Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)

Für doppelten Glanz: Die Max Havelaar-Stiftung lanciert Fairtrade-Gold

Basel (ots) - Die Schweiz - Drehscheibe des globalen Goldmarkts. Rund 70% der Gold-Raffinierung findet hier statt. Gleichzeitig sind weltweit über 100 Millionen Menschen vom kleingewerblichen Bergbau abhängig. Sie arbeiten unter Tag und leben oft unter prekären Bedingungen. Deshalb leistet die Max Havelaar-Stiftung Pionierarbeit und lanciert Fairtrade-Gold auf dem Schweizer Markt: für den Schutz von Mensch und Umwelt - und für Gold, das doppelt glänzt.

Der kleingewerbliche Bergbau ist höchst arbeitsintensiv und oft kaum geregelt. Bei der harten Arbeit sind die Mineure und Arbeiterinnen gefährlichen Bedingungen ausgesetzt. Zudem erhalten sie meist nur einen bescheidenen Preis und leben unter schwierigen Bedingungen. Daher engagiert sich Fairtrade für den besseren Schutz von Mensch und Umwelt im kleingewerblichen Goldbergbau. Auch wenn nur 10-20 Prozent der weltweiten Goldmenge aus kleingewerblichen Minen stammen, bildet dieser Sektor die Lebensgrundlage für sehr viele Menschen. Entsprechend gross ist die Notwendigkeit für sicherere Arbeitsbedingungen, fairen Marktzugang, Umweltschutz und Transparenz im Handel. Nadja Lang, Geschäftsleiterin der Max Havelaar-Stiftung: "Die kleingewerblichen Mineure arbeiten und leben oft in prekären Verhältnissen - und die Umweltfolgen sind gravierend. Gerade in der Schweiz kommt uns eine besondere Verantwortung zu, um dem entgegenzuwirken. Deshalb lanciert die Max Havelaar-Stiftung Fairtrade-Gold in der Schweiz."

Wie wirkt Fairtrade?

Zentral für eine selbstbestimmte und nachhaltige Zukunft der Mineure, ihrer Familien und Gemeinschaften sind:

Legalisierung und Formalisierung führen zu gestärkten Organisationen

Mit dem Zusammenschluss zu legalen Minenorganisationen werden die Rechte der Mineure geschützt und die Entwicklung der lokalen Gemeinden gefördert.

Langfristige Geschäftsbeziehungen und Mindestpreis geben finanzielle Stabilität

Der Aufbau langfristiger und transparenter Handelsbeziehungen macht zertifizierte Minenorganisationen unabhängig von oft ausbeuterischen Zwischenhändlern. Der Fairtrade-Mindestpreis ist substanziell höherer als der Verkaufspreis, den marginalisierte Minen normalerweise erhalten.

Fairtrade-Prämie ermöglicht Investitionen

Fairtrade-zertifizierte Minen erhalten über den garantierten Mindestpreis hinaus eine Fairtrade-Prämie in der Höhe von 2000 USD pro Kilogramm Gold. Diese zusätzlichen Einnahmen werden nach demokratischen Kriterien in Gemeinschaftsprojekte wie Schulen und Gesundheitszentren sowie in die Verbesserung der Produktivität investiert. Das stärkt die Eigenverantwortung der Produzenten nachhaltig.

Sicherheitsbestimmungen schützen Mensch und Umwelt

Der Fairtrade-Standard verbietet missbräuchliche Kinderarbeit, Zwangsarbeit und andere Formen der Diskriminierung. Die Zertifizierung schreibt Schutzkleidung sowie Massnahmen zu Gesundheitsschutz und Unfallprävention vor. Die nationalen Umweltgesetze müssen eingehalten werden. Der Einsatz von Chemikalien zur Goldgewinnung unterliegt klaren Richtlinien.

Fairtrade-Gold aus Peru

Das derzeit in der Schweiz erhältliche Fairtrade-Gold stammt aus der Mine "Sotrami" im Süden von Peru. Im Mai 2011, nach einem 2-jährigen unabhängigen Prüfverfahren durch die Zertifizierungsorganisation FLOCERT, wurde Sotrami zur ersten Fairtrade-zertifizierten Mine. Der 50-jährige Eugenio Huayhua, Geschäftsleiter von Sotrami und selber Mineur, ist stolz auf die Entwicklung: "Am schwierigsten war es, die Sicherheitsbestimmungen einzuführen und den Einsatz von Chemikalien in den Griff zu bekommen. Aber der Aufwand hat sich gelohnt - für die ganze Gemeinschaft." Mit den Mehreinnahmen aus der Fairtrade-Prämie wurden beispielsweise der Ausbau der ärztlichen Einrichtungen und ein neuer Schulhausplatz mitfinanziert. In Kürze dürfte auch die peruanische Mine Macdesa Fairtrade-zertifiziert sein. Ausserdem laufen mehrere Pilotprojekt in Ostafrika.

Wo kann man Fairtrade-Gold kaufen?

Die ersten Schmuck-Kollektionen aus fair gehandeltem Gold gibt es in der Schweiz bei Coop City und Christ Uhren & Schmuck, beide Teil der Coop-Gruppe. «Coop ist seit Jahren die grösste Anbieterin von Fairtrade-zertifizierten Produkten in der Schweiz. Ich bin deshalb sehr erfreut, dass wir unsere konsequente Fairtrade-Offensive vom Lebensmittelbereich nun auch auf die Bijouterie ausdehnen konnten. Die bei Coop City und Christ Uhren & Schmuck verkauften Schmuckstücke bereiten damit nicht nur den Käuferinnen und Käufern Freude, sondern auch den Minenarbeitern in Peru», so Joos Sutter, Vorsitzender der Geschäftsleitung Coop. Daneben können auch registrierte Goldschmiede Fairtrade-Gold beziehen und zu Schmuck verarbeiten. Zudem hofft die Max Havelaar-Stiftung, dass sich in Zukunft auch grosse Anbieter von Schmuck oder Uhren für Fairtrade engagieren. Geschäftsleiterin Nadja Lang: "Mit Fairtrade-Gold bieten wir einen konkreten Lösungsansatz für die Herausforderungen im kleingewerblichen Bergbau. Gleichzeitig setzen wir ein Zeichen für mehr Transparenz und Fairness im Goldhandel. Die Konsumenten und der Handel haben jetzt eine echte Möglichkeit, sich zu engagieren."

Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)

Die 1992 von sechs grossen Schweizer Hilfswerken gegründete Max Havelaar-Stiftung ist eine Non-Profit-Organisation, die in der Schweiz das Fairtrade-Label für nachhaltig angebaute und fair gehandelte Produkte vergibt. Als Mitglied von Fairtrade International verbessert Max Havelaar durch fairen Handel die Lebensbedingungen von Kleinbauern und Plantagenarbeiterinnen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Mit dem Engagement im Bereich Gold trägt Fairtrade nun auch im kleingewerblichen Bergbau zum Schutz von Mensch und Umwelt bei. Fairtrade International legt die Standards des fairen Handels fest und unterstützt die Produzenten in Afrika, Lateinamerika und Asien bei deren Umsetzung. Die Zertifizierungsstelle FLOCERT ist eine ISO65-akkreditierte Zertifizierungsorganisation, welche die Produzenten und Händler unabhängig auf die Einhaltung der Fairtrade-Standards zertifiziert und kontrolliert.

Kontakt und weitere Informationen:


Für Interviews und weitere Informationen zum Thema Fairtrade-Gold
stehen Ihnen unsere Geschäftsleiterin Nadja Lang, Mineure aus Peru,
und weitere Mitarbeitende gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich
dazu an unsere Medienstelle:
Katrin Dorfschmid, Tel. 044 278 99 17,
E-Mail: k.dorfschmid@maxhavelaar.ch
Elie Peter, Tel. 044 278 99 23, E-Mail: e.peter@maxhavelaar.ch
(Anfragen auf Französisch)
Pressebilder und weitere Informationen zu Fairtrade-Gold:
www.maxhavelaar.ch/gold



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