comparis.ch zur Entwicklung der Krankenkassenprämien - Versicherte rechnen mit einem düsteren Prämien-Herbst

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Zürich (ots) - Information: Die Tabelle "Hauptgrund für den Prämienanstieg" kann unter www.presseportal.ch/de/pm/100003671 kostenlos heruntergeladen werden.

Eine deutliche Mehrheit der Schweizer Versicherten rechnet mit einem mindestens so hohen Anstieg der Krankenkassenprämien wie im Vorjahr. Auch gehen sie nicht von einer Entspannung bei den Prämien in den nächsten drei Jahren aus. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdiensts comparis.ch.

Die Schweizer Prämienzahler befürchten in diesem Jahr einen ähnlich starken Anstieg der Krankenkassenprämien wie im letzten Jahr. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdiensts comparis.ch. Für diese hat im Auftrag von comparis.ch das Marktforschungsinstitut Link Mitte Juli 1211 Personen in der ganzen Schweiz befragt. Rund ein Drittel der Befragten (34 Prozent) geht davon aus, dass auf nächstes Jahr die Prämien stärker steigen als auf dieses Jahr. 48 Prozent rechnen mit einer gleich hohen Prämienerhöhung wie im Vorjahr. Auf das Jahr 2011 sind gemäss Berechnungen von comparis.ch die Prämien im Schnitt 8,6 Prozent gestiegen.(1)

Auch wenn es um die längerfristige Entwicklung der Prämien geht, sind die Befragten wenig optimistisch. So gehen 43 Prozent davon aus, dass in den nächsten drei Jahren die Prämien stärker steigen werden als in den letzten drei Jahren. 40 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Prämien in den nächsten drei Jahren gleich stark steigen wie in den Vorjahren. Nur gerade 13 Prozent denken, dass es mittelfristig zu einer Entspannung kommt und die Prämien weniger stark steigen als zwischen 2009 und 2011. «Die Prämienzahler glauben nicht, dass die Politik mit wirksamen Reformen den starken Kostenanstieg im Gesundheitswesen in den Griff bekommt und den Prämienanstieg dämpfen könnte», sagt Andreas Lüber, Krankenkassenexperte bei comparis.ch, zum Ergebnis der Umfrage.

Steigen die Prämien auf das kommende Jahr wirklich in diesem Umfang, hat das Folgen: 38 Prozent der Befragten geben an, sie könnten die Prämien nur noch bezahlen, wenn sie sich sonst einschränken würden. 4 Prozent könnten die Prämien nicht mehr bezahlen. Immerhin: Für mehr als die Hälfte (53 Prozent) wäre ein solcher Prämienanstieg finanziell kein Problem. In der Westschweiz geben allerdings mit 45 Prozent der Befragten signifikant weniger Personen an, dass eine Prämienerhöhung wie im Vorjahr für sie unproblematisch wäre. «Dass in der Westschweiz weniger Versicherte einen starken Prämienanstieg finanziell verkraften können, überrascht nicht. Schliesslich sind in der Romandie die Prämien tendenziell höher als in der Deutschschweiz», erklärt Lüber.

Arztbesuche wichtigster Grund für Prämienanstieg

Auffällig ist, dass die meisten der befragten Prämienzahler den Hauptgrund des Prämienanstiegs in den Kosten der medizinischen Versorgung sehen. Spontan nach dem wichtigsten Grund für den Prämienanstieg gefragt, geben 19 Prozent der Befragten an, dass die Leute zu schnell oder zu oft zum Arzt gehen. 10 Prozent sehen den wichtigsten Grund für den Prämienanstieg in den durch die Kassen bezahlten Leistungen, seien es die teuren Behandlungen oder der zu umfassende Leistungskatalog. Den generellen Anstieg der Gesundheitskosten nennen 8 Prozent als wichtigsten Grund für den Anstieg (siehe Tabelle). «Die Ergebnisse zeigen, dass die Prämienzahler die Kostentreiber realistisch einschätzen und erkennen, wo Reformen im Gesundheitswesen nötig sind. Die Politiker sollten das als Auftrag ihrer Wähler auffassen», sagt Andreas Lüber.

(1) Prämienanstieg für alle Versicherten, Versichertenmodelle und Franchisen

Kontakt:

Andreas Lüber
Krankenkassenexperte
Telefon: 044 360 34 00
E-Mail: media@comparis.ch
www.comparis.ch/krankenkassen