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Studie belegt: 41 % der Eltern schätzen den Schulweg ihrer Kinder als gefährlich ein

Eine neue, repräsentative Umfrage zeigt: Vier von zehn Eltern von Kindern im Alter von 4 bis 7 Jahren stufen den Schulweg ihrer Kinder als gefährlich ein. Zudem müssen 85 Prozent dieser Kinder eine Strasse mit Tempo 50 oder mehr queren. Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz verlangt von Gemeinden und Kantonen durchgängig sichere Fusswegnetze und tiefere Tempolimiten.

YouGov hat im Auftrag des VCS und des Fonds für Verkehrssicherheit FVS 800 Eltern von vier- bis siebenjährigen Kindern zum Schulweg befragt. Die Studie zeigt, dass Kinder in der Schweiz mehrheitlich zu Fuss zur Schule gehen – nämlich 70 Prozent. Eine bedenkliche Erkenntnis aus der Studie zieht jedoch VCS-Verkehrssicherheits-Experte Michael Rytz: «41 Prozent der Eltern bewerten den Schulweg ihres Kindes als gefährlich. Besonders kritisch sind vielbefahrene Hauptstrassen mit hohen Geschwindigkeiten sowie fehlende oder zu schmale Trottoirs.»

Sechs von sieben Kindern müssten gemäss der Erhebung auf dem Weg in den Kindergarten oder in die Schule mindestens einmal eine Strasse mit Tempo 50 oder sogar noch schnellerem Verkehr überqueren. Schulwege entlang oder über solche Strassen werden von Eltern siebenmal häufiger als sehr gefährlich beurteilt als Wege in verkehrsberuhigten Zonen. In der Westschweiz und im Tessin wird die Sicherheit zudem deutlich schlechter eingeschätzt als in der Deutschschweiz.

Dieses Unsicherheitsgefühl trägt wesentlich dazu bei, dass jedes zweite Kind auf dem Schulweg von erwachsenen Personen begleitet wird. «In der Stadt deutlich häufiger als auf dem Land», stellt Rytz fest. «Zudem fährt jedes vierte Kind regelmässig im Elterntaxi zur Schule – obwohl viele dieser Fahrten distanzmässig gut zu Fuss zu bewältigen wäre, wenn es denn nicht an der Sicherheit fehlte.» Paradox: Ausgerechnet Elterntaxis generieren mehr Verkehr im Umfeld von Schulen und sind damit eine der Gefahrenquellen.

Gemeinden in der Pflicht

Die befragten Eltern erwarten von ihren Gemeinden in erster Linie durchgängig sichere Fusswege, sichere Strassenquerungen sowie tiefere Tempolimits und konsequente Kontrollen. Ein Anliegen, das auch durch den Verfassungsauftrag im Fuss- und Wanderweggesetz gestützt wird.

Als kurzfristig realisierbare Massnahme empfiehlt der VCS den Ausbau von Pedibus-Angeboten, sagt Michael Rytz weiter: « Nachdem sich der Pedibus in der Westschweiz und im Tessin erfolgreich etabliert hat, wird das Konzept nun auch in der Deutschschweiz populär. Es trägt dazu bei, den Schulweg sicherer zu machen, und wird von Gemeinden und Eltern gleichermassen geschätzt.» Kinder, die ihren Schulweg selbständig zu Fuss zurücklegen, seien zudem gesünder, aufmerksamer im Unterricht und erwerben Schritt für Schritt wichtige Verkehrskompetenzen.

Weitere Informationen:

Für weitere Auskünfte stehen zur Verfügung:

  • Mirjam Kopp, Projektleiterin Verkehrssicherheit, 031 328 58 45
  • Medienstelle VCS, 079 708 05 36, medien@verkehrsclub.ch

Analyse: Schulwege in Genf

Der VCS liess in einer detaillierten Untersuchung mehr als 11 000 Fragebögen aus dem Kanton Genf mit Unterstützung der Fondation Modus analysieren. Diese umfangreiche Datengrundlage ermöglicht eine bisher einzigartige Bestandsaufnahme der Schulwege in Genf, bei der die Perspektive der Schulkinder im Zentrum steht.Die Ergebnisse zeigen unter anderem eine deutliche Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Mobilität und den Wünschen der Kinder: 14 % würden gerne mit dem Velo zur Schule fahren, tatsächlich tun dies jedoch nur 4 %. Beim Trottinett sind es 13 % gegenüber derzeit 3 %. Die Studie zeigt zudem, dass das Auto für den Schulweg in ländlich geprägten Genfer Regionen deutlich häufiger genutzt wird (20 %) als in Zentren (7 %).

Weitere Ergebnisse der Genfer Analyse unter diesem Link.

Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz engagiert sich für eine nachhaltige Verkehrspolitik und befürwortet ein optimales Zusammenspiel der verschiedenen Verkehrsträger. Mit 85 000 Mitgliedern ist der VCS schweizweit der grösste Verkehrsverband, der sich für eine nachhaltige Mobilität einsetzt.
Weitere Informationen:  www.verkehrsclub.ch
VCS Verkehrs-Club der Schweiz | Aarbergergasse 61 | Postfach | 3001 Bern
Medienstelle 079 708 05 36 |  medien@verkehrsclub.ch
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