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Studie "Risiken in der Verkehrswirtschaft": Defizite bei strategischen Risiken

Frankfurt am Main (ots)

- Logistikbranche ist einem hohem Veränderungsdruck ausgesetzt
   - Große Diskrepanz zwischen strategischen Zielen des
Risikomanagements und operativer Umsetzung
Für Risikomanager von Transport- und Logistikunternehmen stehen 
strategische Risiken ganz oben auf der Prioritätenliste. Doch nur 
wenige Unternehmen gehen diese Risken aktiv an. Noch immer 
konzentrieren sie sich fast ausschließlich auf klassische 
Versicherungsprogramme sowie operative Verbesserungen des 
Risikomanagements. Dies zeigt eine aktuelle Studie des 
Industrieversicherungsmaklers Marsh. Die wichtigsten Risiken der 
europäischen Logistikbranche liegen laut der Studie im Betrieb, in 
Verträgen, neuen Gesetzen und möglichen Katastrophen. Strategisches 
Risikomanagement ist entscheidend, um in Zukunft erfolgreich zu sein.
Die Experten von Marsh Risk Consulting analysieren Risiken gesamthaft
und schaffen Voraussetzungen, um Chancen und Gefahren gezielt zu 
betrachten und so die Effizienz zu steigern.
Mit der Zeit ändert sich das Risikoprofil in jeder Branche. Doch 
Transport- und Logistikunternehmen hatten in den vergangenen Jahren 
außergewöhnliche Veränderungen zu verkraften. Vor allem die 
Komplexität der Unternehmensrisiken stieg durch neue gesetzliche 
Bestimmungen bei Umweltschutz, Arbeitsrecht, Terrorabwehr, 
Gesundheitsschutz und Sicherheit wesentlich. Zudem erhöhten sich die 
Risiken durch umfangreicher gewordene Vertragswerke und neue 
Haftungsklauseln. Mit zunehmender Internationalisierung der 
Wirtschaft werden selbst mittelständische Transportunternehmen mehr 
und mehr in internationale Lieferketten eingebunden, woraus sich 
zusätzliche Risiken ergeben. Diese Veränderungen schufen und schaffen
weiterhin Handlungsbedarf in der Branche. In allen mittleren und 
größeren Transport- und Logistikunternehmen gibt es heute ein über 
die gesetzlichen Vorgaben hinaus wirkendes Risikomanagement, dessen 
Ziel auch in der Kostenkontrolle liegt.
In einer qualitativen und quantitativen Umfrage führte ein von 
Marsh beauftragtes Marktforschungsinstitut 60 Interviews mit 
Risikoexperten von Transport- und Logistikunternehmen in 
Großbritannien, Frankreich und Deutschland durch. Dabei zeigte sich, 
dass die Risikomanager eine hohe Sensibilität gegenüber den 
gestiegenen Risiken ihrer Branche besitzen. Neun von zehn Befragten 
sahen Risikomanagement als geeignetes Instrument an, um die Kosten 
für Versicherungen, Unfälle, Schäden und Forderungsausfälle zu 
verringern.
Strategische Risiken - operative Ziele
Alle befragten Unternehmen betreiben ein aktives Risikomanagement 
mit eindeutigen Schwerpunktsetzungen. Dennoch zeigte sich bei der 
Mehrzahl der Unternehmen eine Diskrepanz zwischen den im Interview 
als vorrangig eingestuften Risiken und den für die nächsten zwölf 
Monate geplanten Maßnahmen.
Die befragten Risikomanager waren sich einig darüber, dass 
Transport- und Logistikunternehmen einer Vielzahl komplexer Risiken 
ausgesetzt sind, die umfassend beherrschbar gemacht werden müssen. 
Übereinstimmend begriffen die befragten Risikomanager betriebliche 
Risiken und Unfälle/Katastrophen als ihre wichtigsten Risiken. Ganz 
oben auf der Liste der Nennungen standen Betriebsunterbrechungen, 
steigende Kraftstoffpreise und Mautgebühren sowie die Notwendigkeit, 
die Mitarbeiter für die Minimierung der Risiken zu sensibilisieren. 
Etwa gleichauf lagen Beschädigungen des Transportguts und Schäden 
durch austretende Gefahrstoffe. Danach folgten strategische Risiken 
wie Bedrohung durch Wettbewerber, Verlust von Großkunden und 
technologischer Wandel sowie Haftungs- und Vertragsrisiken.
Trotz des klaren Bekenntnisses zur Risikobeherrschung wird sich 
die Mehrheit der befragten Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten 
auf allgemeine Verbesserungen des Risikomanagements und auf eine 
effektivere Kostenkontrolle konzentrieren. "Den strategischen 
Risikomanagementansatz, die gefährlichsten Risiken zu identifizieren,
zu quantifizieren und beherrschbar zu machen, verfolgen nur eine 
handvoll Unternehmen," weiß Marc Paasch, Geschäftsführer der Marsh 
Risk Consulting GmbH. "Doch nur so kann ein Unternehmen bewusst 
diejenigen Risiken eingehen, die seine Wettbewerbsfähigkeit und das 
künftige Wachstum stärken."
Kompetenz spezialisierter Berater kaum genutzt
Die Kompetenz von Risikoberatern wird nur selten genutzt. "Einer 
der Gründe, warum Transport- und Logistikunternehmen bisher nur wenig
strategisches Risikomanagement betreiben, liegt sicherlich in ihrem 
tief verwurzelten kurzfristigen Kostendenken," meint Jürgen Spendler,
Leiter des Branchenteams Logistik. "Die Erkenntnis, dass 
Risikomanagement auch einen positiven Beitrag zum Ertrag und zum 
Erkennen neuer Chancen leisten kann, ist bereits im Kopf angekommen, 
aber häufig noch nicht im Unternehmen umgesetzt."
Für die kommenden Jahre sieht Logistik-Experte Spendler vor allem 
in den Auswirkungen der internationalen Finanzkrise Folgen für die 
Logistikbranche. "Bisher konnten die Unternehmen erodierende Margen 
im Transportgeschäft durch immer neue Skalenvorteile auffangen, die 
durch den wachsenden Markt sowie durch immer neue bankenfinanzierte 
Zukäufe entstanden," sagt er. "Mit dem Wegfall einer günstigen 
Akquisitionsfinanzierung werden die Unternehmen der Branche künftig 
stärker auf Rationalisierungsmaßnahmen und eine effektivere 
Risikokontrolle setzen müssen. Dies wird auch für das 
Risikomanagement enorme Auswirkungen haben."
Typische Defizite im Risikomanagement von Transport- und 
   Logistikunternehmen
Vertragsmanagement: Das Risikomanagement von Logistikunternehmen 
kennt zumeist nur die großen Verträge des Unternehmens. Die Risiken 
aus Verpflichtungen gegenüber kleineren Kunden bleiben ungeprüft. 
Hier steckt ein großes Potenzial an weitgehend unkontrollierten 
Risiken.
Betriebliche Risken: Kann eine vertraglich vereinbarte Leistung 
nicht eingehalten werden, so ist die Folge meist ein Kundenverlust. 
Ein strategisch orientiertes Risikomanagement sollte die sensiblen 
Punkte in der Prozesskette kennen und im Vorfeld Alternativen 
entwickeln.
Rechtliche Risiken: Die Regelungsdichte für Transporte nimmt 
rapide zu und verursacht in der Summe enorme Kosten. Nur wer kommende
Vorschriften kennt, kann sie rechtzeitig einpreisen oder seine Routen
bzw. Transportarten entsprechend verändern.
Strategische Risiken: Je langfristiger aktuelle 
Unternehmensplanungen sind, desto enger müssen sie auf 
Übereinstimmung mit den Prognosen und voraussehbaren Entwicklungen zu
Absatzmärkten, Konjunkturzyklen, Infrastrukturprojekten usw. 
überprüft werden.
Finanzielle Risiken: Ein Drittel der Transport- und 
Logistikunternehmen hatte in den letzten drei Jahren einen größeren 
Verlust zu verkraften. Das Management von Liquiditätsrisiken im 
eigenen Unternehmen und bei Kunden gehört mit zu den wichtigsten 
Zukunftsaufgaben.
Pressekontakt:

Pressekontakt:

Katja Kamphans, Leiterin Marketing & Unternehmenskommunikation
Telefon: (0 69) 66 76-624, katja.kamphans@marsh.com

Pamela Rüdiger, Pressereferentin
Telefon: (0 69) 66 76-620, pamela.ruediger@marsh.com

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