Medienmitteilung: Rund 200'000 Versicherte können 2027 ihre Prämienbelastung um 40 Prozent oder mehr senken
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Medienmitteilung
Comparis-Analyse zu Krankenkassenprämien 2027
Rund 200'000 Versicherte können 2027 ihre Prämienbelastung um 40 Prozent oder mehr senken
Die Grundversicherungsprämien steigen 2027 durchschnittlich um 5 Prozent. Gleichzeitig bleiben die Preisunterschiede zwischen den Angeboten enorm. Eine Comparis-Analyse der vom Bundesamt für Gesundheit genehmigten Prämien zeigt: Rund 200’000 Erwachsene könnten ihre Prämienbelastung durch einen Wechsel von Kasse, Versicherungsmodell und/oder Franchise um mindestens 40 Prozent reduzieren. Im Extremfall beträgt das rechnerische Sparpotenzial knapp 3’500 Franken pro Jahr.
Zürich, 30. September 2026 – Nach der Vorjahresprämienrunde steigen die Krankenkassenprämien nächstes Jahr mit 5 Prozent im Schnitt wieder stärker an. Das ist für die Versicherten keine gute Nachricht. Doch es gibt erhebliches Sparpotenzial. Maximal könnten Versicherte im Waadtland 3’498 Franken bei einem Wechsel von der Standardversicherung Philos (ohne Unfall) zum HMO-Modell von Atupri, und einem Franchisenwechsel von 300 Franken zu 2500 Franken sparen.
Rund 0,2 Millionen erwachsene Versicherte könnten überdies ihre Prämienlast im nächsten Jahr um 40 Prozent und mehr reduzieren. Das zeigt die Comparis-Analyse der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) genehmigten Prämien.
Das Sparpotenzial lässt sich realisieren durch einen Wechsel zum jeweils günstigsten berücksichtigten Angebot in der eigenen Prämienregion und/oder die Erhöhung der Franchise und/oder einen Modellwechsel bei der eigenen Kasse.
Bei den Marktführern könnte man bis zu 2’754 Franken sparen
Bei Betrachtung der jeweils 5 Marktführer pro Prämienregion (rund 69 Prozent der Versicherten haben hier ihre Grundversicherungspolice abgeschlossen) ergibt sich ein maximal realisierbares Sparpotenzial von 50 Prozent bzw. 2’754.00 Franken für 2027. Dieses Potenzial könnten 3010 Standardversicherte der CSS (mit Unfall) im Kanton Zug mit einem Wechsel zum HMO-Modell bei der Kasse Concordia nutzen.
Mit einer Franchise von 300 Franken sind bis zu 30 Prozent tiefere Prämien möglich
Personen mit Gesundheitsproblemen und voraussehbar hohen Behandlungskosten im nächsten Jahr werden ihre Franchise kaum erhöhen wollen. Doch auch über 69’000 Erwachsene mit der minimalen Franchise von 300 Franken könnten 2027 durch einen Wechsel der Versicherung (zu einer der fünf günstigsten Kassen) und/oder des Modells ein Sparpotenzial von 20 bis 30 Prozent realisieren; rund 237’000 Versicherte, wenn zum günstigsten Angebot gewechselt werden würde.
Am meisten sparen Versicherte mit einer 300-Franken-Franchise bei einem Krankenkassenwechsel im Kanton St. Gallen (BAG-Region SG2), nämlich 192 Versicherte in einem Standardmodell bei der Versicherung Visana (mit Unfall): Sie zahlen 30 Prozent bzw. 2’370.60 Franken pro Jahr weniger Prämien mit einem Wechsel zur Kasse Agrisano mit dem Telmed-Modell.
Auch bei einer Maximalfranchise können Versicherte noch 29 Prozent sparen
Selbst wer bereits eine Maximalfranchise von 2’500 Franken hat, hat noch Sparpotenzial. So könnten über 1’897 Versicherte mit einer Maximalfranchise nächstes Jahr mit einem Kassenwechsel bei gleichbleibendem Modell ihre Prämienlast um 20 bis 30 Prozent senken (bei einem Wechsel zu einer der 5 günstigsten Kassen); rund 30’000 Versicherte, wenn zum günstigsten Angebot gewechselt werden würde.
Maximal könnten Versicherte der Mutuel Assurance im Kanton Luzern (BAG-Region LU3) mit dem Hausarzt-Modell (ohne Unfall) sparen, wenn sie zur Kasse KK Luzerner Hinterland wechseln würden; nämlich 1’462.20 Franken pro Jahr bzw. 29 Prozent.
Grosses Sparpotenzial auch für andere alternativ Versicherte
Auch wer schon ein anderes alternatives Versicherungsmodell und die höchste Franchise gewählt hat, kann 2027 trotz der tiefen Prämienrunde viel Geld sparen. Telmed-Versicherte der Kasse Visana (ohne Unfall) im Kanton St. Gallen (BAG-Region SG3) mit einer Franchise von 2’500 Franken sparen am meisten; nämlich 1’307.70 Franken pro Jahr bzw. 26 Prozent mit einem Wechsel zur Kasse Agrisano mit demselben Modell.
Interessant ist auch das Sparpotenzial bei den HMO-Versicherten. Maximal können hier die Versicherten der Kasse Mutuel Assurance im Kanton Luzern (BAG-Region LU1) sparen mit einem Wechsel zur Kasse Atupri (ohne Unfall) mit demselben Versicherungsmodell, nämlich 1’274.40 Franken im Jahr bzw. 24 Prozent.
Selbst Standardversicherte können bis zu 27 Prozent sparen ohne Modellwechsel
Standardversicherte mit einer Maximalfranchise sparen ebenfalls ein wenig ohne Modellwechsel. Das grösste Sparpotenzial haben Standardversicherte bei Mutuel Assurance (ohne Unfall) im Kanton Schwyz (BAG-Region SZ): Mit einem Wechsel zur Standardversicherung der Kasse Einsiedler Krankenkasse sparen sie 1’340.40 Franken bzw. 27 Prozent.
Nicht nur der Preis zählt
Günstig heisst allerdings nicht immer gut im Sinne einer perfekten Servicequalität. So bieten die Krankenkassen zwar in der Grundversicherung alle dieselben Leistungen an. Doch unterscheidet sich die Dienstleistungsqualität gegenüber den Kunden. So lassen vor allem viele günstige Kassen ihre Versicherten die Rechnungen für medizinische Behandlungen vorschiessen (Prinzip des «tiers garant»).
«Die billigste Krankenkasse ist nicht automatisch die beste Wahl», sagt Comparis-Versicherungsexperte Harry Büsser. «Neben der Prämie zählen auch Service, Erreichbarkeit und Rechnungsabwicklung. Gerade wer hohe Gesundheitskosten hat, sollte zudem prüfen, ob er Rechnungen bei der gewählten Kasse zunächst selbst vorfinanzieren muss.» Ein guter Anhaltspunkt für die Beurteilung der Qualität einer (neuen/anderen) Krankenkasse seien die Kundenzufriedenheitsnoten.
Methodik
Comparis hat anhand der Versicherungsprämiendaten 2027 des Bundesamtes für Gesundheit das Sparpotenzial für Erwachsene in der ganzen Schweiz untersucht. Analysiert wurden für die Maximalsparpotenziale die Daten der günstigsten Anbieter (mindestens 100 Versicherte) und der teuersten Anbieter (mindestens 100 Versicherte).
Weitere Informationen:
Harry Büsser Krankenversicherungsexperte Telefon: 044 360 53 91 E-Mail: media@comparis.ch comparis.ch
Über comparis.ch
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