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Kompost fördert die Wasserspeicherung

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Medienmitteilung

Brugg, 15.7.2026

Kompost fördert die Wasserspeicherung

Gesunde Böden sind der Schlüssel zu einer resilienten Landwirtschaft. Kompost und Gärgut verbessern die Bodenstruktur, erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit, schützen vor Erosion und stärken das Bodenleben. In Zeiten des Klimawandels wird deutlich: Humusreiche Böden sind eine wertvolle Ressource und die Zufuhr von Kompost oder Gärgut ist einer der wirksamsten Wege, sie zu fördern.

Angesichts vermehrter Trockenperioden und steigender Temperaturen gewinnt die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern, zunehmend an Bedeutung. Eine einfache und zugleich wirkungsvolle Massnahme die Wasserspeicherung zu fördern, ist der Einsatz von organischen Düngern wie Kompost oder festem Gärgut.

Kompost und Gärgut entstehen aus organischen Materialien wie Gartenabfällen, Laub oder Küchenabfällen, die durch natürliche Zersetzungsprozesse in organischen Dünger umgewandelt werden (siehe Kasten). Werden Kompost und Gärgut auf Landwirtschaftsflächen oder in Gärten ausgebracht, werden sie von Bodenmikroben zerkleinert und mit dem Boden vermischt, es entstehen stabile Ton-Humus-Verbindungen. Diese verbessern die Bodenstruktur, der Boden wird lockerer, krümeliger und besser durchlüftet. Humus fördert das Bodenleben: Regenwürmer, Pilze und zahlreiche Mikroorganismen sorgen für eine kontinuierliche Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Ein lebendiger Boden ist widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetterereignissen und bildet die Grundlage für stabile Erträge. Gleichzeitig steigt seine Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen und über längere Zeit zu speichern. Jacques Fuchs, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) bestätigt die positive Wirkung von Kompost: «Unsere Forschungsarbeiten belegen eindeutig die positiven Auswirkungen von Kompost auf die Bodenfruchtbarkeit und die Pflanzengesundheit. Dies gilt jedoch nur bei einwandfreier Qualität des Komposts und wenn die Anwendung an die jeweilige Situation angepasst ist.»

Besonders in trockenen Sommermonaten zeigt sich dieser Vorteil deutlich. Humusreiche Böden mit stabilen Ton-Humus-Verbindungen wirken wie ein Schwamm: Sie nehmen Niederschläge rasch auf, halten das Wasser fest und geben es nach und nach an die Pflanzenwurzeln ab. Dadurch bleiben Kulturpflanzen länger mit Feuchtigkeit versorgt, selbst wenn es über mehrere Tage oder Wochen nicht regnet. Gleichzeitig wird die Verdunstung reduziert und das Risiko von Trockenstress verringert. Böden heizen sich nicht so stark auf und kühlen über Nacht schneller ab, was insbesondere für das ausgewogene Wachstum von z.B. Kartoffeln für die Chips-Produktion oder den Zuckergehalt von Rüben wichtig ist. Gisela Favre, Betreiberin mehrerer Kompostieranlagen sowie eines Landwirtschaftsbetriebs im Kanton Waadt, bestätigt dies: «Wir betreiben eine Kompostieranlagen und führen einen Ackerbaubetrieb. Dieses Jahr sehen wir besonders deutlich, dass unsere Äcker, die regelmässig mit Kompost versorgt werden, trockenheitsresistenter sind als andere Böden.»

Auch bei Starkregen leistet Kompost einen wichtigen Beitrag. Böden mit einem hohen Humusgehalt können deutlich mehr Wasser aufnehmen als verdichtete oder humusarme Flächen. Das Regenwasser versickert besser, wodurch Oberflächenabfluss, Bodenerosion und Überschwemmungen reduziert werden. Damit trägt Kompost nicht nur zur Pflanzengesundheit, sondern auch zur Vorbeugung von Erosion und zum Hochwasserschutz bei.

Expertinnen und Experten sehen deshalb im Einsatz von Kompost und Gärgut einen wichtigen Baustein für eine klimaangepasste Landwirtschaft und einen nachhaltigen Gartenbau. Wer regelmässig Kompost und Gärgut verwendet, investiert nicht nur in die Fruchtbarkeit des Bodens, sondern auch in dessen Fähigkeit, Wasser zu speichern und Pflanzen in Trockenzeiten zuverlässig zu versorgen. Fredy Abächerli, Präsident des Kompostforums Schweiz, kann aus langjähriger Erfahrung berichten: «Ich begleite seit 30 Jahren Betriebe beratend bei der Umsetzung des Systems Humuswirtschaft. Die Kombination von Komposten in wachsende Gründüngungen und eine schonende Einarbeitung erweisen sich als sehr effektiv für den Humusaufbau. In längeren Trockenphasen profitieren Kulturen auf diesen Parzellen von der höheren Wasserspeicherung.»

Unterschied Kompost und Gärgut

  • Wie entsteht Kompost? Kompost entsteht, wenn organisches Material wie Garten-, Speise- und Rüstabfälle aus Haushalten oder Laub fachgerecht unter Luftzutritt (aerob) verrottetet. Mehr Information
  • Wie entsteht Gärgut? Gärgut entsteht, wenn organisches Material aus Garten, Haushalt und lebensmittelverarbeitender Industrie in Biogasanlagen unter Luftausschluss (anaerob) vergoren wird. Dabei entstehen erneuerbares Biogas und Gärgut, das zu Kompost weiterverarbeitet wird. Mehr Information

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