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EuSalt: „Es gibt keinen klaren wissenschaftlichen Beweis, der die Salzreduzierung bei Gesunden rechtfertigt."

Brüssel, Belgien (ots)

Entgegen einer Meldung der Europäischen
Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Ende Juni dieses Jahres
hält der Verband der Europäischen Salzindustrie (EuSalt) an seiner
Auffassung fest, dass nach derzeitigem wissenschaftlichen
Erkenntnisstand eine Reduktion der täglichen Salzaufnahme bei 
Gesunden nicht notwendig ist. In einer aktuellen Risikoanalyse kommt
EFSA zu dem Schluss, dass die heute übliche Salzaufnahme zur Erhöhung
des Blutdrucks führe - einem Hauptrisikofaktor bei Herzkrankheiten.
Demgegenüber bleibt EuSalt bei seiner erst kürzlich bei einer
Internationalen Konferenz geäußerten Auffassung, dass die bestehenden
medizinischen Empfehlungen obsolet sind und gesunde Menschen im
Allgemeinen keinen Nutzen von einer Reduktion ihrer Salzaufnahme
haben.
Wissenschaft
Wissenschaftlich bezieht sich EuSalt auf die Jürgens &
Graudal-Studie* aus dem Jahre 2004. Diese Meta-Analyse bewertet alle
verfügbaren wissenschaftlichen Arbeiten seit 1966 und stellt fest,
dass Menschen mit normalem Blutdruck nicht von einer Reduktion ihrer
Salzaufnahme profitieren. Hingegen kann eine reduzierte Salzaufnahme
bei Menschen mit erhöhtem Blutdruck kurzfristig zu einer Senkung des
Blutdrucks führen. Jedoch sind Langzeitversuche erforderlich, um
festzustellen zu können, ob diese Wirkung anhält.
EuSalt verweist zudem auf die Hooper et al-Studie**, die besagt,
dass nach Absetzen von blutdrucksenkenden Mitteln eine reduzierte
Natriumaufnahme einen erhöhten Blutdruck verhindern hilft.Für den 
Einzelnen ist es aber sehr schwer, auf Dauer seine Natriumaufnahme
einzuschränken. Der gesundheitliche Nutzen (oder Nachteil) einer
salzarmen Ernährung ist unklar und für die Klärung  dieser Frage sind
dringend weitere Forschungen erforderlich.
Auch die He & MacGregor-Studie*** zeigt nur eine minimale
Absenkung des Blutdruckes bei gesunden Menschen, die ihre
Salzaufnahme für vier Wochen um 4 g/Tag reduziert hatten.
Außerdem weist EuSalt auf den niederländischen Professor Dr.
Diederick Grobbee hin, der bei der vorgenannten Internationalen
EuSalt-Konferenz die Ergebnisse der Rotterdamer Studie vorstellte,
die keinen kausalen Zusammenhang  zwischen Salzaufnahme auf der einen
Seite sowie Sterblichkeit und Herz-Kreislauferkrankungen auf der
anderen Seite zeigten. Die Forschungsergebnisse der Grobbee-Studie
sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.
Tolerierbare obere Grenzwerte für die Aufnahme von Natrium
EFSA ist der Meinung, dass die verfügbaren Daten nicht ausreichen, um
obere Grenzwerte für die Natriumaufnahme festzulegen. Wegen der
unklaren Datenlage hält EuSalt es für dringend notwendig, dass
zuverlässige, reproduzierbare Systeme zur Erfassung und Überprüfung
der relevanten Daten in allen europäischen Ländern geschaffen werden.
Weitere wissenschaftliche Diskussionen und politische Entscheidungen
erfordern eine fundierte Datengrundlage insbesondere zum 
Salzverzehr, zu Änderungen beim Salzverzehr und den sich hieraus
ergebenden gesundheitlichen Auswirkungen insbesondere auf den
Blutdruck.
Risiken bei der Reduzierung der Salzaufnahme
EuSalt glaubt, dass die Ergebnisse des EFSA Reports zu
Missverständnissen bzw. Fehleinschätzungen führen können. EuSalt
weist auf die besondre Bedeutung einer ausreichenden
Natriumversorgung bei schwangeren Frauen, bei multimorbiden älteren
Patienten und bei Sportlern hin. Diese Gruppen benötigen ausreichend
Salz. Eine reduzierte Natriumaufnahme bedeutet eine tatsächliche
Gefahr für diese Menschen.
Salz ist ein lebenswichtiger und essentieller Stoff - ein
wirkliches Lebensmittel - und gesunde Menschen haben keinen Nutzen
von einer reduzierten Salzaufnahme.
* Jürgens G, Graudal NA Effects of low sodium diet versus high  
       sodium diet on blood pressure, renin, aldosterone,  
       catecholamines, cholesterols, and triglyceride (Cochrane 
       Review). In: The Cochrane Library, Issue 1, 2004.  
       Chichester, 
       UK: John Wiley & Sons, Ltd.
** Hooper L, Bartlett C, Davey Smith G, Ebrahim S  Advice to  
       reduce dietary salt for prevention of cardiovascular 
       disease  
       (Cochrane Review). In: The Cochrane Library, Issue 1, 
       2004. 
       Chichester, UK: John Wiley & Sons, Ltd.
*** He FJ, MacGregor GA. Effect of longer-term modest salt   
       reduction on blood pressure (Cochrane Review). In: The 
       Cochrane Library, Issue 3, 2004. Chichester, UK: John 
       Wiley & Sons, Ltd.

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