronologie
Die METAS-Erweiterungsbauten
Bundesrätin Ruth Metzler, Vorsteherin des Eidg. Justiz- und
Polizeidepartementes, wird am 17. Mai im Beisein einer illustren
Gästeschar aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die
METAS-Erweiterungsbauten offiziell eröffnen. Damit wird eine
achtjährige Planungs- und Bauphase erfolgreich abgeschlossen.
1993
Die Eidgenössische Finanzverwaltung, das Amt für Bundesbauten
(AFB, heute Bundesamt für Bauten und Logisitk BBL) und das
Eidgenössische Amt für Messwesen (EAM, heute Bundesamt für Metrologie
und Akkreditierung METAS) erarbeiten das 'Betriebliche und bauliche
Gesamtkonzept bis 2010'.
1994
Das AFB schreibt ein Vorqualifikationsverfahren aus. Vier
Planungsteams werden aus 85 Bewerbungen ausgewählt, die im Rahmen des
Gesamtkonzepts die Aufgabe erhalten, eine Studie auszuführen.
1995
Die vier Projektstudien werden einer gründlichen Vorprüfung
unterzogen. Nach sorgfältiger Evaluation aller geforderter Kriterien
wählt eine Expertenkommission einstimmig die Studie der Metron
Architekturbüro AG, Brugg, als bestgeeignetes Projekt aus. Mit der
Metron AG wird ein Generalplanervertrag abgeschlossen. Das Projekt
wird entsprechend den Bedürfnissen des Amtes in mehreren Etappen
funktionell und kostenmässig optimiert. In der Wintersession
genehmigen die Eidgenössischen Räte die Baubotschaft und damit das
überarbeitete METAS-Projekt mit definitivem Kostenvoranschlag.
1996
Das Baubewilligungsverfahren wird eingeleitet, die vorgängig
beantragte geringfügige Anpassung der Bau- und Zonengrenze bewilligt.
In diesem Jahr wird auch die aus Dringlichkeitsgründen vorgezogene
Sanierung und Umnutzung des bestehenden Traktes S realisiert.
1997
Die Baubewilligung wird erteilt. Max Matter, Unterentfelden, geht
mit seinem Vorschlag 'Goldstele' als Sieger des Wettbewerbs für die
Kunst am Bau hervor. Am 17. November erfolgt der Spatenstich.
1998
Bundesrat Arnold Koller, Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und
Polizeidepartementes (EJPD), legt am 6. März den Grundstein. Die
Rohbauarbeiten schreiten zügig voran.
1999/2000
Am 1. Januar 1999 wird das Amt für Bundesbauten (AFB)
reorganisiert und mit der EDMZ im Bundesamt für Bauten und Logisitik
(BBL) zusammengeführt. Die Sektion 'Metrologie und Kalibration' der
Swisscom, welche anhin mit einem Mandat der Eidgenossenschaft die
metrologischen Grundlagen für die Bereiche Hochfrequenz sowie
elektromagnetische Verträglichkeit und Faseroptik erarbeitete, wird
ins EAM integriert. Mit ihrer umfangreichen technischen Ausrüstung
bezieht sie auf dem METAS-Areal ein Barackenprovisorium. Diese
Erweiterung bedingt eine Projektänderung für den Trakt E.
2001
Das Eidgenössische Amt für Messwesen (EAM) wird in Bundesamt für
Metrologie und Akkreditierung (METAS) umbenannt. Die
Erweiterungsbauten werden bezogen. Im Mai findet die Einweihung mit
der offiziellen Eröffnungsfeier, dem Tag der Kunden und
Geschäftspartner und dem Tag der offenen Türen statt.
Ausblick
Im Anschluss an die Fertigstellung der Erweiterungsbauten werden
die bestehenden Gebäude umfassend saniert und teilweise neu genutzt.
Diese Arbeiten werden voraussichtlich bis 2003 dauern.

Kontakt:

Dr. Bruno Vaucher, Stv. Direktor, Bundesamt für Metrologie
und Akkreditierung, Lindenweg 50, CH-3003 Bern-Wabern, Tel.
+41 31 32 33 202, E-Mail: bruno.vaucher@metas.ch,

Text und Bilder können von www.metas.ch/de/medien
heruntergeladen werden.

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  • 11.05.2001 – 11:11

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    Bundesamt für Metrologie und Akkreditierung Bern-Wabern (ots) - Mit der Inbetriebnahme der Erweiterungsbauten am 17. Mai bricht das Bundesamt für Metrologie und Akkreditierung (METAS) in neue Dimensionen auf: Der Neubau in Bern-Wabern vergrössert die Nutzfläche der bestehenden Gebäude um gut die Hälfte auf 15'000 m2. Dies schafft den nötigen Platz, um neue Aufgaben in Metrologie und Akkreditierung in Angriff zu nehmen und die Betriebsabläufe zu verbessern. Die ...