Handelszeitung

Media Service: Heute in der Handelszeitung vom Mittwoch, 25. März 2009

Zürich (ots) - Kapitalerhöhungen: Credit Suisse erwartet Transaktionen von 9 Milliarden Franken bei Schweizer Firmen Dufry, PubliGroupe, Schmolz+ Bickenbach, OC Oerlikon, Uster Technologies: Die Liste von Firmen, denen 2009 eine Kapitalerhöhung droht, wird lang und länger. Denn die Einkünfte brechen weg, viele Firmen zehren jetzt von ihren Ersparnissen. Bei einigen ist das Fettpolster wenig üppig. Hält die Rezession an - und danach sieht es aus - werden sie über kurz oder lang gezwungen sein, frisches Kapital aufzutreiben. "Diverse Firmen prüfen eine Kapitalerhöhung", bestätigt Marco M. Illy, Head Investment Banking Schweiz, Deutschland, Österreich bei der Credit Suisse. "In den nächsten zwölf Monaten erwarten wir allein in der Schweiz Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 9 Mrd Fr." Nick Bossart, Head Investment Banking bei der Deutschen Bank Schweiz, rechnet mit Kapitalrunden in fast allen Sektoren. Volumenmässig dominieren werden die Finanzinstitute. Coop-Chef Hansueli Loosli: "Es gibt keinen Grund, zu Lidl zu gehen" Der Coop-Chef stellt Preissenkungen in Aussicht. "Wir haben versprochen, dass wir uns bei den 600 Markenartikeln , die wir als Discountsortiment definiert haben, nicht unterbieten lassen", sagt Loosli im Interview mit der "Handelszeitung". "Es wird für den Kunden keinen Grund geben, wegen des Preises zu Lidl zu gehen, und somit gibt es auch keinen Grund, dort einzukaufen." Der zweitgrösste Detailhändler ist bestens unterwegs. Bis Mitte März ist Coop dieses Jahr um 5% gewachsen. Loosli rechnet wegen der steigenden Arbeitslosigkeit mit einem Wachstum von 2 bis 3% für das ganze Jahr. Coop: Expansion im Ausland Still und leise treibt Coop-Chef Hansueli Loosli die Expansion mit Partnern im Ausland voran. So hat er vor zwei Wochen zusammen mit der Einkaufsgemeinschaft Coopernic 17 Läden in Riga gekauft. Im April wird Transgourmet, ein Joint Venture, das Coop mit Rewe einging, in Russland den zweiten Cash&Carry-Markt und im Juni den dritten eröffnen. Bereits setzt dieses Unternehmen 10 Mrd Fr. um. Würde Coop dies in ihrer Bilanz konsolidieren, wäre Coop grösser als Migros. Seine zusätzlichen Verwaltungsratshonorare etwa bei Swisscom oder Rewe steckt Loosli nicht in den eigenen Sack: "VR-Honorare geben alle Coop-Mitarbeiter an Coop ab, es gibt keine zusätzliche Bezahlung", sagt Loosli im Interview mit der "Handelszeitung". Migros: Ein neuer Slogan und eine neue Marke Migros-Marketingchef Oskar Sager erklärt gegenüber der "Handelszeitung" die neue Marketingstrategie des Detailhandelsriesen. Mit dem neuen Slogan für die Dachmarke, welche Jung von Matt kreiert hat, und der Marke M Classic will er die Marktführerschaft in der Schweiz ausbauen. Charles Vögele: Laxey ohne neue VR-Kandidaten "Es sind keine neuen VR-Kandidaten geplant", sagt Roger Bühler von Laxey Partners gegenüber der "Handelszeitung". Somit treten an der Generalversammlung von Charles Vögele vom 1. April nur noch Alain Caparros, Peter Littmann, Jan C. Berger und Hans Ziegler zur Wiederwahl an. Entscheidend für die Unterstützung der kritischen Aktionärsgruppe um Laxey ist Migros. Ihre fehlende Unterstützung hat zur Demission von VR-Präsident Bernd Bothe und seines Vize geführt. Swiss-Life-CEO Bruno Pfister: "AWD wird separat geführt" Im Gespräch mit der "Handelzeitung" erklärt Bruno Pfister, CEO des Lebensversicherers Swiss Life, dass AWD weiterhin als separat geführte Einheit unter eigener Marke auftreten werde. Auch die Vertriebssparten würden nicht zusammengelegt: "Wir zielen in Richtung Multikanalstrategie," erklärt dazu Pfister. Dass Carsten Maschmeyer bald im Swiss Life-Verwaltungsrat sitzen wird, beurteilt Pfister positiv: "Mit ihm haben wir eine Person im Verwaltungsrat, die erstklassige Kenntnisse in Vertriebsfragen hat, und das ist sehr nützlich." Mobiliar-CEO Urs Berger: "Deutsche werden sich häufiger beteiligen" Der CEO der Mobiliar-Genossenschaft erklärt gegenüber der "Handelszeitung", dass sich in Zukunft vermehrt Deutsche Unternehmen an den Schweizer Versicherer beteiligen werden. "Der Schweizer Versicherungsmarkt ist ein Markt mit guter Entwicklung und soliden Renditen", sagt er. Zudem sagt er, dass die Beteiligungen eine gute Sache sind. "Damit erhöht sich die Schlagfertigkeit, ohne dass die Identität verloren geht", so der CEO. Die Förderung des deutschen unabhängigen Finanzvertriebes AWD durch Swiss Life sieht er allerdings noch nicht als zusätzliche Konkurrenz. "Wir haben eine starke Position auf dem hiesigen Versicherungsmarkt und machen uns daher keine weiteren Sorgen", erklärt Berger. Entsprechend wird auch die Kooperation zwischen Swiss Life und Mobiliar in der Vermittlung von Kunden fortläufig weitergeführt. VZ-Chef Matthias Reinhart: "Neukunden suchen bei uns Rat" Wegen der grossen Verunsicherung der Anleger spürt der Chef des unabhängigen Finanzdienstleisters VZ eine Zunahme bei den Neukunden. "Schwieriger wird es, wenn es um konkrete Abschlüsse geht. Dann agieren die Leute sehr zögerlich", sagt Reinhart im Interview mit der "Handelszeitung". Für das laufende Jahr erwartet er denn auch keine markante Zunahme auf der Topline. Am mittelfristigen Ziel eines jährlichen Wachstums um rund 20% hält er dennoch fest. Dazu sind auch neue Niederlassungen geplant. "Sobald sich eine Normalisierung einstellt, sind zwei neue Standorte in der Region Zürichsee sowie Baden geplant", erklärt der VZ-Chef. Credit Suisse: "Im ETF-Geschäft wollen wir die Marktposition in Europa stärken" Es habe hierzulande und in Europa noch Platz im Markt für Exchange Traded Funds (ETF), sagt Beat Rüegg, Leiter der ETF-Distribution Schweiz, gegenüber der "Handelszeitung". Die CS will deshalb eine Reihe von neuen Produkten lancieren. Bisher hat sich die Grossbank vor allem auf Schweizer Indizes als Basiswerte konzentriert. Jetzt sollen Produkte mit "globaler Abdeckung" folgen. PSP Swiss Property: Israelische Investoren wehren sich Laut Gerüchten in der Sonntagspresse will die israelische Minderheitsaktionärin AlonyHetz die Macht im Verwaltungsrat der PSP übernehmen. Alles falsch, sagen die Israeli: "Wir sind langfristig orientierte Anleger", erklärt der israelische Investor und AlonyHetz-CEO Nathan Hetz gegenüber der "Handelszeitung". Hetz betont, dass seine Gesellschaft nicht in finanziellen Schwierigkeiten stecke. "Die Aktien der PSP im Besitze der AlonyHetz sind mit keinem Franken belehnt", betont Hetz. Laut Hetz führten nicht der Wunsch nach mehr Kontrolle zur Nicht-Wiederwahl von Verwaltungsrat Max Zollinger, sondern potenzielle Interessenkonflikte: Zollinger sei auch in der Promotion von Liegenschaften und Grundstücken tätig gewesen. PSP-CFO Giacomo Balzarini widerspricht auch Gerüchten, PSP stütze den eigenen Aktienkurs mit Aktienrückkäufen, um so indirekt der AlonyHetz zu helfen: Der Rückkauf erfolge im Rahmen einer offiziellen zweiten Handelslinie, der Kurs der Aktie lasse sich nicht beeinflussen. BFW Liegenschaften: Verwaltungsratspräsident kündet Massnahmen an Seit 2007 ist die Bfw Liegenschaften an der Börse, doch der Kurs kommt nicht vom Fleck. Jetzt nimmt der Verwaltungsrat die Kritik von Grossaktionären auf. Bei den von Investoren und Analysten als zu hoch kritisierten Management-Gebühren soll ein "degressives Modell" eingeführt werden, wie Verwaltungsratspräsident und Wirtschaftsprofessor Franz Jaeger auf Anfrage der "Handelszeitung" bestätigt. Diese Änderung kommt allerdings erst, wenn die Bfw das Kapital erhöht, Liegenschaften kauft und von Skaleneffekten profitieren kann. Das wird laut Jaeger frühestens nächstes Jahr der Fall sein. Laut Jaeger sind die bisherigen Management-Gebühren nicht überhöht. Bei der nächsten Kapitalerhöhung könnte zudem auch die umstrittene Kapitalstruktur der Bfw Liegenschaften geändert werden. Derzeit kontrolliert Gründer Beat Frischknecht mit einem Aktienanteil von gut 10% über 50% der Stimmen. Wie Frischknecht gegenüber der "Handelszeitung" sagte, sei eine Lösung trotz Lex Koller juristisch machbar. Verwaltungsratspräsident Franz Jaeger will die Einheitsaktie aber nicht sofort einführen, weil er eine feindliche Übernahme befürchtet. Mobilezone-Gründer Ruedi Baer: "Der bestehende VR hat einen guten Job gemacht" Mobilezone: Martin Ebner will das Aufsichtsgremium der Handykette verkleinern und verjüngen. Auch Firmengründer Ruedi Baer soll nicht wiedergewählt werden. Im Gespräch mit der "Handelszeitung" sagt Baer über sein Verhältnis zu Martin Ebner: "Wir kennen uns seit Jahrzehnten, und ich würde unser Verhältnis als gut bezeichnen." Ebner wolle den Mobilezone-VR verjüngen, "das ist ein Anliegen, das wir grundsätzlich teilen. Mein Ausscheiden wäre ja beispielsweise in zwei Jahren ohnehin vorgesehen gewesen. Eine Eile zu diesem Schritt gibt es aus unserer Sicht aber nicht, Mobilezone schreibt schwarze Zahlen und ich denke, der bestehende VR hat einen guten Job gemacht. Kontinuität und eine schrittweise Verjüngung halte ich für besser." Bezüglich der Strategie von Mobilezone gebe es keine Differenzen. Der Generalversammlung schaue er "zuversichtlich entgegen", so Baer. Special Uhren und Schmuck: "BaselWorld" wird zur Nagelprobe Unbändige Euphorie ist ebenso fehl am Platz wie tiefe Depression - aber die aktuelle Wirtschaftskrise trifft die Schweizer Uhrenindustrie hart. Erste Betriebsschliessungen gingen bereits über die Bühne, zudem wurde vielerorts im Jurabogen Kurzarbeit verordnet. Wenn diese Woche in Basel an der weltgrössten Uhren- und Schmuckmesse 1950 Aussteller ihre Neuheiten zeigen, kommt es zur Nagelprobe für die Luxusbranche. Hersteller und Handel glauben, dass die "BaselWorld" Zweckoptimismus verdient. Daueroptimist ist in dieser Beziehung Swatch-Konzernleiter Nick Hayek: "Ich bin für die zweite Jahreshälfte 2009 zuversichtlich." (Auf 36 Seiten die schönsten Uhren). Special Energie: Schweizer Stromer geben in Italien Gas Der Schweizer Energiemarkt ist offen - und niemand geht hin. Anders nach Italien: In der Nähe von Neapel ist ein Kraftwerkspark entstanden, der mit seinen Kapazitäten auch unserem Land gut anstehen würde. Am Gas-Kombikraftwerk ist, via ihre italienische Tochter, die Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg (EGL) zu 85% beteiligt. Die EGL hat zudem noch andere Pläne: Sie will über die Trans Atlantic Pipeline Erdgas aus dem Iran und aus den Lagerstätten am Kaspischen Meer beziehen. Marketingfallstudie: Axa Bank Die Axa Winterthur will die Kundschaft mittels gross angelegter Kampagne für ihre Bank gewinnen und argumentiert vor allem mit dem Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit. Dazu Urs Widmer, CEO der Axa Bank: "Die Finanzkrise verstärkt das Bedürfnis nach kurzfristigen und sicheren Anlagen - mit den Produkten der Axa Bank haben wir darauf eine attraktive Antwort." Das Angebot der Axa Bank: Ein Sparkonto mit 1,6 % Zins sowie Gratis-Kontoführung und - Maestrokarte. Zu den Erfolgschancen der seit Februar aktiven Bank lassen sich noch keine Tendenzen ablesen. "Wir verfolgen eine langfristige Strategie und können dazu im Moment noch nicht viel sagen", so Urs Widmer. Demographie: Das Problem der alternden Belegschaften wird verschleppt Die Problematik des demographischen Wandels und der Beschäftigung älterer Arbeitnehmender ist in der Schweiz - mit Ausnahme weniger Grossunternehmen die entsprechende Projekte bereits gestartet haben noch kaum angekommen. Dies belegt eine Reihe von aktuellen Umfragen. Doch damit nicht genug: Die gegenwärtige Krise führt dazu, dass in vielen Betrieben derartige Projekte sogar noch an Bedeutung verlieren oder gänzlich zur Makulatur werden mit der Folge, dass dieser im kommenden Aufschwung vom strukturellen Faktum des demographischen Wandels noch stärker betroffen sein werden. Kontakt: Nähere Auskunft erteilt Ihnen gerne Herr Martin Spieler, Chefredaktor "Handelszeitung", Zürich. Tel. 043 444 59 00.

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