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ikr: Gemeinsam gegen illegale Arzneimittelimporte

Vaduz (ots/ikr) -

Der Import von Arzneimitteln ist in der Schweiz und Liechtenstein streng reguliert. Aus guten Gründen: Nicht den Qualitätsanforderungen entsprechende Medikamente aus unsicheren Quellen gefährden die Gesundheit oder sogar das Leben.

Um die Bevölkerung vor illegalen Machenschaften zu schützen, fand die Aktionswoche "PANGEA VII" statt, bei der auch das Amt für Gesundheit in Kooperation mit dem Schweizerischen Zoll, dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic und Antidoping Schweiz mitwirkte. Dieses Jahr wurden über 120 illegale Arzneimittelsendungen aus dem Ausland beschlagnahmt.

Im Rahmen von PANGEA werden Arzneimittelsendungen aus dem Ausland jedes Jahr eine Woche lang systematisch kontrolliert. An Flughäfen und in Postzentren überprüfen die Behörden weltweit verdächtige Postsendungen. Sie beschlagnahmen Pakete und schliessen illegale Webseiten. Auch Hausdurchsuchungen und Verhaftungen finden statt. 100 Länder beteiligten sich zwischen 13. und 20. Mai an der von Interpol und anderen Organisationen koordinierten Operation.

Gefährliche Kopien

In der Schweiz öffneten Mitarbeitende des Zolls mehr als 1'200 Pakete mit Arzneimitteln. Die Empfänger der geprüften und freigegebenen Sendungen erhielten ein Informationsschreiben mit Warnhinweisen darauf, dass Tabletten und Kapseln mit unbekannter Herkunft zu viel, zu wenig oder überhaupt keine Wirkstoffe enthalten können. Im schlimmsten Fall enthalten Medikamentenkopien giftige Inhaltsstoffe mit hohen Risiken für die Gesundheit.

Die Expertinnen und Experten von Swissmedic und Antidoping Schweiz beschlagnahmten zusammen mit den Kolleginnen des Amtes für Gesundheit 111 Sendungen mit besonders gesundheitsgefährdenden Arzneimitteln und 14 Sendungen mit verbotenen leistungsfördernden Substanzen.

Swissmedic setzte den Kontrollschwerpunkt auf betäubungsmittelhaltige Arzneimittel. In letzter Zeit wurde eine Zunahme illegaler Importe missbrauchsgefährdender Schlafmittel beobachtet. 34 der während der Aktion beschlagnahmten Sendungen enthielten Betäubungsmittel. Besonders wenn Schlafmittel mit anderen Medikamenten eingenommen werden, können die Wechselwirkungen extrem stark und gesundheitsschädigend sein.

Zusätzlich veranlasste Swissmedic die Schliessung von Schweizer Internetseiten, die illegal Arzneimittel angeboten hatten. Auf Web-Auktionsplattformen wurden nach Intervention von Swissmedic Angebote entfernt. Im Vergleich zur letztjährigen Aktion wurden weniger Internetangebote aus der Schweiz identifiziert. Swissmedic überwacht Internetangebote aus der Schweiz seit einiger Zeit regelmässig.

Sparen beim Medikamentenkauf kann teuer sein

Die illegalen Arzneimittel kamen vor allem aus Indien, China oder aus europäischen Ländern, in denen die Waren umgepackt werden, um die Herkunft zu verschleiern. Die meisten beschlagnahmten Dopingsubstanzen wurden aus Griechenland verschickt. Die kriminellen Täter sind skrupellos international vernetzt.

Gegen die Empfängerinnen und Empfänger der beschlagnahmten Sendungen wird ein Verwaltungsverfahren eröffnet, das durchschnittlich 300 Franken kostet. Zudem werden die illegalen Waren aus Gründen der Arzneimittelsicherheit meist vernichtet. Neben den grossen gesundheitlichen Risiken besteht für Bestellerinnen und Besteller zusätzlich die Gefahr, dass persönliche Daten wie Kreditkartenangaben durch die kriminellen Organisationen missbräuchlich verwendet werden. Wer im Internet Arzneimittel oder Wirkstoffe aus unbekannter Herkunft bestellt und einnimmt, geht grosse - gesundheitliche und finanzielle - Risiken ein.

Weitere Informationen

Die Operation PANGEA ist die bedeutendste Aktion zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Arzneimitteln. Sie konzentriert sich auf Webseiten, über die illegale und bedenkliche Arzneimittel vertrieben werden. Der Fokus liegt auf den drei Hauptkomponenten des illegalen Internethandels: dem Internetdienstanbieter, den Zahlungssystemen und den Zustelldiensten.

Die Operation PANGEA VII erfolgte vom 13. bis 20. Mai 2014 unter Koordination von Interpol, der Weltzollorganisation (WZO) und nationalen Arzneimittel-überwachungsbehörden sowie der pharmazeutischen Industrie und den Internet-Zahlungsabwicklern. Polizei, Zoll und Arzneimittelüberwachungsbehörden werden bei ihren Ermittlungen von den Dienstleistungsunternehmen unterstützt.

www.swissmedic.ch/illegal http://www.interpol.int/en/News-and-media/News-media-releases

Kontakt:

Amt für Gesundheit
Brigitte Batliner
T +423 236 73 25

Christina Zimmer
T +423 236 73 36

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