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Wer ist hier der Sonderfall?

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Zürich (ots)

Mit der neuen Kampagne "Umdenken. Für uns Menschen" dreht Pro Infirmis den Spiess um: Nicht Menschen mit, sondern Menschen ohne Behinderungen erhalten ein Label und sind der "Sonderfall". Die Kampagne ruft dazu auf, umzudenken: Für eine Welt, die von Anfang an für alle statt nur für Menschen ohne Behinderungen gemacht ist.

Eine Person, die im Rollstuhl sitzt, und mit ihren Freunden in ein Restaurant gehen will, hat nicht die Qual der Wahl. Sie muss überprüfen, welche Restaurants überhaupt eine Rampe und ein barrierefreies WC haben. Mit etwas Glück bleiben dann noch zwei übrig.

Das ist nur ein Beispiel von vielen Hindernissen, die Menschen mit Behinderungen heute ausschliessen. Der Inklusionsindex 2026 zeigt nach wie vor: 4 von 5 Menschen mit Behinderungen, fühlen sich stark ausgeschlossen.

Wir finden: Es ist Zeit, umzudenken.

Warum eigentlich? Weil Menschen mit Behinderungen heute in der Gesellschaft zum Sonderfall gemacht werden: Statt die alltägliche Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen, werden Sonderstrukturen geschaffen. Statt die Teilhabe von Anfang mitzudenken, gelten inklusive Lösungen als Extrawurst.

Hier muss ein Umdenken stattfinden: "Inklusion bedeutet nicht, dass man Sonderstrukturen und Sonderlösungen schafft. Denn es geht um Grundbedürfnisse, nicht um eine Extrawurst. Inklusion bedeutet, dass konsequent und von Beginn an für alle Menschen geplant wird", erklärt Felicitas Huggenberger, Direktorin von Pro Infirmis.

Wer ist hier der Sonderfall?

Um dieses Umdenken zu provozieren, verschiebt die Kampagne den "Sonderfall": Statt, wie gewohnt, das Label "mit Behinderungen" vorzufinden, werden auf vier Plakatsujets in der ganzen Schweiz ab 3. August die Menschen "ohne Behinderungen" gekennzeichnet. Und in der Konsequenz wird zum Beispiel auch die Treppe zum Sonderfall, denn sie ist keine Lösung für Menschen, sondern nur eine für Menschen ohne Behinderungen.

Für das, was uns verbindet

Gleichzeitig erzählen die vier Protagonist*innen der Kampagne in den Videos, dass sie keine Sonderlösungen wollen, sondern das gleiche wie Menschen ohne Behinderungen: Selbstbestimmt zu leben, dazugehören und ernst genommen werden als Menschen, so wie sie sind. Und zwar als Teil der Gesellschaft. Als Menschen, und nicht als Sonderfall.

Dafür setzt sich Pro Infirmis ein: Für eine inklusive Gesellschaft, die nicht Sonderstrukturen oder Sonderlösungen erschafft, sondern Teilhabe ermöglicht. Für eine Welt, die von Anfang an für alle Menschen gemacht ist.

Bildmaterial

Über Pro Infirmis

Pro Infirmis setzt sich für eine inklusive Gesellschaft ein, in der Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt, gleichberechtigt und in Würde leben können. Die Organisation bietet Beratung und Dienstleistungen, sensibilisiert Öffentlichkeit und Politik und engagiert sich für gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die Teilhabe für alle ermöglichen.

Pressekontakt:

Lionel Frei, Kommunikation
lionel.frei@proinfirmis.ch, Tel. 079 472 71 42

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