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Schweizer Hotellerie im Winterhalbjahr 2001/02 - Wachstum gestoppt

Neuenburg (ots)

Die vom Bundesamt für Statistik (BFS)
durchgeführte Vollerhebung bei den schweizerischen Hotelbetrieben
ergab für das Winterhalbjahr 2001/02 (November bis April) 14,18
Millionen Übernachtungen. Während dieser Zeit ging die Anzahl
Logiernächte um 6% (-906'000) zurück, womit ein seit fünf Jahren
ungebrochener Aufwärtstrend ein Ende fand. Noch nie seit 1998/99
wurde ein so tiefes Ergebnis erzielt. Trotzdem übertrifft das
Winterhalbjahr 2001/2002 das Mittel der letzten fünf Winter um 1,4%
und jenes der letzten zehn Winter um 1,1%.
Die letztjährigen Attentate in den Vereinigten Staaten
beeinflussen weiterhin die touristische Nachfrage in der Schweiz. Der
ungewisse Konjunkturverlauf, die unsichere Entwicklung der
Lebenshaltungskosten in vielen Ländern sowie der hohe Schweizer
Franken erklären den Rückgang gegenüber dem Winter 2000/01 ebenfalls.
In allen Monaten der Berichtsperiode lagen die Besucherfrequenzen
unter den jeweiligen Vorjahresergebnissen. Den stärksten Abbau gab es
im April zu verzeichnen (-279'000/-12%), gefolgt vom Januar
(-233'000/-8,4%). Die rückläufige Entwicklung im April erklärt sich
grösstenteils durch die Tatsache, dass die Osterzeit 2002 fast ganz
auf Ende März fiel, während sie 2001 vollständig im April lag. Und
auch die Frühlingsferien begannen dieses Jahr sowohl in der Schweiz
als auch im Ausland in der zweiten Märzhälfte, während sie 2001 erst
im April einsetzten. Aus diesem Grund waren die Einbussen im März
prozentual gesehen am geringsten (-126'000/-3,9%). Kumuliert ergeben
die März- und die Aprilergebnisse lediglich noch einen
Nachfragerückgang von 7,2%.
Leichte Abschwächung der Binnennachfrage
Die Binnennachfrage belief sich in der Berichtsperiode auf 6,33
Mio. Logiernächte, 67'000 Übernachtungen oder 1,1% weniger als im
Winterhalbjahr 2000/2001. Mit einer minimen Steigerung von 4'200
Einheiten (+0,2%) erreichte die Anzahl Ankünfte 2,55 Mio. Einheiten
und blieb damit praktisch unverändert. Stabil verhielt sich auch die
mittlere Aufenthaltsdauer, die erneut bei 2,5 Logiernächten lag.
Während sich der Binnentourismus im November und Dezember 2001 noch
verstärkte, gab er in den folgenden Monaten nach. Auch wenn im April
mit -6,6% (-63'000 Logiernächte) ein Tiefpunkt erreicht wurde, ergibt
sich lediglich noch ein Rückgang von 4,5%, wenn man die Monate März
und April kumuliert.
Abschwächung der Auslandnachfrage
Der Reiseverkehr aus dem Ausland nahm um 839'000 (-9,7%) auf 7,85
Mio. Hotelaufenthalte ab. Die europäische Kundschaft erschien weniger
zahlreich (-8,5%/-591'000) und verbuchte noch 6,4 Mio. Logiernächte,
und auch jene aus Aussereuropa blieb vermehrt aus
(-14,6%/-247'000/Stand 1,45 Mio.). Die europäische Nachfrage
schwächte sich unterschiedlich ab: Deutschland -12,2% (-366'000),
Frankreich -6,3% (-40'400), Vereinigtes Königreich -5,6% (-51'800),
Italien lediglich 0,4% (-1700). Die Nachfrage aus den Vereinigten
Staaten verringerte sich um 20% (-135'000), jene aus Japan um 30,8%
(-53'000). Einzig für China (+8'100/+22%) und Russland (10'000/+8,7%)
sind mehr Logiernächte zu vermelden.
Die mittlere Aufenthaltsdauer der ausländischen Kundschaft
verblieb bei 3 Logiernächten.
Durchzogene Entwicklung in den Tourismusregionen
Sämtliche touristischen Regionen ausser dem Mittelland
(+0,6%/+5100) schrieben im Winterhalbjahr 2001/02 tiefere
Übernachtungszahlen.  In absoluten Werten ausgedrückt, brach die
Nachfrage im Kanton Graubünden am stärksten ein (-389'000/-11%),
gefolgt vom Kanton Zürich (-128'000/-7,8%), dem Berner Oberland
(-100'000/-7,3%) und der Zentralschweiz (-98'000/-8,3%). Erfreulicher
das Bild bei der Binnennachfrage, wo sechs der zwölf
Tourismusregionen die Anzahl Logiernächte steigern konnten.
Demgegenüber buchten die Gäste aus dem Ausland in allen
Tourismusregionen weniger Übernachtungen.
Verluste in allen vier Tourismuszonen
Die Logiernächtezahl verringerte sich in allen vier
Tourismuszonen. Die klar stärksten Frequenzeinbussen registrierten
die Bergkurorte (-562'000/-7,7%) und die grossen Städte (Basel, Bern,
Genf, Lausanne und Zürich, total -176'000/-6,5%). Geringer war der
Rückgang in den Seezonen (-106'000/-5,2%) und in den touristisch
weniger relevanten Landesteilen (-63'000/-2,1%).
Auslastung des Angebots
In der Berichtsperiode verschlechterte sich die Auslastung der zur
Verfügung stehenden Betten im landesweiten und saisonalen
Durchschnitt von 39,6% auf 37,5%, während der entsprechende Wert bei
den zur Verfügung stehenden Zimmern auf 44,7% sank (2000/01: 47%).

Kontakt:

Antonio Di Nardo oder Barbara Jeanneret
BFS, Sektion Tourismus
Tel. +41/31/323'66'36 oder 323'63'21

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des
BFS http://www.statistik.admin.ch

Neuerscheinung:
Der detaillierte Bericht «Hotel- und Kurbetriebe in der Schweiz;
Angebot und Nachfrage im Winterhalbjahr 2001/2002» erscheint im
August 2002.

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