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SGB: Prekäre Wahrnehmung des Bundesrates

Bern (ots)

9 Jahre liess sich der Bundesrat Zeit, um dürftige
Resultate zu der Entwicklung der prekären Arbeitsverhältnisse zu 
liefern. In Beantwortung des Postulats Rennwald aus Jahre 1997 kommt 
der Bundesrat heute zum Schluss, dass die prekären 
Arbeitsverhältnisse in der Schweiz nicht zugenommen hätten.
Wer die verfügbaren Statistiken betrachtet, sieht, dass diese 
Aussage allenfalls behördlichem Wunschdenken, nicht aber der 
Realität entspricht.
Gemäss der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung nimmt die Arbeit 
auf Abruf stetig zu. So arbeiteten 2006 im Vergleich zum Jahr 2003 
21’000 Personen mehr auf Abruf – also ohne feste Arbeitszeiten. Die 
Zahl der Arbeitnehmenden mit einem befristeten Arbeitsvertrag hat 
sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Heute arbeiten 113'000 mit 
einem auf maximal 3 Jahre befristeten Vertrag, 1997 waren es 55'000. 
Die von Temporären geleisteten Arbeitsstunden haben in den letzten 
Jahren sogar um 260 Prozent zugenommen!
Diese Beschäftigungsformen bedeuten nicht nur harte individuelle 
Schicksale, sondern bergen auch sozialpolitischen Zündstoff. Mit 
prekären Beschäftigungsformen müssen insbesondere Frauen, 
Jugendliche und ausländische Arbeitnehmende vorlieb nehmen. Prekär 
Beschäftigte sind schlecht bezahlt und haben ein deutlich höheres 
Arbeitslosigkeitsrisiko. Dazu kommen miese Arbeitsbedingungen, wie 
etwa hohe Unfallgefahren. Von den Temporären in Industrie und 
Baugewerbe erleidet rund ein Drittel einen Berufsunfall.
Dementsprechend drohen auch dauerhafte Belastungen für die 
Sozialwerke. Das geltende Arbeitsrecht und die Sozialgesetzgebung 
stützen sich primär auf die traditionellen, sicheren, 
Arbeitsverhältnissen ab. Prekäre Beschäftigungen fallen durch die 
Maschen der Gesetze und gewähren wenig Schutz.
Der SGB ist der Ansicht, dass der Bundesrat die negativen 
Auswirkungen der prekären Arbeit bekämpfen muss und nicht einfach 
dulden darf. Taten und nicht Abwarten sind gefragt, will man die 
längerfristige Prekarisierung des Arbeitsmarktes verhindern.
Schweizerischer Gewerkschaftsbund
Auskunft:
Daniel Lampart, 079 205 69 11
Doris Bianchi, 076 564 67 67

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