Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH

Land in Sicht - Hand reichen zur Aufnahme
Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH zu den Flüchtlingstagen 2018

Bern (ots) - Viele Flüchtlinge, die in der Schweiz Schutz suchen, durchlaufen eine lange Odyssee bis sie sich richtig aufgenommen fühlen. Ihre oft schwierigen Ankunftsgeschichten stehen an den diesjährigen Flüchtlingstagen und besonders am nationalen Tag des Flüchtlings am Samstag, 16. Juni 2018 im Zentrum. Partnerorganisationen der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH bieten der Bevölkerung zusammen mit hunderten freiwilligen Helferinnen und Helfern an über 80 Anlässen die Möglichkeit, direkt mit geflüchteten Menschen in Kontakt zu treten. Die SFH ist als Dachverband in Basel, Bern, Lausanne und Zürich präsent.

Die Kampagne zum Tag des Flüchtlings «Land in Sicht - Hand reichen zur Aufnahme» legt den Schwerpunkt auf die Ankunft und den Integrationsprozess von Geflüchteten in der Schweiz. Sie bildet das Dach über vielfältige Anlässe an über 80 Standorten mit zahlreichen Partnerorganisationen der SFH in der ganzen Schweiz. Auch 2018 stehen persönliche Begegnungen mit Flüchtlingen und interkulturelle Aktivitäten im Zentrum der Sensibilisierungsarbeit.

Vorläufige Aufnahme und Arbeitsintegration zentral

In der Schweiz stehen die aktuell über 43'000 vorläufig aufgenommen Personen ganz besonders im Fokus der politischen Diskussion. Die SFH setzt sich seit Jahren dafür ein, dass sie einen positiven Schutzstatus erhalten. Die meisten sind Bürgerkriegsflüchtlinge, die aus Gründen der Unzumutbarkeit nicht weggewiesen werden können und während Jahren hier bleiben. Bund und Kantone haben mit ihrer Integrationsagenda ein Zeichen gesetzt, Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene sollen rascher und besser integriert werden. Trotzdem werden, das zeigt die aktuelle Debatte im Bundesparlament, viele vorläufig Aufgenommene nach wie vor unter Generalverdacht gestellt. Unter erschwerten Bedingungen müssen sie sich um Anschluss an die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt bemühen. Umso wichtiger ist es, dass sie öffentlich sichtbar werden.

Die SFH gibt mehreren vorläufig Aufgenommenen eine Stimme. Frauen und Männer aus verschiedenen Herkunftsländern erzählen in Videos und Texten ihre Ankunfts- und Integrationsgeschichten. In eindrücklichen Testimonials lassen uns mehrere Schutzsuchende teilhaben an ihrem persönlichen Integrationsprozess, an Hoffnungen und Enttäuschungen und an dem Gefühl, jahrelang in einem Provisorium leben zu müssen. Zugleich haben sie aber auch viel Unterstützung erfahren, so wie Kanchana Chandran, Radiojournalistin aus Sri Lanka. Sie wirkt bei der Kampagne der SFH mit. «Immer wieder haben mir Schweizerinnen und Schweizer in entscheidenden Momenten weiter geholfen. Ohne sie hätte ich die berufliche und soziale Integration wohl kaum geschafft», sagt sie.

Kanchana Chandran ist eine von vielen, die inzwischen dauerhaft in der Schweiz bleiben dürfen. Sie und viele andere sind nun dazu bereit, ihre schwierigen Ankunftsgeschichten öffentlich zu erzählen. Die SFH vermittelt interessierten Medien den direkten Kontakt zu folgenden Personen:

- Fanar und Abeer Adam: Kurdische Familie aus Syrien, leben in La Chaux-de-Fonds mit ihren zwei Kindern, sprechen Französisch. Versuchen Arbeit zu finden trotz der vorläufigen Aufnahme.

- Kanchana Chandran: Radiojournalistin aus Sri Lanka, lebt in Zürich, spricht Deutsch und Englisch, kämpfte erfolgreich gegen Integrationshürden, die sie trotz B-Ausweis zu meistern hatte, arbeitet heute für verschiedene Integrationsprojekte und im SFH-Bildungsteam.

- Hojat Hameed: Geigenlehrer und Rockmusiker aus Afghanistan, lebt in Grenchen, macht eine Uhrmacherlehre und spielt in seiner Freizeit in mehreren Bands.

- Adam Khedrawy: Anwalt für Menschenrechte aus Syrien mit 20 Jahren Berufserfahrung, lebt in Bulle, spricht Englisch und Französisch. Seine Diplome sind in der Schweiz nicht anerkannt.

- Hussein Mohammadi: Literat und Kunstmaler aus Afghanistan, lebt bei Zürich, spricht Deutsch. Tagsüber arbeitet er im Hydraulik-Center in Rümlang und abends an seinem Buch und seinen Malaufträgen. Lebte lange Jahr als vorläufig Aufgenommener.

- Mortaza Shahed: Filmregisseur und Kameramann aus Afghanistan, lebt in Bern, spricht Deutsch, arbeitet als Kameramann in Bern, möchte Filmstudium an der Zürcher Hochschule für Künste im Herbst 2018 beginnen, engagiert sich mit Film, Wort und politischen Veranstaltungen für die Rechte der Flüchtlinge und Asylsuchenden. Hat erfolgreich gegen seine vorläufige Aufnahme rekurriert.

- Keerthigan Sivakumar: Menschenrechtsaktivist aus Sri Lanka, wehrte sich mit Unterstützung der Zivilbevölkerung erfolgreich für sein Bleiberecht, lebt in Lausanne, spricht Französisch und Englisch. Er absolviert aktuell einen Bachelor Cinéma an der Ecole cantonale d'art in Lausanne (ECAL).

Hintergrundinformationen, Videotestimonials, Ankunftsgeschichten: www.fluechtlingstage.ch

Flüchtlingstage 2018: Events und Videos

Die SFH hat die Flüchtlingstage in den 1980er Jahren ins Leben gerufen, um die Schweizer Bevölkerung für die Anliegen der Schutzsuchenden und Geflüchteten zu sensibilisieren. Der nationale Tag des Flüchtlings (TdF) 2018 findet am Samstag, 16. Juni 2018, der Flüchtlingssonntag am 17. Juni und der Weltflüchtlingstag am Mittwoch, 20. Juni 2018 statt.

In Basel, Bern und Lausanne organisiert die SFH zusammen mit lokalen Veranstalterinnen und Veranstaltern ein spezielles Programm mit Simulationsspiel, Ständen und Austauschangeboten mit geflüchteten Menschen. In der ganzen Schweiz engagieren sich zahlreiche Freiwillige zusammen mit Geflüchteten für Austausch und Begegnung am Flüchtlingstag.

Erfahren Sie mehr über die zahlreichen Veranstaltungen online auf www.fluechtlingstage.ch.

Kontakt:

Michael Flückiger, Leiter Kommunikation
SFH,michael.flueckiger@fluechtlingshilfe.ch;
Direkt/Mobile (Umleitung): +41 31 370 75 60

Lorenz Lüthi, Projektleitung Tag der Flüchtlinge SFH,
lorenz.luethi@fluechtlingshilfe.ch
Direkt: +41 31 370 75 63 oder Mobile: +41 79 789 87 78


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