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Nicht tolerierbare Einmischung der Nationalbank in die Lohnverhandlungen

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Bern (ots)

- Hinweis: Hintergrundinformationen können kostenlos im pdf-Format
     unter http://presseportal.ch/de/pm/100003695 heruntergeladen 
   werden -
Die Schweizer Arbeitgeber haben in den letzten Jahren den 
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ihren Anteil am Aufschwung 
vorenthalten. Nun geben ihnen für die bevorstehende Lohnrunde 
hoch-bezahlte Vertreter insbesondere aus der Nationalbank (Mitglied 
des SNB-Direktoriums Thomas Jordan in der "NZZ am Sonntag"), aber 
auch aus der Verwaltung (Seco-Chef Jean-Daniel Gerber im "Sonntag") 
noch Schützenhilfe bei dieser verfehlten Lohnpolitik. SNB-Direktor 
Jordan droht den Sozialpartnern sogar, bei einem vollen 
Teuerungsausgleich bei den Löhnen eine restriktivere Geldpolitik zu 
machen und damit mehr Arbeitslosigkeit in Kauf zu nehmen. Diese 
Drohungen und diese Einmischung in die Lohnverhandlungen sind für die
Schweizer Gewerkschaften nicht nur nicht tolerierbar, sondern sie 
basieren auch auf einer falschen Analyse der wirtschaftlichen 
Ausgangslage.
Lohnverhandlungen in der Schweiz sind Sache der Sozialpartner. Die
Behörden haben sich hier nicht einzumischen. Wenn sich die Behörden 
aber Sorgen um die Teuerung in der Schweiz machen, müssen sie die 
Arbeitgeber in die Pflicht nehmen. Denn diese machen die Preise, 
nicht die Arbeitnehmenden.
Für die Schweizer Gewerkschaften ist der Teuerungsausgleich nicht 
verhandelbar. Die höheren Le-benshaltungskosten müssen durch 
Lohnerhöhungen ausgeglichen werden. In den kommenden 
Lohnverhandlungen werden sogar substantielle Reallohnerhöhungen 
möglich sein, ohne dass höhere Preise die Folge sind. Warum?
1.	Die Löhne haben in den Aufschwungjahren seit 2004 nicht mit der
steigenden Produktivität der Beschäftigten in der Schweiz 
mitgehalten. Davon profitiert haben die Arbeitgeber. Weil sie den 
Belegschaften ihren Anteil am Aufschwung nicht gewährt haben, konnten
sie ihre Margen deutlich ausweiten. Eine Lohnerhöhung in diesem 
Herbst könnten die Arbeitgeber problemlos bezahlen, ohne dass sie 
deshalb ihre Preise erhöhen müssten. Einzig die Margen würden sich 
wieder normalisieren.
2.	Die Preise werden von Arbeitgebern gemacht. Wer sich Sorgen um 
die hohen Preise in der Schweiz macht, muss bei den Arbeitgebern den 
Druck ansetzen und nicht bei den Arbeitnehmenden. Die Arbeitgeber 
haben in den letzten Jahren ihre Preise deutlich erhöht. Während die 
Konsumentenpreise beispielsweise 2006 und 2007 um 1,1 bzw. 07 Prozent
gestiegen sind, er-höhten die Unternehmen ihre Produzentenpreise im 
Inland um 2,7 bzw. 2,5 Prozent. Die Schweizer Arbeitgeber haben 
insbesondere davon profitiert, dass die Preise für importierte 
Kon-sumgüter viel weniger stark gestiegen sind, als die Preise für 
Produkte, die in der Schweiz produ-ziert wurden. Selbst Firmen, 
welche die Teuerung voll ausgeglichen haben, haben ihre Margen durch 
Preiserhöhungen für ihre Produkte deutlich ausweiten können.
3.	Zahlreiche Unternehmen und Branchen in der Schweiz profitieren 
vom höheren Ölpreis. Das sind Rohstoffhändler, Industriefirmen, das 
Baugewerbe, der öffentliche Verkehr etc. Wer verliert, sind die 
Konsumentinnen und Konsumenten bzw. die Arbeitnehmenden, die mehr für
Heizung und Verkehr bezahlen müssen. Diese Verluste müssen 
ausgeglichen werden.

Kontakt:

Daniel Lampart, Tel. 079-205 69 11

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