Eigenmietwert weg - dafür neuer politischer Druck aufs Wohneigentum
Zürich (ots)
Am 19. Juni 2026 fanden sich mehr als 400 Verbandsdelegierte sowie Gäste aus Politik, Behörden und Wirtschaft zur 111. Delegiertenversammlung des HEV Schweiz im Zürcher Kongresshaus ein. LDP-Nationalrätin Patricia von Falkenstein (BS) wurde neu in den Vorstand des HEV Schweiz gewählt. Im Vordergrund der Diskussion stand die Abschaffung des Eigenmietwerts und die korrekte, fristgerechte Umsetzung des Systemwechsels bei der Besteuerung von Wohneigentum. Zudem kritisierte HEV-Präsident Gregor Rutz das Bundesamt für Wohnungswesen, das gemäss Medienberichten an einer Studie arbeitet, die untersucht, wie zweckmässig es ist, dass ältere Leute in Einfamilienhäusern wohnen.
2025 war das Jahr des Wohneigentums. An der Volksabstimmung vom 28. September 2025 wurde die Eigenmietwert-Steuer mit 57,7 Prozent Ja-Stimmen abgeschafft. Ein grosser Erfolg: Nicht nur für den im Abstimmungskampf federführenden HEV, sondern vor allem für die Wohneigentümer. Mit Freude nahmen die Delegierten Kenntnis vom Schlussbericht zu den Aktivitäten im Abstimmungsjahr. Die Arbeit dauert indessen noch an: Aktuell koordiniert der HEV Schweiz mit seinen Kantonalverbänden die politischen Arbeiten in den Kantonen, um eine adäquate Umsetzung der neuen Steuerordnung zu gewährleisten. Dies betrifft einerseits die Arbeiten auf Bundesebene zur Umsetzung des Systemwechsels bei der Wohneigentumsbesteuerung. Im Blick befinden sich aber auch die Bestimmungen zur Weiterführung der Steuerabzüge für Umweltschutzmassnahmen und energetische Sanierungen auf kantonaler Ebene.
Während der HEV Schweiz die diesbezügliche Zusammenarbeit mit der Steuerverwaltung als sehr konstruktiv bezeichnete, geriet das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) in die Kritik. Gemäss verschiedenen Medienberichten arbeitet das Bundesamt an einer Studie, die unter dem Deckmantel der Raumplanung eine mögliche Verdichtung der Wohnbevölkerung in Einfamilienhaus-Quartieren untersucht. Die Idee, dass die teilweise nur noch von einer oder zwei Personen bewohnten Liegenschaften sowie unternutzte Bauparzellen durch das Umziehen der heutigen Bewohner für grössere Haushalte freigespielt werden könnten, ist aus rechtsstaatlicher Sicht höchst problematisch. HEV-Präsident Gregor Rutz hat diesbezüglich bei Bundespräsident Guy Parmelin interveniert mit der klaren Aufforderung, diesem bedenklichen Treiben in der Verwaltung Einhalt zu gebieten.
Aus Anlass des 140 Jahr-Jubiläums des Stadtzürcher Verbands fand die Delegiertenversammlung in Zürich statt. Mit Bundesrätin Karin Keller-Sutter und Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh durfte der HEV Schweiz prominente Ehrengäste begrüssen.
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