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Verpackungs-Studie: Verbraucher akzeptieren Aufpreise und gezielte Verbote

Verpackungs-Studie: Verbraucher akzeptieren Aufpreise und gezielte Verbote
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Köln (ots)

Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Verpackungen steigt wieder - der Preisspielraum bleibt aber begrenzt: Laut der Simon-Kucher Verpackungs-Studie würden drei von fünf Konsumenten für nachhaltige Verpackungen mehr bezahlen. Jüngere zu einem höheren Maße als Ältere. Spannend: Mehr als zwei Drittel halten trotz wirtschaftlicher Belastungen an ihrem Nachhaltigkeitsanspruch fest. Bei der Regulierung überzeugen gezielte Eingriffe: Fast 40 Prozent befürworten Verbote bestimmter Einwegverpackungen.

  • Aufpreisbereitschaft erholt sich: 60 % würden für nachhaltige Verpackungen mehr zahlen
  • Jüngere Verbraucher sind 32 Prozentpunkte häufiger zu Aufpreisen bereit als Ältere
  • Preisspielraum bleibt eng: 30 % würden maximal fünf Prozent Aufpreis auf den Gesamtproduktpreis zahlen
  • Weniger Material schafft Orientierung: Für 49 % das wichtigste Erkennungsmerkmal
  • 71 % halten trotz wirtschaftlicher Belastungen an nachhaltigen Verpackungen fest
  • 37 % unterstützen Verbote bestimmter Einwegverpackungen

Nachhaltigkeit gewinnt beim Preis wieder an Boden. 60 Prozent der deutschen Verbraucher akzeptieren grundsätzlich einen Aufpreis für nachhaltigere Produktverpackungen - sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das zeigt die "Sustainable Product Packaging"-Studie der globalen Strategieberatung Simon-Kucher. Zugleich setzen Verbraucher dem Aufpreis enge Grenzen: 30 Prozent würden höchstens fünf Prozent mehr für nachhaltig verpackte Produkte bezahlen, bezogen auf den Gesamtproduktpreis. "Hersteller sollten die begrenzte Zahlungsbereitschaft nicht vorschnell als Hindernis verstehen", so Dr. Daniel Bornemann, Senior Partner bei Simon-Kucher. "Nachhaltigere Verpackungen können den Wert des Gesamtprodukts spürbar erhöhen. Die Mehrkosten bleiben aber häufig überschaubar."

"Die Altersgruppen driften auseinander"

Während die große Mehrheit (83 Prozent) der unter 25-Jährigen bereit ist, mehr zu zahlen, trifft das bei den über 54-Jährigen nur auf etwa jeden Zweiten (51 Prozent) zu. Der Abstand zwischen den Altersgruppen ist damit seit 2025 um 12 Prozentpunkte gestiegen. "Die Altersgruppen driften auseinander - das macht Markenkommunikation und Preisgestaltung für Hersteller deutlich anspruchsvoller", sagt Mark-Daniel Rentschler, Senior Director bei Simon-Kucher.

Nachhaltigkeit muss auf den ersten Blick sichtbar sein

Fast jeder Zweite (49 Prozent) erkennt nachhaltige Verpackungen vor allem an einem möglichst geringen Materialeinsatz. Klar verständliche Recyclinghinweise sind ebenfalls ein zentrales Erkennungsmerkmal. Offizielle Umweltlabels spielen dagegen eine geringere Rolle (26 Prozent). Gleichzeitig können 12 Prozent nachhaltige Verpackungen nach eigener Einschätzung nicht zuverlässig erkennen. "Was Verbraucher nicht sofort erkennen, verpufft", erklärt dazu Stephanie Sparber, Senior Director bei Simon-Kucher.

Regulierung ja, aber keine klaren Maßnahmenpräferenzen

Konsumenten unterstützen politische Maßnahmen gegen Verpackungsmüll grundsätzlich, bevorzugen aber gezielte Eingriffe. Es scheint: Je stärker eine Maßnahme Alltag oder Komfort betrifft, desto zurückhaltender fällt die Akzeptanz aus. Die größte Zustimmung (37 Prozent) erhalten Verbote bestimmter Einwegverpackungen und Vorgaben zur Reduktion von Leerraum (35 Prozent). Deutlich geringer fällt die Zustimmung zur Ausweitung der Pfandpflicht auf weitere Verpackungsarten aus (25 Prozent). Für Sparber ist klar: "Nicht jede Maßnahme überzeugt gleichermaßen. Für Unternehmen kommt es darauf an, regulatorische Anforderungen in Lösungen zu übersetzen, die für Konsumenten nachvollziehbar und alltagstauglich sind."

"Preisdruck verschiebt die Prioritäten nicht"

Inflation, hohe Energiepreise und geopolitische Spannungen führen nicht dazu, dass Konsumenten nachhaltige Verpackungen grundsätzlich aus den Augen verlieren. Für 71 Prozent ist das Thema weiterhin mindestens genauso wichtig wie zuvor. "Der Preisdruck verschiebt die Prioritäten nicht. Hersteller müssen den Mehrwert nachhaltiger Verpackungen so klar vermitteln, dass sie damit auch Unentschlossene überzeugen", fasst Bornemann zusammen.

*Über die Studie

Die repräsentative Studie "Sustainable Product Packaging" wurde im Mai 2026 zum sechsten Mal von Simon-Kucher in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Befragt wurden 2.108 Konsumenten in Deutschland zu ihren Einstellungen, Erwartungen und Zahlungsbereitschaften rund um nachhaltige Verpackungen.

Über Simon-Kucher

Simon-Kucher ist eine globale Unternehmensberatung mit mehr als 2.000 Mitarbeitenden in über 30 Ländern. Unser Fokus: "Unlocking Better Growth". Wir helfen unseren Kunden, "besser" zu wachsen, indem wir jeden Aspekt ihrer Unternehmensstrategie optimieren, von Produkten und Preisen bis hin zu Innovation, Digitalisierung, Marketing und Vertrieb. Mit rund 40 Jahren Erfahrung in Monetarisierung und Pricing gelten wir als weltweit führend in den Bereichen Preisberatung und Unternehmenswachstum.

Für Rückfragen und detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

Alexandra Pook (Communications & Marketing Expert)
Tel.: +49 15122121412
Email: alexandra.pook@simon-kucher.com
simon-kucher.com