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Erdbeben in der Türkei
in Syrien: Handicap International und 34 NGOs fordern ungehinderten Zugang und eine deutliche Aufstockung der humanitären Hilfe in Syrien

Genf (ots)

Am 13. Februar waren laut Zivilschutzbehörden nur 5 % der betroffenen Orte im Nordwesten Syriens von Such- und Rettungsteams erfasst. Handicap International und 34 NGOs plädieren daher für einen besseren Zugang zu den am stärksten betroffenen Gebieten und für eine sofortige Aufstockung der humanitären Hilfe.

"Zusammen mit unseren Partnern in Syrien haben wir insgesamt 200 Personen vor Ort. Davon haben 45 Rehabilitationsspezialisten und 17 Spezialisten für Prothesen und Orthesen bereits begonnen, auf den Notfall zu reagieren. Mehr als 50 Spezialisten für psychische und psychosoziale Gesundheit stehen bereit, um den Opfern zu helfen. Die Teams werden in den nächsten Tagen erweitert", erklärt Myriam Abord-Hugon, Leiterin der Programme von Handicap International (HI) in Syrien.

Interview auf Anfrage mit Myriam Abord-Hugon in Amman (auf Französisch).

Der Appell von HI und 34 internationalen und syrischen NGOs

Eine Woche nach dem Erdbeben können die lokalen Such- und Rettungsteams in Syrien aufgrund fehlender Ausrüstung nur gerade in 5 % der betroffenen Gebiete im Nordwesten Syriens arbeiten. Mögliche Überlebende, die unter den Trümmern der verbleibenden 95 % verschüttet sind, können nicht rechtzeitig gerettet werden.

In Syrien tätige NGO, darunter auch HI, fordern eine Verstärkung der humanitären Hilfe und sofortige Massnahmen für die vom Erdbeben betroffenen Menschen. Die humanitäre Reaktion muss sich dem Ausmass der Katastrophe anpassen.

Die Reaktion von HI im Nordwesten Syriens

  • HI und seine Partner konnten seit Montag, dem 6. Februar, bereits 1300 Menschen zu Rehabilitationssitzungen und 1000 Menschen zu psychosozialer Unterstützung verhelfen.
  • Die Organisation unterstützt 13 Spitäler und hat bereits mehr als 150 Mobilitätshilfen wie Ellbogenkrücken, Gehstöcke, Dreifuss-Gehstöcke, Gehgestelle usw. bereitgestellt.
  • Die Teams von HI und seinen Partnern sind bereits in der Lage, in den 13 Partnerspitälern täglich Dutzenden von Verletzten Notfallrehabilitationssitzungen zu bieten.
  • HI ermöglicht den Menschen in diesen Spitälern auch psychosoziale Unterstützung.
  • Viele Verletzte werden langfristig eine Rehabilitation benötigen, um bleibende Behinderungen zu vermeiden.

Schlüsselzahlen zu Syrien

  • Die UNO schätzt, dass in ganz Syrien mehr als 6500 Menschen getötet und 10'000 verletzt wurden. Die Zahl der Toten könnte sich überdies noch verdoppeln.
  • Syrien ist durch 12 Jahre Krieg und massive Bombardierungen verwüstet, wobei im Nordwesten und Nordosten regelmässig Zivilisten getötet und verletzt werden.
  • Zwischen 100'000 und 300'000 Kriegsmunitionsreste sind in Syrien nicht explodiert, was eine aktive Bedrohung für die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten darstellt.[1]

Fokus auf den Nordwesten Syriens, das am schwersten betroffene Gebiet:

  • Betrifft fünf Gouvernements: Idlib, Aleppo, Hama, Latakia und Tartus.
  • In Aleppo, Hama, Latakia, Homs, Tartus und Idlib sind bis zu 4,5 Millionen Menschen betroffen.
  • Mehr als 200 Schulen wurden beschädigt.
  • Laut UNO sind bis zu 5,3 Millionen Menschen obdachlos.
  • Spitäler und medizinische Zentren sind überlastet, insbesondere jene mit einer begrenzten Anzahl von Betten in der Allgemeinmedizin, Chirurgie und auf Intensivstationen (ICUs).
  • Grosse Stromausfälle führten zu Treibstoffmangel in Spitälern.
  • HI ist besorgt über die Schäden an den Wasserversorgungssystemen, insbesondere im Hinblick auf Cholera.
  • Das Erdbeben schwächt die Region noch weiter, die nach 12 Jahren Krieg bereits in einer tiefen humanitären Krise steckt. 4,1 Millionen Menschen sind bereits von humanitärer Hilfe und der grenzüberschreitenden Unterstützung durch die UNO abhängig, die vom UN-Sicherheitsrat autorisiert wurde

Interview auf Anfrage mit Myriam Abord-Hugon, Leiterin der HI-Programme in Syrien, in Amman (auf Französisch).

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Über HI

HI ist eine internationale, unabhängige, gemeinnützige Organisation, die seit fast 40 Jahren in Situationen von Armut und sozialer Ausgrenzung, von Konflikten und Katastrophen interveniert. Sie unterstützt Menschen mit Behinderung und andere besonders hilfsbedürftige Menschen, damit ihre grundlegenden Bedürfnisse gedeckt werden, sich ihre Lebensbedingungen verbessern und ihre Grundrechte besser respektiert werden.

Seit ihrer Gründung 1982 setzt sich HI in ca. 60 Ländern mit Entwicklungsprogrammen ein und interveniert in unzähligen Notsituationen.

In Genf symbolisiert der Broken Chair unseren Kampf gegen Explosivwaffen und die Gewalt, die der Bevölkerung in bewaffneten Konflikten zugefügt wird. Das von Daniel Berset im Auftrag von unser Organisation geschaffene und vor den Vereinten Nationen installierte Denkmal ist eine Mahnung an die internationale Gemeinschaft. Es erinnert die Staaten an ihre Verpflichtungen zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts und zum Schutz der Zivilbevölkerung vor dem Einsatz von Explosivwaffen in bewohnten Gebieten.

[1] https://storymaps.arcgis.com/stories/41d3dcd5c2b3451795d6c4bdf0ca46f6

Pressekontakt:

Pauline Wilhelm
Handicap International Schweiz
Medien- und Kommunikationsbeauftragte
Avenue de la Paix 11 - 1202 Genf
022 710 93 36
p.wilhelm@hi.org
www.handicap-international.ch

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