Bundesamt für Statistik

Soziokulturelle Unterschiede in der Schweiz 1990-2000

      (ots) - Soziokulturelle Unterschiede in der Schweiz 1990-2000

Bedeutende regionale Disparitäten

    Zwischen 1990 und 2000 ist in der Schweiz der soziale Status gestiegen, die Lebensformen haben sich individualisiert, die Fremdsprachigkeit hat zugenommen und die Alterung ist vorangeschritten. Dieses städtische Entwicklungsmuster ist zunehmend auch in den übrigen Teilen der Schweiz feststellbar. Die regionalen Disparitäten bleiben jedoch erhalten, da sich diese Tendenzen in den Städten ebenfalls verstärken. Dies geht aus einer gemeinsamen Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS) und des Geographischen Institutes der Universität Zürich hervor. Die Bevölkerung weist je nach Wohnort und Siedlungsart einen unterschiedlichen Stand im sozialen Status, in der Individualisierung, in der Sprache und in der Alterung auf. In den Städten findet man den höchsten Status, die meisten individualisierten Lebensformen, die grössten Schwierigkeiten der sprachlichen Integration und die höchste Alterung. Dieses eigentlich städtische Profil hat sich zwischen 1990 und 2000 gesamtschweizerisch ausgebreitet. Da es sich in den Städten selber verstärkt hat, bleiben die soziokulturellen Unterschiede zwischen Stadt, Agglomeration und Land dennoch bestehen. Insbesondere der soziale Status und die Individualisierung haben in allen Regionen gleichermassen zugenommen. Stärkster Statusanstieg in den Agglomerationen Lausanne und Genf Gesamtschweizerisch ist der Status, der anhand des Einkommens, der Bildung und dem Beruf gemessen wird, in den Agglomerationen am höchsten. Den stärksten Statusanstieg zwischen 1990 und 2000 haben die Westschweizer Agglomeration Genf und Lausanne erfahren. Der Statusindex von Genf liegt inzwischen nur noch knapp hinter Zürich (55,9 gegenüber 56,3 Indexpunkten, bei einem schweizerischen Mittelwert von 50). Stadt-Land-Gegensatz insbesondere bei den Lebensformen Die Lebensformen unterscheiden sich vor allem zwischen Stadt und Land. Städte zeigen den höchsten Individualisierungsindex, denn hier finden sich am meisten Lebensformen, die vom traditionellen Familienmodell abweichen wie etwa Einpersonenhaushalte oder Frauen in Haushalten ohne Kinder. Im ländlichen Raum sind die Familienhaushalte am stärksten vertreten, weshalb dort der Individualisierungsindex besonders niedrig ist. Doch auch auf dem Land nehmen die individualisierten Lebensformen zu und zwar noch stärker als in den Städten. Die gesamtschweizerisch beobachtbare Zunahme der Individualisierung lässt sich vor allem auf den Rückgang der traditionellen Familienformen und den Aufschwung der Einpersonenhaushalte zurückführen. Grössere sprachliche Integrationsbarrieren in der Deutschschweiz Personen, die weder die Sprache ihres Wohnortes noch eine der Landessprachen sprechen, sind im Integrationsprozess benachteiligt. Die grössten Sprachbarrieren wurden dabei in der Deutschschweiz festgestellt, obwohl dort der Ausländeranteil geringer ist als in den übrigen Sprachregionen. Die immigrierten Personen stammen in der Deutschschweiz nämlich häufiger aus Ländern ohne sprachliche Verwandtschaft. Der französische und italienische Sprachraum hingegen, beherbergen verhältnismässig mehr Immigranten aus Portugal, Spanien und Italien, welche weniger Schwierigkeiten haben, sich sprachlich zu integrieren. Alterung der Gesellschaft stagniert in den Städten Zwischen 1990 und 2000 ist die Gesellschaft gesamthaft gealtert, regional haben sich die Unterschiede aber verringert. Am stärksten gealtert ist die Gesellschaft in den Agglomerationsgürteln. In den Städten, die immer noch den höchsten Altersindex aufweisen, hat die Alterung der Gesellschaft während dieser Periode stagniert. Städte ziehen nämlich besonders jüngere Bevölkerungsschichten an, die Arbeit oder einen individualisierten Lebensstil suchen.

    Zum sozialen Status, der Individualisierung, der Fremdsprachigkeit und der Alterung sind vier Indizes definiert worden. Sie sind im neuen Bulletin StatEspace,1/2005, in kurzer Form beschrieben. Detaillierte Erklärungen sind in der Studie „Soziokulturelle Unterschiede in der Schweiz – vier Indizes zu räumlichen Disparitäten, 1990-2000“ zu finden.

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Auskunft: Peter Glauser, BFS, Sektion Räumliche Analysen, Tel.: 032 713 62 53

Neuerscheinung: Soziokulturelle Unterschiede in der Schweiz –Vier Indizes zu räumlichen Disparitäten 1990-2000, Bestellnummer: 001-0067. Preis: 17.- (exkl. MWST)

Bulletin StatEspace, Soziokulturelle Unterschiede in der Schweiz – Vier Indizes zu räumlichen Disparitäten, 1990-2000, Bestellnummer: 732-0501. Preis: gratis

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