Äusserst knappe Ablehnung der Mengensteuerung an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung von Suisseporcs
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Medienmitteilung Suisseporcs
Sempach, 28.5.2026
Äusserst knappe Ablehnung der Mengensteuerung an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung von Suisseporcs
Die Suisseporcs Delegierten trafen sich am 27.5.2026 zur ausserordentlichen Delegiertenversammlung in Olten SO. 108 Delegierte haben an der Versammlung teilgenommen. Der Antrag des Zentralvorstandes wurde nach gut drei Stunden Diskussion zur Abstimmung gebracht. Sie haben bei der Schlussabstimmung die Zweidrittelmehrheit zur Annahme des Konzeptes für einen nachhaltig gesunden Schweinemarkt nur äusserst knapp verpasst.
Ausgangslage
Der Präsident Andreas Bernhard erläuterte die Argumente des Zentralvorstandes zum Konzept «Stilllegung von Zuchtschweineplätzen zur Mengensteuerung» mit folgenden Punkten: Die wesentlichen Abnehmer, welche den grössten Anteil der Schlachtschweine kaufen, haben grosses Interesse an einem gesunden Schweinemarkt mit kleinen Preisschwankungen, sie fordern eine marktgerechte Produktion. Gefordert von den Produzenten sind langfristig kostendeckende und stabile Preise. Der Export von überschüssigem Fleisch wird weder durch den Handel noch durch die Abnehmer finanziert und die Kosten bleiben bei den Produzenten hängen. Zudem ist dies ineffizient und unerklärbar gegenüber der Öffentlichkeit. Die Auswirkungen der Überproduktion sind fatal für die Produzenten, sie bezahlen doppelt: Mit tiefen Produzentenpreisen und einem riesigen Betrag für die Marktentlastungsmassnahmen. Aus diesen Gründen braucht es dringend ein Mittel zur Mengensteuerung. Die Stilllegung von Zuchtsauenplätzen ist der einzige, ausgereifte Vorschlag, der vorliegt. Weitere Überlegungen müssten zukünftig auch bei einer Annahme des Konzeptes gemacht werden.
Knappe Ablehnung des Konzepts der Suisseporcs Delegierten
Der fristgerecht eingereicht Antrag von Martin Wyss wurde zuerst diskutiert, er wurde von einer Mehrheit der Delegierten abgelehnt. Die lange Diskussion war korrekt, aber kontrovers. Bei der Schlussabstimmung zum vorgelegten Reglement wurde dann die benötigte Zweidrittelmehrheit von 72 Stimmen mit 69 Ja- und 39 Nein-Stimmen knapp nicht erreicht. Das Konzept für die Mengensteuerung in Produzentenhand für einen nachhaltig gesunden Schweinemarkts wurde abgelehnt.
Wie geht es weiter?
Knapp Zweidrittel der Delegierten haben signalisiert, dass eine Veränderung im Schweizer Schweinemarkt notwendig ist. Diese Tatsache muss nun bei den weiteren Überlegungen berücksichtigt werden. Der Zentralvorstand wird sich an den kommenden Sitzungen mit dem weiteren Vorgehen befassen.
Einzug Marktentlastung
Die erweiterte Fachkommission Markt entscheidet über die aktuellen Marktentlastungsmassnahmen zur Verhinderung von Tierschutzfällen im Sommer. Der Ausschuss Export sucht Lösungen für die kostengünstigste Entlastung und den effizienten Einsatz der Produzentengelder im Fonds. Bisher wurden in 14 Wochen von den Produzenten CHF 8.2 Mio einbezahlt. Rund CHF 4 Mio wurde in den Export von Fleisch aus dem Tiefkühler investiert. Die Schlachtung von Jagern im In- und Ausland ist in Abklärung. Der Export von Schlachthälften wird bei den aktuell sehr hohen Einstallungen unumgänglich sein.
Fragen & Kontakt:
- Andreas Bernhard, Präsident, andreas.bernhard@suisseporcs.ch
- Stefan Müller, Geschäftsführer Suisseporcs, stefan.mueller@suisseporcs.ch, Tel. direkt: 041 462 65 91