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ikr: Kinder beginnen in Europa immer früher mit dem Fremdsprachenerwerb

Vaduz (ots/ikr) -

Einem von der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht zufolge beginnt der Fremdsprachenerwerb im Kindesalter in Europa immer früher, meist schon im Alter von 6-9 Jahren.

In den meisten Ländern wurde in den letzten 15 Jahren das Alter für den Beginn des Pflichtunterrichts in einer Fremdsprache gesenkt, so auch in Liechtenstein.

Der Bericht mit dem Titel "Schlüsselzahlen zum Sprachenlernen an den Schulen in Europa 2012" bestätigt, dass Englisch in fast allen der 32 von der Studie erfassten Ländern (27 Mitgliedstaaten, Kroatien, Island, Liechtenstein, Norwegen und Türkei)die bei weitem am häufigsten unterrichtete Fremdsprache ist, wobei Französisch, Spanisch, Deutsch und Russisch weit abgeschlagen folgen. In manchen Ländern wird dieser Unterricht bereits in der Vorschule erteilt. So bietet die deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien beispielsweise schon für dreijährige Kinder Fremdsprachenunterricht an.

Der Bericht bestätigt außerdem ein ziemlich überraschendes Ergebnis: nur wenige Länder verlangen von ihren Fremdsprachenlehrkräften einen längeren Auslandsaufenthalt. So erklärten nur 53,8 % der Fremdsprachenlehrkräfte, die an der kürzlich veröffentlichten Europäischen Erhebung über Sprachkompetenzen teilnahmen, dass sie länger als einen Monat in einem Land studiert haben, in dem die Sprache, die sie unterrichten, gesprochen wird. Hinter diesem Durchschnittswert verbirgt sich jedoch ein hohe Varianz: 79,7 % der spanischen Lehrkräfte haben die von ihnen gewählte Sprache länger als einen Monat in einem Land studiert, in dem diese gesprochen wird; dies gilt aber nur für 11 % der estnischen Lehrkräfte. Diese Ergebnisse werfen die Frage auf, ob Auslandserfahrung als Qualitätskriterium in der Lehrerausbildung gelten sollte.

Mehrsprachigkeit in der EU und in FL

Die Europäische Kommission unterstützt die Mehrsprachigkeit und den Fremdsprachenerwerb, um 1. den interkulturellen Dialog und eine inklusivere Gesellschaft zu fördern, 2. das Zugehörigkeitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zur EU zu stärken, 3. jungen Menschen Chancen für ein Studium und eine Erwerbstätigkeit im Ausland zu eröffnen und 4. EU-Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, neue Märkte zu erschließen.

"Die sprachliche und die kulturelle Vielfalt gehören zu den größten Vorteilen der Europäischen Union", sagte Androulla Vassiliou, die Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend. "Der Fremdsprachenerwerb fördert die Verständigung zwischen Völkern und Ländern ebenso wie die grenzüberschreitende Mobilität und die Integration von Migranten."

Ziel ist ein Europa, in dem jeder von klein auf Unterricht in mindestens zwei Fremdsprachen neben der Muttersprache erhält. Das Ziel "Muttersprache +2" wurde von den EU-Staats- und Regierungschefs im März 2002 auf dem Gipfel in Barcelona festgelegt. Auch von der Regierung Liechtensteins wird der Fremdsprachenkompetenz in ihrer Bildungsstrategie 2020 eine grosse Bedeutung beigemessen zur Förderung der individuellen Mobilität.

Massnahmen zur Förderung des Fremdsprachenunterrichts

Schlüsselzahlen zum Sprachenlernen an den Schulen in Europa 2012 enthält umfassende Erkenntnisse zur Unterstützung der politischen Entscheidungen und zur Verbesserung von Qualität und Effizienz des Fremdsprachenerwerbs.

Der Bericht, der alle 3-4 Jahre erstellt wird, trägt Daten aus einer Reihe von Quellen zusammen und gibt einen umfassenden Überblick über den Sprachunterricht in den teilnehmenden 32 Ländern. Er misst 61 Indikatoren in fünf Kategorien: Kontext, Organisation, Teilnahme, Lehrkräfte und Unterrichtsprozesse.

Er verbindet diese statistischen Daten mit einer Beschreibung des Kontexts und der Organisation des Fremdsprachenunterrichts, des Umfangs der Schülerbeteiligung sowie Einzelheiten der Aus- und Fortbildung von Fremdsprachenlehrkräften. Zudem stellt der Bericht Entwicklungstendenzen des Fremdsprachenunterrichts im Laufe der Jahre vor, und er analysiert die aktuelle Lage im Vergleich zur Vergangenheit.

Zusammenarbeit in der Datenerhebung

Schlüsselzahlen zum Sprachenlernen an den Schulen in Europa 2012 ist eine gemeinsame Veröffentlichung von Eurydice/Eurostat. Die Daten stammen hauptsächlich aus vier Quellen: Eurydice, Eurostat, der Europäischen Erhebung zu Sprachkenntnissen und der internationalen Schulleistungsstudie (PISA) der OECD. Das Eurydice-Netz liefert Analysen und Informationen zu Bildungssystemen und Bildungspolitik in Europa. Es besteht aus 38 nationalen Einheiten in den 34 Ländern, die am EU-Programm für lebenslanges Lernen beteiligt sind (EU-Mitgliedstaaten, Kroatien, Serbien, Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz und Türkei).

Der vollständige Bericht ist in elektronischer Form hier erhältlich: Schlüsselzahlen zum Sprachenlernen an den Schulen in Europa 2012

Gedruckte Exemplare der Studien können bei der nationalen Informationsstelle Eurydice bestellt werden.

Weiterführende Informationen für die Presse:

Die Pressemitteilung der Europäischen Kommission mit einer Auswahl an Grafiken und Tabellen sind hier verfügbar: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/12/990&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en

Kontakt:

Schulamt
Eva-Maria Schädler, Informationsstelle Eurydice
T +423 236 67 82

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