Klimafitte Destinationen: Graubünden Ferien lanciert neue Wegleitung
Klimafitte Destinationen: Graubünden Ferien lanciert neue Wegleitung
Der Klimawandel verändert die Rahmenbedingungen des alpinen Tourismus bereits heute spürbar. Mit der neuen Wegleitung «Klimafit Schritt für Schritt» stellt Graubünden Ferien ein praxisnahes Instrument zur Verfügung, das Tourismusdestinationen bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützt.
Der Klimawandel zeigt sich in den Alpen unter anderem durch höhere Temperaturen, häufigere Hitzewellen, veränderte Niederschlagsmuster, Naturgefahren und eine sinkende Schneesicherheit. Gleichzeitig eröffnen sich auch neue Möglichkeiten für den Tourismus. Für Destinationen stellt sich deshalb zunehmend die Frage, wie sie ihr touristisches Geschäftsmodell unter veränderten klimatischen Bedingungen erfolgreich weiterentwickeln können.
«Für eine langfristig erfolgreiche Tourismuswirtschaft ist das blosse Hoffen auf einen schneereichen Winter oder schönen Sommer keine Strategie», sagt Claudio Daguati, Leiter Nachhaltigkeit bei Graubünden Ferien. «Destinationen müssen die Herausforderungen und ihre eigene Betroffenheit verstehen und daraus konkrete Massnahmen ableiten.»
Von der Analyse zur Umsetzung
Die Wegleitung entstand im Rahmen des vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unterstützten Innotour-Projekts «Klimafitte Destinationen – Modellregion Graubünden». Gemeinsam mit den Pilotdestinationen Engadin Samnaun Val Müstair, Lenzerheide und Vorderes Prättigau wurden in den vergangenen knapp drei Jahren die klimatischen und touristischen Ausgangslagen analysiert, Risiken und Chancen identifiziert sowie konkrete Anpassungsmassnahmen entwickelt.
Die neue Publikation zeigt Schritt für Schritt auf, wie Destinationen ihre Klimafitness analysieren, prioritäre Handlungsfelder bestimmen und daraus eine Roadmap für die Umsetzung entwickeln können. Von der Aufbereitung wissenschaftlicher Klimadaten über die Analyse touristischer Betroffenheiten bis hin zur Entwicklung konkreter Massnahmen und ihrer Umsetzung führt die Wegleitung durch den Prozess.
Jede Destination ist anders und doch betroffen
Ein zentrales Fazit des Projekts: Klimaanpassung kennt keine Patentrezepte. Die Herausforderungen unterscheiden sich je nach Höhenlage, Angebotsstruktur und regionalen Gegebenheiten. Gleichzeitig zeigte sich in allen drei Pilotdestinationen, dass die Auswirkungen des Klimawandels weit über die Schneesicherheit hinausreichen.
Fragen der Wasserverfügbarkeit, Naturgefahren, flexible Angebotsentwicklung, Infrastruktur, Kommunikation oder Investitionen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ebenso wichtig werden die Schnittstellen zwischen Tourismus, Gemeinden, Land- und Forstwirtschaft sowie weiteren Akteuren.
«Anpassung an den Klimawandel ist für den Tourismus überlebenswichtig und funktioniert nur, wenn touristische Akteure, Gemeinden und weitere Schlüsselpartner frühzeitig gemeinsam am Tisch sitzen», sagt Martin Vincenz, CEO von Graubünden Ferien. «Es handelt sich nicht nur um eine fachliche, sondern auch um eine organisatorische und gesellschaftliche Aufgabe.»
Ein Werkzeug für die ganze Tourismusbranche
Mit der Veröffentlichung der Wegleitung sollen die Erkenntnisse aus Graubünden auch anderen Destinationen zugutekommen. Die Publikation steht kostenlos auf Deutsch und Französisch zur Verfügung und richtet sich an Akteurinnen und Akteure in Schweizer Tourismusdestinationen.
«Für uns war entscheidend, die eigene Betroffenheit sichtbar zu machen, Prioritäten zu setzen und gemeinsam mit den relevanten Akteurinnen und Akteuren ins Handeln zu kommen. Die Wegleitung macht unsere Erfahrungen nun für andere Destinationen nutzbar und hilft, den Einstieg in die Klimaanpassung strukturiert und praxisnah anzugehen», sagt Marc Schlüssel, CEO Lenzerheide Marketing und Support AG.
Download: https://www.graubuenden.ch/sites/graubuenden/files/2026-08/WEB_DE_klimafitte_Destinationen_A4.pdf
Weitere Informationen: https://www.graubuenden.ch/de/innotour-projekt-modellregion-graubuenden
Zur Projektorganisation: Trägerin des Projekts «Klimafitte Destinationen» ist Graubünden Ferien als kantonale Tourismusorganisation. Es wird durch das nationale Förderinstrument Innotour finanziell unterstützt. Die drei Pilotdestinationen sind Engadin Samnaun Val Müstair, Lenzerheide und Prättigau. Die fachliche Projektleitung wird durch die Mounteco GmbH, Planval Partners AG und Explorafutura GmbH wahrgenommen.
Graubünden Ferien Claudio Daguati, Leiter Projektstelle Nachhaltigkeit E-Mail: claudio.daguati@graubuenden.ch Telefon: +41 81 254 24 78

