VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
Ständerat sagt Ja zu einem wirksamen Pelzimportverbot
Ständerat sagt Ja zu einem wirksamen Pelzimportverbot
Parlament stellt den Tierschutz über die Interessen der Pelzindustrie
Bern/Zürich, 15. September 2026 – Der Ständerat hat den Weg für ein wirksames Pelzimportverbot frei gemacht. Er hat an seiner heutigen Debatte den indirekten Gegenvorschlag zur Pelz-Initiative beraten und ist dabei der Linie des Nationalrats gefolgt. Damit stellt er sicher, dass tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte künftig nicht durch die Hintertür wieder auf den Schweizer Markt gelangen können.
Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN, die Stiftung für das Tier im Recht (TIR), der Schweizer Tierschutz STS, der Zürcher Tierschutz, Sentience und Animal Rights Switzerland zeigen sich hocherfreut über den wegweisenden Entscheid.
«Heute hat sich die Tierschutzallianz gegen die Interessen der Pelzlobby durchgesetzt. Der Ständerat hat erkannt, dass ein Importverbot nur dann glaubwürdig ist, wenn die Vorschriften für die Definition von tierquälerisch erzeugten Pelzprodukten klar und streng geregelt sind. Wir sind sehr erleichtert, dass er sich für die wirksame Lösung und ein eigenes Zertifizierungssystem des Bundes entschieden hat», sagt Katja Schönenberger, Geschäftsleiterin von VIER PFOTEN in der Schweiz.
Eindeutige Absage an die Pelzlobby
Der vom Ständerat beschlossene Gegenvorschlag sieht vor, dass das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) im Rahmen eines Zertifizierungsprogramms festlegt, welche Methoden der Pelzproduktion als tierquälerisch gelten und vom Importverbot betroffen sind. Im Vorfeld der heutigen Debatte hatte die Pelzindustrie versucht, den Gegenvorschlag abzuschwächen und das vom Bund entwickelte Zertifizierungssystem durch eine Lösung auf Basis angeblicher internationaler Standards zu ersetzen.
Dadurch wäre das Risiko entstanden, dass die Labels der Pelzindustrie als nicht tierquälerisch eingestuft werden, obwohl sie Haltungsbedingungen zulassen, die aus Tierschutzsicht massives Leid verursachen. Entsprechend gelabelte Produkte hätten damit auch weiterhin in die Schweiz importiert werden können. Der Ständerat hat diese Abschwächungen heute jedoch deutlich abgelehnt . Damit setzt die Schweiz weiterhin auf eigene, hohe Tierschutzstandards, statt sich an den Vorgaben der Pelzindustrie zu orientieren.
Breite Unterstützung in der Bevölkerung
Der Entscheid des Ständerats entspricht auch dem Wunsch der Bevölkerung. Eine repräsentative Umfrage von gfs-zürich zeigt, dass 94 Prozent der Schweizer Stimmbevölkerung das vom Bundesrat bereits im Sommer 2024 beschlossene und ab 2029 geltende Pelzimportverbot beibehalten wollen.
Der indirekte Gegenvorschlag ist damit eine wirksame und verhältnismässige Lösung: Er verankert nicht nur das Importverbot gesetzlich, sondern sieht auch ein Handelsverbot sowie wirksame Kontrollen und gesetzliche Strafmassnahmen entlang der ganzen Vertriebskette vor.
Für den Tierschutz ist der heutige Entscheid ein grosser Erfolg. Das Parlament hat sich dafür entschieden, tierquälerisch erzeugte Pelzprodukte konsequent vom Schweizer Markt auszuschliessen und setzt damit ein klares Zeichen gegen die industrielle Pelztierhaltung. Als letzter Schritt dieses langjährigen Prozesses folgt am 2. Oktober die Schlussabstimmung im Parlament.
Über VIER PFOTEN VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heimtiere, sogenannte Nutztiere und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kambodscha, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in 13 Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt. www.vier-pfoten.ch
----------
Fotos
Hochaufgelöste Bilder sind hier herunterladbar.
Fotos dürfen kostenfrei verwendet werden. Sie dürfen nur für die Berichterstattung über diese Medienmitteilung genutzt werden. Für diese Berichterstattung wird eine einfache (nicht-ausschliessliche, nicht übertragbare) und nicht abtretbare Lizenz gewährt. Eine künftige Wiederverwendung der Fotos ist nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung von VIER PFOTEN gestattet.
Copyright siehe Metadaten
Es kommt österreichisches Recht ohne seine Verweisnormen zur Anwendung, Gerichtsstand ist Wien.
Medienkontakt: Oliver Loga Press Manager Schweiz VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz Altstetterstrasse 124 8048 Zürich Tel. +41 43 311 80 90 presse@vier-pfoten.ch www.vier-pfoten.ch
