Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)
Medienmitteilung: Die Schweiz bleibt Spitzenreiterin beim Kauf von Fairtrade-Produkten
Medienmitteilung: Fairtrade Max Havelaar publiziert die Jahreszahlen
Fairtrade Max Havelaar wächst trotz turbulenter Rohstoffmärkte weiter
Schweizer Konsument:innen kauften 2025 Fairtrade-Produkte für 1,075 Milliarden Franken – höhere Fairtrade-Mindestpreise sollen Fairtrade-Produzentenorganisationen mehr Sicherheit und Planbarkeit bieten.
Fairtrade-Produkte bleiben in der Schweiz gefragt: 2025 stieg der Umsatz auf 1,075 Milliarden Franken. Das entspricht einem Plus von 6,3% gegenüber dem Vorjahr. Der Pro-Kopf-Konsum erhöhte sich auf 119 Franken. Damit bleibt die Schweiz im internationalen Vergleich Spitzenreiterin beim Kauf von Fairtrade-Produkten. Insgesamt generierten die Verkäufe 14,7 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Fairtrade-Prämien* für Fairtrade-Produzentenorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Das Wachstum fällt in eine Zeit, in der globale Lieferketten von Unsicherheiten geprägt sind. Besonders bei Kaffee und Kakao waren die Weltmarktpreise zuletzt von hoher Volatilität geprägt. Fairtrade reagierte 2025 mit einer Erhöhung der Fairtrade-Mindestpreise und Fairtrade-Prämien für Kakao. Für Kaffee werden Mindestpreise und Prämien 2026 überprüft und weiterentwickelt.
«Die Unsicherheit auf den Rohstoffmärkten trifft viele Kleinbäuer:innen direkt», sagt Fabian Waldmeier, Geschäftsführer von Fairtrade Max Havelaar. «Fairtrade-Mindestpreise sichern Bäuer:innen gegen Preiseinbrüche ab. In Verbindung mit den zusätzlichen Fairtrade-Prämien und langfristigen Handelsbeziehungen sind eine bessere Planbarkeit sowie Investitionen in Produktivität, Qualität und Klimaanpassung möglich.»
Wachstumstreiber Detailhandel
In der Schweiz ist Fairtrade breit im Alltag verankert. Rund 80% des Umsatzes entfallen auf den Detailhandel. Coop, Migros, Aldi Suisse, Lidl Schweiz und Volg entwickelten ihre Fairtrade-Sortimente laufend weiter. Insgesamt sind heute über 3600 Fairtrade-Produkte in der Schweiz erhältlich. Besonders stark wuchsen 2025 die Kategorien Süsswaren und Gold.
Fairtrade Max Havelaar begleitet Unternehmen bei Themen wie menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht, existenzsichernden Einkommen, Rückverfolgbarkeit und Klimaresilienz. 2025 startete Fairtrade eine umfassende Überarbeitung der eigenen Standards hin zu einem stärker risikobasierten Ansatz und einer geteilten Verantwortung entlang der Lieferkette. «Für fairere Lieferketten braucht es ein gemeinsames Engagement von Unternehmen, Handel, Politik und Konsument:innen», sagt Kathrin Amacker, Präsidentin von Fairtrade Max Havelaar.
Kennzahlen Fairtrade Max Havelaar 2025
- Umsatz Fairtrade-Produkte: 1,075 Milliarden Franken
- Wachstum gegenüber Vorjahr: +6,3%
- Pro-Kopf-Konsum: 119 Franken
- Fairtrade-Prämien: 14,7 Millionen US-Dollar
- Bekanntheit in der Schweiz: 92% (gem. Globescan Studie 2025)
- Vertrauen in der Schweiz: 81% (gem. Globescan Studie 2025)
* Fairtrade-Mindestpreise und -Prämien stehen im Zentrum des Fairtrade-Prinzips. Der Fairtrade-Mindestpreis ist als Sicherheitsnetz bei Preisschwankungen zu verstehen. Er orientiert sich an den durchschnittlichen Produktionskosten für eine nachhaltige Produktion. Liegt der jeweilige (Welt-)Marktpreis darüber, muss der höhere Preis bezahlt werden.
Zusätzlich zum Verkaufspreis erhalten alle Produzentenorganisationen die Fairtrade-Prämie. Die Bauernfamilien bzw. Beschäftigten auf Plantagen entscheiden gemeinsam in einem demokratischen Prozess, in welche sozialen, ökologischen oder ökonomischen Projekte die Prämie investiert wird und welche Ziele erreicht werden sollen.
Weitere Informationen und Downloads
Über Fairtrade Max Havelaar
Fairtrade Max Havelaar, 1992 gegründet, ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Zürich. Sie vergibt in der Schweiz das Fairtrade-Label für Produkte aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die nach umfassenden sozialen und ökologischen Kriterien produziert und fair gehandelt werden. Ihr Verkauf ermöglicht Kleinbäuer:innen und Arbeiter:innen höhere Einkommen sowie bessere Arbeitsbedingungen.
Darüber hinaus bietet Fairtrade Max Havelaar Dienstleistungen für Unternehmen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Beschaffung und menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung. Zusammen mit 24 weiteren Fairtrade-Organisationen und drei Produzentennetzwerken ist Fairtrade Max Havelaar der Dachorganisation Fairtrade International angeschlossen.
Medienkontakt:
Fairtrade Max Havelaar Lukas Krebs, Leiter Kommunikation media@maxhavelaar.ch, +41 44 567 89 50
Limmatstrasse 107, 8005 Zürich, www.maxhavelaar.ch