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18.12.2017 – 10:14

Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH

Dailly (VD) und Glaubenberg (OW) für die SFH als Bundeszentren ungeeignet: Dailly ist zu abgelegen für ein Bundesasylzentrum

Bern (ots)

Die 1250m über Meer gelegene Festungsanlage Dailly (Gemeinde Lavey-Morcles) im Kanton Waadt ist zu abgelegen für ein Bundesasylzentrum im neuen Asylverfahren. Die Asylsuchenden wären an diesem mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbaren Ort komplett isoliert. Viel besser wäre es, das bereits seit 2000 genutzte Asylzentrum Vallorbe zum Bundeszentrum auszubauen.

Ihre Anforderungen an künftige Bundesasylzentren hat die SFH bereits im Mai in ihrer Stellungnahme zum Sachplan Asyl dargelegt. Umso mehr ist sie von den Plänen des Kantons Waadt befremdet. "Asylsuchende künftig in der ehemaligen Festungsanlage Dailly unterzubringen, kommt einer völligen Isolation gleich und ist unmenschlich", erklärt Miriam Behrens, Direktorin der Schweizerischen Flüchtlingshilfe. Dailly ist aus Sicht der SFH zu abgelegen und verfügt über keine Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Eingeschränkt ist dort auch der Zugang zur unentgeltlichen Rechtsberatung, auf die die Asylsuchenden gemäss neuem Asylgesetz ein Anrecht haben. Kommt hinzu, dass die medizinische Versorgung ebenfalls nicht genügend gewährleistet wäre.

Dass sich diese Standortdiskussion um ein Warte- und Ausreisezentrum dreht und nicht um ein Verfahrenszentrum, macht aus Sicht der SFH keinen Unterschied. Denn die Mehrheit der dort untergebrachten Schutzsuchenden wartet in einem solchen Zentrum auf einen Entscheid im Dublin-Verfahren. Nicht alle Asylsuchenden müssen nach dem Entscheid ausreisen. Vor diesem Hintergrund ist der Standort Vallorbe (VD), den auch der Bund favorisiert, viel besser geeignet. Das dort seit 2000 eingerichtete Asylzentrum ist verkehrstechnisch gut gelegen, gewährt die Anbindung an die Zivilbevölkerung und kann problemlos zum Bundeszentrum ausgebaut werden.

Ähnlich verhält es sich mit dem Standort Glaubenberg. Das dort auf 1500m ü.M. geplante Bundesasylzentrum lehnt die SFH aus denselben Gründen ab. Bereits heute sind dort Asylsuchenden isoliert und unter ungünstigen Bedingungen untergebracht. Würde dieser Standort zum Bundeszentrum ausgebaut, würde die Situation noch prekärer. Denn im neuen Asylverfahren werden Schutzsuchende länger an demselben Ort stationiert sein.

Die Stellungnahme SFH zum Sachplan Asyl: http://bit.ly/2rvg3IL

Kontakt:

Rückfragen: Stefan Frey, Mediensprecher SFH,
stefan.frey@fluechtlingshilfe.ch; 079 509 47 89.

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