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Fürstentum Liechtenstein

Prämienanstieg deutlich unter Vorjahresniveau

Vaduz (ots)

Die Prämien in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) steigen im Jahr 2027 moderater als im Vorjahr. Die mittlere Prämie für erwachsene Versicherte erhöht sich gegenüber 2026 um 2.3 Prozent. Im Vorjahr hatte der Anstieg noch 5.1 Prozent betragen.

Das Amt für Gesundheit hat die Prämieneingaben der in Liechtenstein zugelassenen Krankenkassen für das Jahr 2027 zur Kenntnis genommen.

Die durchschnittliche Prämie für Erwachsene mit gesetzlicher Kostenbeteiligung und Unfalldeckung beträgt 2027 CHF 438.45 pro Monat. Im Jahr 2026 lag sie bei CHF 427.13. Die mittlere Prämie unter Berücksichtigung sämtlicher freiwilliger Kostenbeteiligungsvarianten steigt von CHF 385.73 auf CHF 394.51 pro Monat.

Eine Übersicht über die Prämien der in Liechtenstein zugelassenen Krankenkassen ist auf der Website des Amts für Gesundheit abrufbar: www.ag.llv.li.

Arbeitgeberbeitrag steigt auf CHF 184 pro Monat

Mit der Entwicklung der mittleren Prämie erhöht sich auch der Arbeitgeberbeitrag. Dieser entspricht der Hälfte der durchschnittlichen Prämie unter Berücksichtigung der gesetzlichen und freiwilligen Kostenbeteiligungen. Er beträgt im Jahr 2027 CHF 184 pro Monat für Erwachsene (Vorjahresvergleich: +CHF 3.50). Für Jugendliche beläuft sich der Beitrag auf die Hälfte dieses Betrags (+CHF 1.75). Bei Teilzeitbeschäftigten reduziert sich der Arbeitgeberbeitrag entsprechend dem Beschäftigungsgrad.

Kostenentwicklung bleibt eine Herausforderung

Die Gesundheitskosten entwickeln sich weiterhin auf hohem Niveau. Auch für das Jahr 2027 rechnen die Krankenkassen mit steigenden Leistungsausgaben. Die Beurteilung der aktuellen Kostenentwicklung ist derzeit anspruchsvoller als in früheren Jahren. Die Einführung des neuen ambulanten Tarifsystems mit TARDOC und ambulanten Pauschalen sowie teilweise noch ausstehende Abrechnungen erschweren die Vergleichbarkeit mit Vorjahren und die Beurteilung einzelner Leistungsbereiche. Die aktuellen Prämien stützen sich deshalb auf Prognosen in einem Umfeld, das mit grösseren Unsicherheiten verbunden ist als in den vergangenen Jahren. Die Krankenkassen haben diese Rahmenbedingungen bei der Festlegung ihrer Prämien berücksichtigt.

Gleichzeitig verfügen die Krankenkassen weiterhin über ausreichende Reserven. Diese tragen dazu bei, dass die Versicherer auch unter den derzeit anspruchsvolleren Rahmenbedingungen über den notwendigen finanziellen Handlungsspielraum verfügen und Unsicherheiten bei der Kostenentwicklung angemessen berücksichtigen können.

Weiterentwicklung des Gesundheitssystems wird fortgesetzt

Die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen und für die Bevölkerung gut zugänglichen Gesundheitsversorgung bleibt eine zentrale Aufgabe. Neben den laufenden Massnahmen zur Dämpfung des Kostenwachstums arbeiten Regierung und Landtag an der Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen. Dazu gehören auch strukturelle Reformen, welche die langfristige Finanzierbarkeit des Systems stärken, die vorhandenen Mittel möglichst wirksam einsetzen und bestehende Fehlanreize reduzieren sollen. Ziel bleibt es, die hohe Qualität der Gesundheitsversorgung zu erhalten und die Rahmenbedingungen so weiterzuentwickeln, dass die Versorgung auch künftig nachhaltig finanziert werden kann. Dazu plant das Ministerium nach einer erfolgreichen Vernehmlassung für Gesundheit dem Landtag in seiner Dezembersession einen Bericht und Antrag vorzulegen.

Pressekontakt:

Ministerium für Gesellschaft und Justiz
Michael Winkler, Generalsekretär
T +423 236 60 94
michael.winkler@regierung.li

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