Neue Studie der Universität Liechtenstein: KI prägt den Arbeitsmarkt, Cloud Computing bleibt unverzichtbar
Vaduz (ots)
Künstliche Intelligenz (KI) ist die gefragteste Zukunftstechnologie auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Doch in puncto branchenübergreifender Relevanz führt eine andere Technologie: Cloud Computing. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfassende Datenanalyse der Professur für Technologie und Innovation der Universität Liechtenstein.
Die Forschenden Marie Scheuffele und Prof. Dr. Leo Brecht untersuchten über eine Million Stellenanzeigen aus der Schweiz (genau 1'079'079) aus dem Zeitraum September bis Dezember 2024. Ziel war es, herauszufinden, in welche technologischen Fähigkeiten Unternehmen tatsächlich investieren.
KI dominiert die Nachfrage
Die Analyse der Suchbegriffe zeigt ein klares Bild: Künstliche Intelligenz (inklusive der Abkürzung AI) führt mit 438 Erwähnungen in einem zukunftsorientierten Kontext deutlich vor anderen Technologien. Automation folgt mit 320 Treffern, Machine Learning mit 234.
"Die Ergebnisse zeigen, dass KI nicht nur ein gesellschaftliches Diskussionsthema ist, sondern dass Schweizer Unternehmen gezielt Personal aufbauen, um diese Technologie strategisch zu nutzen", erklärt Marie Scheuffele, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mitautorin der Studie. Nischen-Technologien wie Drohnen, Smart Devices oder Nanotechnologie spielen hingegen auf dem breiten Arbeitsmarkt kaum eine Rolle.
Cloud Computing: Der stille Gewinner
Die Forschenden analysierten nicht nur die Häufigkeit von Schlagwörtern, sondern auch die "Robustheit" einer Technologie - also ihre Nachfrage über verschiedene Branchen hinweg. Das Ergebnis überrascht: Obwohl Cloud Computing bei den Nennungen nur im Mittelfeld liegt, zeigt es mit einem Entropie-Wert von 2,67 die höchste branchenübergreifende Relevanz aller untersuchten Technologien. "Cloud Computing mag weniger im Fokus der Rekrutierung stehen als KI, doch seine breite Anwendung über alle Industrien hinweg macht es zu einer unverzichtbaren Schlüsseltechnologie für die Schweizer Wirtschaft", betont Prof. Dr. Leo Brecht.
Forschungsmethodik am Puls der Zeit
Für die Analyse nutzten die Forschenden modernste Technologien: Sie kombinierten automatisierte Textanalysen (Natural Language Processing) mit dem KI-Modell ChatGPT-4o, um strategisch relevante Trends aus den Anzeigentexten zu filtern.
Die vollständige Studie "Future-Relevant Technologies for Switzerland" erschien im "Swiss Journal of Business".
Die Top 10 der Zukunftstechnologien auf dem Schweizer Arbeitsmarkt
Datengrundlage: Analyse von 1.079.079 Schweizer Stellenanzeigen (Sept. - Dez. 2024) durch die Universität Liechtenstein.
Top 10 nach absoluter Nachfrage
Dieses Ranking zeigt, welche Technologien aktuell am intensivsten gesucht werden. Es basiert auf der reinen Häufigkeit, mit der ein Begriff im zukunftsorientierten Kontext in den Inseraten gefordert wird.
- Künstliche Intelligenz (AI): 438 Nennungen
- Automatisierung (Automation): 320 Nennungen
- Machine Learning (ML): 234 Nennungen
- Cybersecurity: 101 Nennungen
- Robotik (Robot): 99 Nennungen
- Biotechnologie: 84 Nennungen
- Big Data: 59 Nennungen
- Cloud Computing: 52 Nennungen Blockchain: 52 Nennungen
- Internet of Things (IoT): 45 Nennungen
Top 10 nach branchenübergreifender Relevanz
Dieses Ranking bewertet die strategische Verankerung in der Wirtschaft. Der angewendete Index (Entropie-Wert) misst, wie breit und gleichmässig die Nachfrage über verschiedenste Wirtschaftsbranchen hinweg verteilt ist. Ein hoher Wert signalisiert, dass es sich um eine universell einsetzbare Schlüsseltechnologie handelt.
- Cloud Computing: 2.67 (Spitzenwert für höchste branchenübergreifende Relevanz)
- Künstliche Intelligenz (AI): 2.39
- Machine Learning (ML): 2.38
- Automatisierung (Automation): 2.32
- Big Data: 2.28
- Cybersecurity: 2.04
- Internet of Things (IoT): 1.92
- Robotik (Robot): 1.84
- Natural Language Processing (NLP): 1.81
- Blockchain: 1.75
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Patrik Schädler
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