Bundesamt f. Umwelt, Wald und Landschaft

Grimsel ins Bundesinventar der Moorlandschaften aufgenommen

      Bern (ots) - 25. Februar 2004 Der Bundesrat hat die Revision der
Flachmoorverordnung und der Moorlandschaftsverordnung beschlossen.
Die Moorlandschaft Grimsel wird definitiv ins Moorlandschaftsin-
ventar aufgenommen, und der Perimeter leicht verkleinert. Dieser
Entscheid erlaubt den Kraftwerken Oberhasli (KWO), das Verfahren für
die Bewilligung der geplanten Erhöhung der Staumauer weiterzuführen.

Als einzige Gebiete der Schweiz figurierten bisher die
Moorlandschaft Grimsel und das darin liegende Flachmoor
Mederlouwenen nicht definitiv in den entsprechenden
Bundesinventaren. Sie unterstanden aber einem vorsorglichen Schutz,
der keinerlei Veränderungen erlaubte, welche den Zustand der beiden
Objekte beeinträchtigt hätten. Nun hat der Bundesrat eine Revision
der Flachmoor- und der Moorlandschaftsverordnung beschlossen. Damit
wird die Grimsel definitiv als Moorlandschaft in das entsprechende
Inventar aufgenommen. Gleichzeitig wird aber der Perimeter
verkleinert: Die Grenze der Schutzzone verläuft dem Grimselsee
entlang 27 Meter höher als heute. Das bedeutet eine Verringerung der
gesamten Moorlandschaftsfläche um 5 Prozent. Trotzdem erfüllt das
Gebiet weiterhin die Kriterien einer Moorlandschaft von besonderer
Schönheit und nationaler Bedeutung. Das hat auch eine Studie im
Auftrag des Kantons Bern gezeigt. Nicht tangiert von der neuen
Grenze der Schutzzone ist das höher liegende Flachmoor
Mederlouwenen. Es wird als Ganzes definitiv in das Flachmoorinventar
aufgenommen.

    Rahmenbedingungen für allfälligen Ausbau der Wasserkraftnutzung klären Auswirkungen hat der Entscheid vorab für die Kraftwerke Oberhasli, die mit dem Projekt KWO plus im Grimselgebiet die Produktionsanlagen optimieren und ausbauen wollen, um zusätzliche Winterenergie gewinnen zu können. Unter anderem ist geplant, das Speichervolumen des Grimselsees zu erhöhen, indem die Staumauer um 23 Meter erhöht wird. Mit seinem Beschluss will der Bundesrat nun Rechtssicherheit für die KWO schaffen bezüglich der Rahmenbedingungen ihrer Ausbauplanung. Mit der Aufnahme der Grimsel in das Moorlandschaftsinventar ist die wichtigste Hürde zur Staumauererhöhung eliminiert: Der Moorschutz gilt für das aus dem bisherigen Perimeter ausgeschlossene Gebiet nicht mehr. Mit seinem Entscheid beurteilt der Bundesrat allerdings nicht die Ausbaupläne der KWO an sich. Eine allfällige Konzession und Baubewilligung bleibt dem ordentlichen Verfahren vorbehalten.

    Perimeter verschiedener Moorlandschaften und Flachmoore angepasst Mit der Revision der Flachmoor- und der Moorlandschaftsverordnung werden zudem verschiedene Perimeter geringfügig verändert: Dies betrifft die Moorlandschaften Rothenthurm (SZ/ZG), Zugerberg (ZG), Unterägeri (ZG), Maschwander Allmend (ZG), Lac de Lussy (FR), Les Grangettes (VD), Amsoldingen (BE), Schwägalp (AI) und Fänerenspitz (AR). Im Flachmoorinventar werden die Perimeter der Objekte Les Saviez (VD) und Wetziker Riet/Oberhöfer Riet/Schwändi/Hiwiler Riet (ZH) korrigiert. Die Änderungen sind nötig, weil die kantonale Detailkartierung dieser Flachmoore und Moorlandschaften von den in den Inventaren festgelegten Perimetern leicht abweichen. Die vorgenommenen Anpassungen erleichtern zudem die Umsetzung der Verordnungen durch die Kantone. Die Revision tritt am 1. Mai 2004 in Kraft.

UVEK    Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation Presse- und Informationsdienst

Auskünfte: Willy Geiger, Vizedirektor BUWAL, 031 322 24 96 Meinrad Küttel, Abteilung Natur BUWAL, 078 854 05 51



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