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Kräftig trinken und das Herz schädigen: Blutgerinnsel am Morgen danach

Lausanne (ots) - Es hat sich herumgesprochen, dass ein sehr bescheidener Alkoholkonsum einen schützenden Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem hat. Wer hingegen dauerhaft zu viel trinkt, schädigt wiederum zweifellos sein Pumporgan. Neue holländische Forschung zeigt nun, dass auch ein punktueller Hochkonsum (Volltrunkenheit) seine Risiken für das Herz birgt, da Alkohol die körpereigene Fähigkeit zur Auflösung von Blutgerinnseln vermindert. Damit steigt das Risiko von Thrombosen, wie die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) in Lausanne meldet. Wer kennt es nicht, das Loblied der segensreichen Wirkungen des Alkohols auf die Herz-Kreislaufgesundheit? Zweifellos haben zahlreiche Studien belegt, dass Alkoholisches, in bescheidenen Massen genossen, die Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen mindert. So weit so gut, mag man sagen, und im selben Atemzug darauf hinweisen, dass sich diese Erkenntnis auf einen wirklich massvollen Umgang mit Alkohol bezieht und zudem auch noch auf bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Männer im mittleren Alter beschränkt ist. Wer die empfohlenen Grenzen an Bier, Wein und Schnaps chronisch überschreitet, kann den Herz-Kreislauf-Schutzfaktor «Alkohol» schnell vergessen und lebt sogar mit einem höheren Risiko, seine Pumpe zu beschädigen. Nun hat ein holländisches Forschungsteam dem Lager der alkoholbedingten Herz-Kreislaufschützer noch eine Nuss zu knacken gegeben: auch wer punktuell über den Durst trinkt, kann seinem Herz-Kreislaufsystem direkt schaden. Darauf weist die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) in Lausanne hin. Blutgerinnsel am Morgen danach... Die Mediziner des Eemland Hospitals in Amersfoort haben untersucht, wie Alkohol auf die Fibrinolyse im Körper wirkt. Darunter ist der biologische Prozess der körpereigenen Auflösung von Blutgerinnseln zu verstehen. Wenn man weiss, dass diese Blutgerinnsel zu den gefürchteten Thrombosen führen, welche die Herz-Kreislaufgefässe mit tödlichen Folgen verschliessen können, versteht man die Bedeutung der holländischen Forschung. Die Untersuchung ergab, dass bei Versuchspersonen mit einem situativen Hochkonsum von 6 Gläsern Rotwein die Fähigkeit des Körpers zur Fibrinolyse deutlich verringert ist gegenüber geringen Konsummengen. Mehr Blutgerinnsel bleiben dann unaufgelöst in den Blutbahnen, was das Risiko eines Herz-Kreislaufvorfalls steigen lässt. Zu allem Überfluss hält dieser gefährliche Effekt auch noch am Morgen danach an. Punktueller Hochkonsum von Alkohol dürfte somit sicher nicht als herz-kreislaufgesund durchgehen. Quelle: van de Wiel A. et al.: Acute inhibitory effect of alcohol on fibrinolysis. Eu J Cli Invest 31 (2001) 164-170 ots Originaltext: SFA Lausanne Internet: www.newsaktuell.ch Kontakt: SFA Lausanne Sekretariat Prävention und Information Tel. +41/21/321'29'76

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