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WAK-N zeigt sich mutiger als Bundesrat

Bern (ots)

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist sehr erfreut über den Entscheid der Kommission für Wirtschaft und Abgaben WAK des Nationalrates: Mit der Annahme der parlamentarischen Initiative von Travail.Suisse-Vizepräsident und SP-Nationalrat Jacques-André Maire zeigt sie mehr Mut als der Bundesrat, der am 19. Juni seinen Bericht zur Umsetzung der Fachkräfteinitiative präsentierte. Die WAK zeigt mit ihrem Entscheid, dass sie nicht damit einverstanden ist, dass der Bundesrat im Zeitalter des Fachkräftemangels Vorstösse im Bereich von Arbeit, Bildung und Wiedereinstieg abschreiben will.

Ein erster Schritt, um den toten Winkel im AVIG zu beseitigen, wurde in der letzten Sitzung der WAK-N getan. Die parlamentarische Initiative Maire (14.452) behandelt die Kriterien der Arbeitslosenversicherung bei der Gewährung von Bildungsmassnahmen. Diese Kriterien müssen für diejenigen Personen angepasst werden, die dem Arbeitsmarkt aufgrund familiärer Verpflichtungen ferngeblieben sind, und wieder ins Erwerbsleben einsteigen wollen.

Personen, die sich für mehr als vier Jahre aus dem Berufsleben zurückgezogen haben, um ihre Kinder aufzuziehen - zumeist Frauen -, müssen sich wieder in den Arbeitsmarkt eingliedern können. Dazu muss man ihren besonderen Bedürfnissen Rechnung tragen, die über ein paar Kurse zur Auffrischung ihrer ursprünglichen Ausbildung hinausgehen. Wiedereinstiegswillige benötigen professionelle Begleitung über mehrere Monate. Damit das möglich ist, müssen die Betroffenen finanzielle Unterstützung für Bildungsmassnahmen, wie sie vom Arbeitslosenversicherungsgesetz AVIG vorgesehen sind, beziehen können. Das verhindern heute aber die Kriterien der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV, welche die besondere Situation der Wiedereinstiegswilligen nicht berücksichtigen.

Die Mitglieder der WAK haben heute bewiesen, dass sie den toten Winkel im AVIG bemerkt haben und ihn eliminieren wollen. Gleichzeitig zeigt die Wirtschaftskommission, dass sie mit der Abschreibung von Motionen und Postulaten zum Thema nicht einverstanden ist und weist damit den Bericht des Bundesrates zur Umsetzung der Fachkräfteinitiative zurück. Folgt die WAK-Ständerat dem Entscheid, so wird der Artikel 60 des AVIC durch die Nennung der spezifischen Zielgruppe der Wiedereinsteiger/innen ergänzt. Personen, die nach einer langen Erwerbspause aufgrund familiärer Verpflichtungen wieder in die Erwerbstätigkeit einsteigen möchten, werden nicht mehr verpflichtet, sich noch während der bewilligten Kurse zu bewerben.

Kontakt:

Valérie Borioli Sandoz, Verantwortliche Gleichstellungspolitik, 079
598 06 37

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