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Schieder Möbel stellt Antrag auf Insolvenz

Schieder-Schwalenberg (ots)

- Überschuldung aufgrund von aufgedeckten Bilanzmanipulationen    
   - Ausgedehnte Verhandlungen mit Kreditgebern und Gläubigern 
     gescheitert
Die Schieder Möbel Holding GmbH, Europas größter Möbelhersteller, 
stellt heute Nachmittag beim Amtsgericht Detmold Antrag auf 
Insolvenz. Die intensiven Verhandlungen der letzten zweieinhalb 
Wochen mit Kreditgebern und potentiellen Investoren zur Abwendung der
Überschuldung und Illiquidität sind gescheitert. Damit ist die 
Geschäftsführung der Schieder Möbel Holding GmbH verpflichtet, 
unverzüglich einen Insolvenzantrag zu stellen. Die Mitarbeiter 
erhalten nun für drei Monate ihr Gehalt in Form von Insolvenzausfall 
von der Bundesagentur für Arbeit.
Die profitablen Tochtergesellschaften der Schieder Möbel Holding 
GmbH in der Schweiz, Liechtenstein, Italien und Bosnien-Herzigowina 
sind von dem heute gestellten Insolvenzantrag nicht betroffen. Diese 
sind seit vielen Jahren operativ und finanziell von Schieder Möbel 
Holding GmbH unabhängig.
"Wir haben in den vergangenen Wochen alles dafür getan, mit den 
Kreditgebern und Gläubigern zu einer Einigung zu gelangen um eine 
Insolvenz zu verhindern", sagte Dr. Ulrich Wlecke, Geschäftsführer 
der Restrukturierungsberatung Alix Partners und seit Mitte Mai 
Interim-Geschäftsführer der Schieder Möbel Holding GmbH. "Wir 
bedauern, diesen Schritt nun gehen zu müssen und bedanken uns bei 
allen Mitarbeitern für Ihr unermüdliches Engagement und allen 
Beteiligten, die in den vergangenen Wochen gemeinsam mit uns nach 
einer Lösung gesucht haben."
Die Restrukturierungsexperten von Alix Partners hatten in den 
vergangenen Wochen gemeinsam mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 
PricewaterhouseCoopers die Finanzlage der Schieder Holding und ihrer 
rund 80 Tochtergesellschaften durchleuchtet. Dabei wurde 
festgestellt, dass allem Anschein nach bei Schieder über Jahre 
Positionen in der Bilanz falsch dargestellt wurden. Die 
Strafermittlungsbehörden ermitteln in diesem Zusammenhang und hatten 
bereits am 4. Juni vier ehemalige Schieder-Manager unter dem Verdacht
der Bilanzmanipulation festgenommen.
"Die in den vergangenen Wochen bekannt gewordenen 
Bilanzmanipulationen haben uns alle schockiert und die Verhandlungen 
erheblich erschwert", betonte Wlecke. Aufgrund der umfangreichen 
Bilanzmanipulationen war Schieder akut in Überschuldung geraten.
Das Schieder Management ist bemüht, gemeinsam mit dem vorläufigen 
Insolvenzverwalter, eine langfristige Lösung für die 
Unternehmensgruppe zu finden. Zunächst geht es jetzt darum, den 
Betrieb aufrechtzuerhalten, die vorhandenen Aufträge zu produzieren 
und auszuliefern.
Die Mitarbeiter wurden heute in einer Betriebsversammlung über den
derzeitigen Stand bei Schieder informiert. Nächste Woche werden 
weitere Gespräche mit dem Betriebsrat geführt.
Über Schieder
Schieder Europas größtes Möbelunternehmen. Schieder ist 
Marktführer im deutschsprachigen und mitteleuropäischen Raum und 
produziert an mehr als 40 Standorten, vor allem in Deutschland und 
Polen. Schieder hat mehr als 11.000 Mitarbeiter und über 5.000 Kunden
in 60 Ländern.
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Wolfgang Weber-Thedy
Weber-Thedy, Corporate & Financial Communications
Zeltweg 25, CH-8032 Zürich, Schweiz
Tel.: +41 44 266 15 86
Email: Wolfgang.Weber-Thedy@Weber-Thedy.com