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pafl: Generationenbilanz für Liechtenstein veröffentlicht

Vaduz (ots)

Vaduz, 4. September (pafl) - Im Auftrag der
Regierung des Fürstentums Liechtenstein hat das Forschungszentrum 
Generationenverträge der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg eine 
Generationenbilanz erstellt. Trotz hohem Staatsvermögen zeigt die 
Studie, dass Liechtenstein auf Kosten kommender Generationen lebt und
die Steuer- und Sozialpolitik nicht nachhaltig ist. Gemäss der Studie
müssten Einsparungen respektive Steuererhöhungen getätigt werden, 
wollte man die Nachhaltigkeitslücke von 39.3 Prozent des BIP 
schliessen.
Die vom Forschungszentrum Generationenverträge erstellte Studie 
"Zur Nachhaltigkeit der liechtensteinischen Fiskal- und 
Sozialpolitik: Eine Generationenbilanz" stellt die erste 
Generationenbilanzierung für das Fürstentum Liechtenstein dar. Sie 
gibt Auskunft darüber, welche impliziten Belastungen für die 
öffentlichen Haushalte Liechtensteins aus der zukünftigen 
demografischen Entwicklung resultieren werden und zeigt, in welchen 
Bereichen der Handlungsbedarf besonders gross ist.
Europäische Spitze
Das Fürstentum Liechtenstein stellt im europäischen Vergleich eine
bemerkenswerte Ausnahme dar. Während die Länder der EU und der 
Schweiz seit Jahren immer wieder neue Anstrengungen im Hinblick auf 
eine Konsolidierung der öffentlichen Haushalte unternehmen, hat 
allein der Landeshaushalt in Liechtenstein seit 1974 fast durchweg 
einen Budgetüberschuss ausgewiesen. Entsprechend dieser günstigen 
Budgetentwicklung hat das Land in der Vergangenheit ein 
Staatsvermögen im Umfang von 39 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 
akkumuliert. Belastet die Bedienung der bestehenden Staatsschulden in
den europäischen Ländern zunehmend die öffentlichen Haushalte, so 
tragen in Liechtenstein die aus dem Staatsvermögen resultierenden 
Erträge mit einem Anteil von zwanzig Prozent der Einnahmen zur 
Finanzierung der Ausgaben des Landes bei.
Demografische Entwicklung
Trotz dieser günstigen Ausgangsposition wird in der öffentlichen 
Diskussion zumeist vernachlässigt, dass neben dem explizit 
ausgewiesenen Vermögen der öffentlichen Haushalte eine implizite 
Staatschuld existiert, die im Wesentlichen in den umlagefinanzierten 
Sozialversicherungen entsteht. Getrieben werden die impliziten 
Schulden hauptsächlich durch die demografische Entwicklung: 
Erwerbstätige erwerben heute Ansprüche gegen die 
Sozialversicherungen, die in kommenden Jahrzehnten von einer 
geringeren Anzahl von Arbeitnehmern finanziert werden müssen, während
darüber hinaus die Leistungsempfänger länger leben. Werden die 
Leistungsansprüche eines Rentners heute durch 3,6 Erwerbstätige 
getragen, so werden im Jahr 2035 lediglich noch 1,6 Erwerbstätige für
die Bedienung dieser Ansprüche zur Verfügung stehen.
Nachhaltige Politik
Eine Politik kann als nachhaltig bezeichnet werden, wenn sie "bis 
in alle Ewigkeit" fortgeführt werden kann. Mit anderen Worten reichen
im Falle einer nachhaltigen Situation die Einnahmen aus den 
Steuerzahlungen (Steuern, Beiträge, Prämien, Kostenbeteiligung etc.) 
aller heute lebenden und zukünftigen Generationen gerade aus, um 
zusammen mit dem bestehenden Staatsvermögen, die maßgeblich aus den 
Transferleistungen resultierenden heutigen und zukünftigen Ausgaben 
des Staates zu finanzieren. Ist dies nicht der Fall, besteht eine 
sogenannte Nachhaltigkeitslücke.
Die Generationenbilanzierung für den gesamtstaatlichen Haushalt 
zeigt, dass die gegenwärtige Fiskal- und Sozialpolitik Liechtensteins
bei einer unterstellten Wachstumsrate von 1 Prozent und einer 
Diskontrate von 3 Prozent nicht nachhaltig ist. Wie in anderen 
Ländern lag dabei die Vermutung nahe, dass diese Nachhaltigkeitslücke
größtenteils auf die impliziten Leistungsversprechen der 
obligatorischen Sozialversicherungssysteme zurückzuführen ist. Gemäss
der erstellten Studie stellen die AHV und die Krankenversicherung die
grössten Verursacher dieser Lücke dar.
Die Studie kann auf dem Portal der Landesverwaltung (www.llv.li) 
bezogen werden

Kontakt:

Markus Kaufmann
Mitarbeiter der Regierung
Fachstelle Zukunftsbüro
Ressort Präsidium
Tel: 00423/236 63 03
Fax: 00423/236 60 22

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