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Umweltministertreffen in Potsdam: Schutz vor Naturgefahren soll verbessert werden

Bern (ots)

Um den Schutz vor Naturgefahren in den Alpen zu
verbessern, wollen die Schweiz, Deutschland, Österreich und 
Liechtenstein ihre Zusammenarbeit intensivieren. Darauf einigten 
sich die Umweltminister der vier Alpenstaaten bei einem Treffen am 
Donnerstag in Potsdam. Trotz der Anstrengungen zum Klimaschutz muss 
sich die Alpen-Region darauf einstellen, dass Naturkatastrophen 
immer häufiger werden. Aus diesem Grund muss die weltweite Erwärmung 
begrenzt werden. Dem Ausbau der erneuerbaren Energien kommt dabei 
eine zentrale Bedeutung zu. Beim Vierertreffen standen denn auch die 
Themen Klimaschutz, erneuerbare Energien, verkehrpolitische Aspekte, 
Artenvielfalt und Chemikalienpolitik auf dem Programm.
An dem traditionellen Treffen der vier deutschsprachigen 
Umweltminister nahmen auf Einladung des deutschen 
Bundesumweltministers Jürgen Trittin Moritz Leuenberger, Josef Pröll 
(Österreich) und Alois Ospelt (Liechtenstein) teil. Sie betonten, 
dass der Aufbau eines grenzüberschreitenden Netzwerkes einen 
wichtigen Beitrag zur wirksamen Vorsorge und Abwehr der Gefahren von 
Naturkatastrophen leisten wird. Das Netzwerk soll bestehen aus 
Entscheidungsträgern in Behörden, Fachexperten und Wissenschaftern.
Wegen des besorgniserregenden Abschmelzens der Gletscher sprachen 
sich die vier Minister für weitere ehrgeizige Schritte beim 
Klimaschutz aus, denn nach einem Bericht der Europäischen 
Umweltagentur ziehen sich die Gletscher in acht von neun 
Gletscherregionen Europas zurück. In den Schweizer Alpen werden bis 
2050 vermutlich drei Viertel verschwunden sein. Um dem Klimawandel 
begegnen zu können, muss als erster wichtiger Schritt 
schnellstmöglich das Kyoto-Protokoll in Kraft gesetzt werden. Die 
Minister appellierten an Russland, das Protokoll zu ratifizieren, 
damit es endlich in Kraft treten kann. Als zusätzlichen wichtigen 
Schritt in der Klimapolitik sprechen sich die vier Minister für die 
Beibehaltung emissionsabhängiger Landegebühren aus und setzen sich 
dafür ein, dass ein entsprechenden Antrag zur Aufhebung dieser 
Gebühren an der nächsten Konferenz der Internationalen 
Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) in Montreal Ende September 
abgelehnt wird.
Die Minister hatten zudem einen Meinungs- und Erfahrungsaustausch 
über die Schädlichkeit von Russpartikeln. Sie waren sich einig, dass 
insbesondere die Emissionen von Baumaschinen in diesem Zusammenhang 
Anlass zur Sorge geben.
Betreffend erneuerbarerer Energien haben die Minister auf die 
Bonner Konferenz von Anfang Juni verwiesen. Diese Konferenz zeigte, 
dass der Einsatz erneuerbarer Energien bei uns, insbesondere aber 
auch in Entwicklungsländern notwendig ist, damit diese ihren 
Energiebedarf decken können und weniger abhängig sind von Erdöl 
sind. Weiter hielten die Minister fest, dass Unternehmen, die 
frühzeitig in Technologien der erneuerbaren Energien investieren, 
langfristig wirtschaftliche Erfolge erzielen werden.
Grenzüberschreitende Probleme im Bereich Gentechnologie: Schweiz 
lädt zu Expertentreffen
Schliesslich wurde am Umweltministertreffen in Potsdam die 
Problematik der unterschiedlichen Gesetze zur Gentechnologie in den 
vier Ländern diskutiert, so wie die Schweiz dies gewünscht hatte. 
Die Minister einigten sich darauf, für grenzüberschreitende Probleme 
(z.B. Pollenflug) eine gemeinsame Lösung zu finden. Die Schweiz wird 
zu einem entsprechenden Expertentreffen einladen.
Bern, 16. September 2004
UVEK Eidgenössisches Departement für
Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation
Presse- und Informationsdienst
Auskünfte: 
Botschafter Beat Nobs, BUWAL, Chef Abteilung Internationales, Tel. 
079 687 11 68

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