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Ausschuss für Finanzmarktstabilität diskutiert Risiken im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine

Vaduz (ots)

Der Ausschuss für Finanzmarktstabilität (AFMS) hat in seiner 12. Sitzung am 28. März 2022 die aktuelle Risikolage erörtert und die relevanten Finanzstabilitätsrisiken - sowohl im Inland als auch auf internationaler Ebene - im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine diskutiert.

Die direkten Verflechtungen der liechtensteinischen Real- und Finanzwirtschaft mit den sanktionierten Ländern sind sehr begrenzt. Die liechtensteinische Volkswirtschaft wird aber von den indirekten Auswirkungen - insbesondere dem starken Anstieg der Rohstoffpreise sowie der hohen Unsicherheit - erheblich getroffen. Dieser Krieg und seine weitreichenden Auswirkungen wirken auf die Weltwirtschaft zu einem Zeitpunkt, an dem die Erholung von der zweijährigen Pandemie noch nicht abgeschlossen ist. Bereits vor Ausbruch des Krieges wurden dies- und jenseits des Atlantiks u.a. durch Lieferengpässe und steigende Energiepreise die höchsten Inflationsraten seit etwa 40 Jahren verzeichnet.

Die Invasion der Russischen Föderation löst einen zusätzlichen Preisschock aus, durch den Anstieg der Inflation wird die Kaufkraft und damit auch das Wachstum negativ beeinflusst. Kurzfristig sind weitere Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht unwahrscheinlich, auch die Risikoprämien könnten in einem Umfeld steigender Zinsen und schwächelnder Aktienmärkte weiter ansteigen.

Mittelfristig ist mit erheblichen realwirtschaftlichen Auswirkungen zu rechnen, welche wiederum negative Zweitrundeneffekte auch im Finanzsektor auslösen können. Vor diesem Hintergrund müssen die Entwicklungen in Bezug auf die Finanzstabilität genau beobachtet werden.

Die Risikoexposition des liechtensteinischen Finanzsektors gegenüber den betroffenen Ländern ist aufgrund der sehr begrenzten direkten Verflechtung überschaubar. Angesichts der ausgezeichneten Kapital- und Liquiditätsindikatoren ist der liechtensteinische Bankensektor auch gut für die mittel- und langfristigen Herausforderungen gerüstet. Trotzdem ist im unsicheren globalen politischen Umfeld, das wir derzeit erleben müssen, besondere Vorsicht geboten. Die FMA und der AFMS werden die weiteren Entwicklungen daher genau verfolgen und entsprechende Massnahmen vorschlagen, falls dies als notwendig erachtet wird.

Keine Aktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers

Von einer inländischen Perspektive fiel das BIP-Wachstum im Pandemiejahr 2020 schwächer aus, als dies zuvor erwartet worden war. Vor diesem Hintergrund verschlechtern sich verschiedene Indikatoren, die relativ zum BIP gemessen werden. Die neuesten Daten zur Kalibrierung des antizyklischen Kapitalpuffers bilden die Verschlechterung der Indikatoren, insbesondere in Bezug auf die Verschuldungsquote des privaten nichtfinanziellen Sektors, entsprechend ab. Während der AFMS die steigenden zyklischen Risiken zur Kenntnis nahm, wurde vor dem Hintergrund der unsicheren Datenlage, der nur leicht positiven Kreditlücke sowie des nach wie vor moderaten Hypothekarwachstums der antizyklische Kapitalpuffer unverändert bei einer Quote von 0% des Gesamtrisikobetrags belassen.

Informationen zum AFMS

Der Ausschuss für Finanzmarktstabilität ist das zentrale Gremium der makroprudenziellen Aufsicht in Liechtenstein. Seine Aufgabe besteht darin, den identifizierten Systemrisiken mit effizienten makroprudenziellen Instrumenten, Empfehlungen und Risikohinweisen entgegenzuwirken, um die Finanzmarktstabilität in Liechtenstein zu stärken. Die Mitglieder des AFMS werden von der FMA sowie dem Ministerium für Präsidiales und Finanzen in den Ausschuss entsendet.

Pressekontakt:

Ausschuss für Finanzmarktstabilität
Simon Biedermann, Vorsitzender
T +423 236 64 47

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