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Teurer Fehler der Bâloise-Topmanager in Hamburg:
Managerposse: Massenentlassung auch wenn dadurch der Gewinn schrumpft

Hamburg (ots)

-Bâloise bleibt 18 Millionen Euro hinter eigenen Gewinnplanungen 
zurück - das entspricht rund 80.000 Euro je geplanter Entlassung
-230 gestrichene Stellen reichen nicht mehr, um       
Kostensenkungsziele der Bâloise zu befriedigen
-Jeder weitere Monat ohne Lösung senkt Gewinne um weitere 1       
Million Euro
-Heute großer demonstrativer Akt vor der Agentur für Arbeit       
gegen wirtschaftlich unsinnige Massenentlassung
Hamburg ist stolz auf seine Tradition der Hanseatischen Kaufleute.
Was derzeit in Hamburg zu beobachten ist, begreift allerdings kein 
Kaufmann: Die Bâloise will die Unternehmensgruppe Deutscher Ring 
zerschlagen, 230 MitarbeiterInnen entlassen und dadurch 
"Synergieeffekte  von 20 bis 25 Millionen Euro pro Jahr" heben. Das 
ist der Plan. Die Wirklichkeit: Bis heute ist die Schweizer Bâloise 
bereits rund 18 Millionen Euro hinter ihren ambitionierten 
Gewinnplänen zurückgefallen - ohne auch nur einen einzigen 
Mitarbeiter entlassen zu haben. Das sind rechnerisch 80.000 Euro für 
jede geplante Entlassung. Die MitarbeiterInnen des Deutschen Rings 
folgten heute einem Aufruf der Gewerkschaft ver.di und haben das 
Ausmaß der geplanten Entlassungswelle in einer Protestaktion mit 230 
schwarzen Stühlen vor der zuständigen Agentur für Arbeit 
(Kurt-Schumacher-Allee in Hamburg) verdeutlicht, um gegen die 
verlustbringende Massenentlassung zu protestieren. Bislang hat sich 
Bâloise mit ihren Plänen nicht durchsetzen können. Der Grund: Das 
Vorhaben ist nicht nur wirtschaftlich unsinnig, die Bâloise liegt 
zudem im Streit mit der Signal Iduna-Gruppe über die Zukunft der 
gemeinsamen Beteiligung. Nur die Signal Iduna-Gruppe hat bereits eine
Garantie für alle Arbeitsplätze beim Deutschen Ring, die in den 
Gleichordnungskonzern übergehen, ausgesprochen und sieht sehr gute 
Wachstumschancen.
Im November 2008 hat die Bâloise die Zerschlagung der 
Unternehmensgruppe Deutscher Ring angekündigt und kurze Zeit später 
ambitionierte Kostensenkungsziele verkündet. 20 bis 25 Millionen Euro
sollen pro Jahr gespart werden. Neun Monate später ist die Bâloise 
immer noch nicht weiter, die Synergieeffekte verspäten sich. Damit 
fällt die Bâloise bereits mindestens 15 Millionen Euro hinter ihre 
Gewinnplanung zurück. Rechtsanwälte und PR-Berater haben bisher 
schätzungsweise 2 Millionen Euro gekostet. Die seit November 2008 
gestiegene Betriebszugehörigkeit erhöht die Abfindungskosten um ca. 
0,6 Millionen Euro. Macht in der Summe etwa 18 Millionen Euro, die 
zur Gewinnplanung fehlen. Die Gewinneinbußen wachsen mit jeden Monat 
um rund 1 Million Euro an.
Doch es kommt noch schlimmer. Weil die eigenen Kosten im 
Branchenvergleich zu hoch seien, hat die Bâloise vor wenigen Tagen 
ein konzernweites Kostensparprogramm verkündet, das 10 Millionen 
Schweizer Franken pro Jahr bringen soll. Deutschland liefert rund 30 
Prozent der Bâloise-Umsätze und ist der wichtigste Auslandsmarkt. 
Ohne eine Lösung beim Deutschen Ring sind die geplanten, 
einheitlichen Lösungen für Einkauf und IT nicht machbar - und auch 
diese Sparziele werden verfehlt.
Auch bei den Restrukturierungskosten ist das Schweizer Bâloise- 
Management zu optimistisch. 30 Millionen Euro sollen reichen, um den 
Deutschen Ring zu zerschlagen und eine eigenständige Einheit neu 
aufzubauen. "Die Kostenschätzung von 30 Millionen Euro zeigt, dass 
die Bâloise die Komplexität einer Zerschlagung des Deutschen Rings 
vollkommen unterschätzt oder bewusst mit falschen Zahlen agiert. Wir 
gehen von 120 Millionen Euro aus", sagt Helga Reichow, 
Betriebsratsvorsitzende beim Deutschen Ring. "Angesichts der neuen 
Kostensparprogramme sind sogar noch mehr Entlassungen zu erwarten als
bisher bekannt gegeben wurde. Schließlich sollen nun auch noch 
Einkauf und IT in Deutschland zusammengestrichen werden." Das erhöht 
die Restrukturierungskosten.
"Unter dem Strich ist die Zerschlagung des Deutschen Rings 
wirtschaftlich völlig unsinnig! Die Entlassungen reduzieren den 
Gewinn und erhöhen damit den Druck, Kosten zu sparen. Es liegt also 
auf der Hand, dass es weit mehr Entlassungen geben soll", sagt Helga 
Reichow. "Das ist eine Managerposse. Welcher verantwortliche 
Unternehmer kämpft für Entlassungen, um gleichzeitig seinen Gewinn zu
reduzieren?" Bislang wird die Zerschlagung des Deutschen Rings 
allerdings systematisch schön gerechnet: Kosten fallen klein aus, 
Synergiegewinne möglichst hoch.
Für Interviews zu weiteren Hintergründen stehen VertreterInnen des
Betriebsrats des Deutschen Ring zur Verfügung.
AnsprechpartnerInnen für Presseanfragen:
Betriebsrat der Deutscher Ring-Gruppe
Helga Reichow 
Tel.: +49 40 3599-3016 
E-Mail:  Helga.Reichow@DeutscherRing.de

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