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«Achterbahn»-Zuckerkampagne mit versöhnlichem Ende

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Medienmitteilung vom 26. Februar 2026, Schweizer Zucker

«Achterbahn»-Zuckerkampagne mit versöhnlichem Ende

Begonnen hat sie wie jedes Jahr, die Rübenkampagne. Mit über zwei Millionen Tonnen zu verarbeitenden Rüben freute man sich über eine ausserordentlich gute Ernte. Dann kam der 23. November 2025. Der elementare Kalkofen in Frauenfeld fiel aus, die Verantwortlichen mussten in den Krisenmodus schalten. Dank hoher Flexibilität und grossem Verständnis aller Beteiligten, insbesondere den Zuckerrübenpflanzern, den Transporteuren sowie den Mitarbeitenden der Schweizer Zucker AG, konnte die Kampagne erfolgreich zu Ende geführt werden. Die letzte Rübe wurde am 21.02.26 in Frauenfeld zu Zucker verarbeitet.

«Etwas vom Gravierendsten, was passieren kann, ist der Stillstand einer Zuckerfabrik während der Kampagne», so der CEO, Oliver Nussli im Nachgang zur Kampagne 2025/26. Und genau das ist der Schweizer Zucker AG widerfahren. Noch im September freute man sich auf eine ertragreiche Ernte. Die Menge an Rüben war mit zwei Millionen Tonnen so hoch, wie schon langen nicht mehr und auch die Zuckergehalte versprachen einen starken Ertrag. Dann kam der ominöse 23. November 2025, der alles änderte. Der Kalkofen in Frauenfeld, ein zentrales Element bei der Herstellung von Zucker, erlitt einen irreparablen Defekt – die Fabrik stand von einem Moment auf den anderen still. «Im ersten Augenblick wars verworren, sämtliche Beteiligten mussten unmittelbar in den Krisenmodus wechseln», meint Oliver Nussli nachdenklich und ergänzt, «es war allen klar, dass jetzt sofort alles getan werden musste, um die Fabrik wieder zum Laufen zu bringen.»

Alternativlösung in Rekordzeit

Eine Ersatzlösung für einen über 400 Tonnen schweren Kalkofen aus dem Hut zu zaubern, ist anspruchsvoll, zumal man auch nicht auf Erfahrungswerte aus ähnlichen Fällen zurückgreifen konnte. Unverzüglich wurde nach einer Lösung gesucht und schliesslich gefunden. Mit der externen Zuführung von Betriebsmaterial, wie Branntkalk und flüssiges CO2, das normalerweise durch den Kalkofen selbst produziert wird, haben es die Verantwortlichen geschafft, die Produktion von Zucker wieder in Betrieb zu nehmen. Das in rekordverdächtiger Zeit von knapp sechs Wochen zudem in stabiler und hoher Qualität. Verarbeitet die Fabrik im Optimalbetrieb rund 400 Tonnen Rüben pro Stunde, erreichte die Alternativ-Lösung mit zwischenzeitlichen 350 Tonnen eine ausgezeichnete Produktivität.

Alle haben mitgeholfen

Der Ausfall und die Wiederinbetriebnahme der Fabrik war das eine. Vor- und nachgelagert verursachte dieser Defekt einen immensen Aufwand an organisatorischen und logistischen Anpassungen. Die Rübenanfuhr musste umgestellt und fast stündlich angepasst werden. Zwischenzeitlich wurde Rüben aus der Ostschweiz ins Werk nach Aarberg transportiert. Dank dem Einspringen der «Seeländer» konnte die Kampagne stets am Laufen gehalten werden und es hat sich gezeigt, wie elementar wichtig zwei Zuckerfabriken in der Schweiz sind.

Von der Umstellung der Logistik waren primär auch die Landwirtinnen und Landwirte betroffen. Die Ernte- und Abfuhrpläne mussten angepasst werden und nicht wenige der Pflanzerinnen und Pflanzer bangten um die Abfuhr ihrer Rüben. Hier haben die Verantwortlichen der Interprofession eine für alle Seiten akzeptable Lösung gefunden. Ungeachtet der Qualität der Rüben wurden diese von den pragmatisch und flexiblen funktionierenden Transportorganisationen abgeführt und von der Schweizer Zucker AG fair vergütet. Damit wurde sichergestellt, dass die «Rohstofflieferanten» geringsten Schaden erleiden. Die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Pflanzerinnen und Pflanzern, dem Verband der Schweizerischen Zuckerrübenpflanzern und den Transportorganisationen hat in dieser Situation sehr geholfen, wofür sich die Schweizer Zucker AG herzlich bedankt.

«Ein riesengrosses Dankeschön geht an unsere Mitarbeitenden. Wir sind mehr als beeindruckt, was diese in dieser schwierigen Zeit geleistet haben», meint wiederum Oliver Nussli mit Rückblick auf die geleisteten Arbeiten und ergänzt: «Nachdem es alle erst einmal ‘geschüttelt’ hat, haben alle ausnahmslos mitgeholfen, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen. Ideen wurden proaktiv eingebracht, zahlreiche Überstunden geleistet, Prioritäten zugunsten der Firma gesetzt – es haben einfach alle am gleichen Strick gezogen.» Der Defekt führte auch dazu, dass die Kampagnen an beiden Orten länger dauerten. In Aarberg, wo die Kampagne in den letzten Jahren meist um Weihnachten beendet wurde, gelangte die letzte Rübe am 11. Februar in die Verarbeitung, in Frauenfeld war dies gar der 21. Februar 2026

Neuer Kalkofen für die Kampagne 2026

Nebst der laufenden Kampagne galt es auch, die Zukunft zu sichern. Sprich, ein neuer Kalkofen musste her. Ein spezielles Team der Schweizer Zucker AG hat sich während der Weihnachtszeit darum gekümmert. Noch vor Ende Jahr wurde der Investitionsantrag für einen neuen Ofen vom Verwaltungsrat bewilligt und mit der Firma Maerz ein Schweizer Ofenbauer gefunden, der bis im September 2026 einen neuen Kalkofen in Frauenfeld bauen wird. «Wir sind sehr erleichtert, konnten wir so schnell eine Ersatzlösung identifizieren», meint Nussli und ergänzt, «Die Pflanzerinnen und Pflanzer müssen sich darauf verlassen können, dass sie ihre Ernte auch im Jahr 2026 abliefern können. Dazu muss die Fabrik zuverlässig auf Volllast laufen.»

Anfragen für Medienschaffende:

Raphael Wild, Leiter Kommunikation Schweizer Zucker AG, 079 622 18 65

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