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Metas Bundesamt für Metrologie und Akkre

Vorstoss in neue Dimensionen

Bern-Wabern (ots)

Bundesamt für Metrologie und Akkreditierung
Mit der Inbetriebnahme der Erweiterungsbauten
am 17. Mai bricht das Bundesamt für Metrologie und Akkreditierung
(METAS) in neue Dimensionen auf: Der Neubau in Bern-Wabern
vergrössert die Nutzfläche der bestehenden Gebäude um gut die Hälfte
auf 15'000 m2. Dies schafft den nötigen Platz, um neue Aufgaben in
Metrologie und Akkreditierung in Angriff zu nehmen und die
Betriebsabläufe zu verbessern. Die Kosten belaufen sich auf 54.4
Millionen Franken.
Im Beisein einer illustren Gästeschar aus Politik, Wirtschaft und
Wissenschaft wird Bundesrätin Ruth Metzler, Vorsteherin des
Eidgenössischen Polizei- und Justizdepartementes, die
METAS-Erweiterungsbauten (Bild 1) am 17. Mai eröffnen. Am Freitag
werden 500 Kunden und Geschäftspartner einen Blick in die neue
Laborinfrastruktur werfen. Am Samstag, 19. Mai, findet der Tag des
offenen "Laborinths" statt, wo der Oeffentlichkeit Gelegenheit
geboten wird, das "Labyrinth der Labors" zu besichtigen. Vom 14. bis
16. Mai nehmen 60 Delegierte und Experten aus 23 europäischen Ländern
und aussereuropäische Gäste an der Jahreskonferenz von EUROMET teil.
Wolfgang Schwitz, Direktor METAS, ist seit Herbst 2000 Vorsitzender
dieser europäischen Metrologieorganisation.
Vorstoss in kleinste Strukturen
Mit immer kleineren Strukturen, komplexeren Systemen und
steigenden Anforderungen an die Umgebungsbedingungen stösst die
moderne Fertigungstechnologie in mehrfacher Hinsicht in neue
Dimensionen vor. Dies stellt die Längenmesstechnik am METAS vor
herausfordernde Aufgaben. Dank neuen Labors und neuen Einrichtungen
kann METAS mit dieser Entwicklung Schritt halten und auch künftig die
verlangten Kalibrationen und Messungen in der dimensionellen
Messtechnik anbieten. Die kleinsten technisch erzeugten Strukturen
sind nur noch wenige Nanometer gross, das heisst einen Milliardstel
Meter bzw. Millionstel mm. Der Vorstoss in diese unvorstellbar
kleinen Strukturen wird als Nanotechnologie bezeichnet. Sie gilt als
Schlüsseltechnologie für den industriellen Fortschritt der nächsten
Jahrzehnte.
Mit dem Bezug der neuen Labors kann METAS seine messtechnische
Kompetenz auch in diesem Bereich verbessern: Neu stehen drei
Reinräume zur Verfügung, wo unter anderem das am METAS weiter
entwickelte Metrologie-Rasterkraftmikroskop betrieben wird (Bild 2).
Es kann den mittleren Strukturabstand eines holographischen Gitters
von 700 Nanometern mit einer Genauigkeit von 0.008 Nanometern
bestimmen.
Vorstoss in neue Fachgebiete
Mobilfunk, Computer, Mikrowellengeräte und andere
elektrotechnische Errungenschaften haben nebst ihren unbestrittenen
Vorteilen auch unerwünschte Nebenwirkungen: Sie verursachen
elektromagnetische Strahlung und Störsignale auf Leitungen.
Festgelegte Grenzwerte dienen dazu, das fehlerfreie Funktionieren
dieser Geräte und den Schutz von Mensch und Umwelt sicherzustellen.
Das Messen der entsprechenden Grössen stellt an das Fachwissen und
die Instrumentierung grosse Anforderungen. Mit den neuen Labors ist
METAS nun in der Lage, auf dem Gebiet der leitergebundenen und
strahlungsinduzierten elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) die
notwendigen Messgrundlagen für die schweizerischen EMV-Prüflabors
bereitzustellen. In der Grundkonfiguration ist die neuen EMV-Halle
voll echofrei. So eignet sie sich zur Kalibrierung von Antennen, die
zur Messung von elektromagnetischen Feldern in der Umwelt oder für
Prüfzwecke im Labor verwendet werden.
Messungen mit Antennen sind aufwändig und anspruchsvoll. Für
orientierende Messungen während der Produktion oder im Freien genügt
oft eine Feldmessung mit einer wesentlich billigeren und einfacher
anzuwendenden Feldmesssonde. METAS unterstützt diese kostengünstige
Alternative mit der Kalibrierung der Sonden in einer speziellen
GTEM-Zelle (Gigahertz Transverse Electromagnetic Mode).
Kompetenzprüfung und Wissensvermittlung
Die neuen Bauten beherbergen aber nicht nur Laboratorien, sondern
auch den nötigen Raum für die rasant wachsende Akkreditierungsstelle.
Sie prüft und zertifiziert die Kompetenz von Prüf-, Kalibrier- und
Zertifizierungsstellen nach internationalen Standards und schafft
damit die Voraussetzung für den reibungslosen globalen Austausch von
Produkten und Dienstleistungen.
Das umfangreiche Know-How von METAS in Metrologie und
Akkreditierung soll der Wirtschaft aber auch in Form von Schulung und
Beratung zugute kommen. Die Erweiterungsbauten schliessen deshalb
auch grosszügige Vortrags-, Schulungs- und Besprechungsräume mit
entsprechender Infrastruktur mit ein.
Bautechnische Spitzenleistung
Der Bau von hoch technologischen Metrologielabors ist
anspruchsvoll und nur mit wenigen Beispielen im Ausland vergleichbar.
Bauseitig waren Massnahmen vorzukehren, welche die hohen
Anforderungen bezüglich Klimastabilität und Erschütterungsfreiheit
erreichen helfen. Dazu gehört, dass die Labors von der Aussenwelt
abgeschirmt und teilweise unterirdisch angeordnet wurden.
Eine thermisch aktive Bauweise gewährleistet, dass die Temperatur
während besonderen Messungen nicht mehr als ein Zehntel Grad Celsius
vom Sollwert von 20 *C abweicht. Mit Schlaufen von Leitungen für
thermostatisiertes Wasser in Böden und Decken werden äussere
Temperaturschwankungen im Laborbereich ausgeglättet. 67 Zu- und
Umluftgeräte (Monoblocs) regeln individuell die Lufttemperatur und
-feuchtigkeit der einzelnen Labors. Diese Bauweise gewährleistet,
dass die Temperatur nicht mehr als ein Zehntel Grad Celsius vom
Sollwert abweicht und die relative Feuchtigkeit immer zwischen 45 %
und 55 % liegt.
Haushälterischer Umgang mit Energie
Ein Betrieb wie das Bundesamt für Metrologie und Akkreditierung
hat einen hohen Energiebedarf. Von Beginn weg stand deshalb beim
Neubauprojekt ein sorgfältiger Umgang mit der Energie im Vordergrund.
Aus Luft und Kühlwasser der Labors wird deshalb die Wärme
zurückgewonnen. Um den Bedarf an nicht erneuerbarer Energie zu
reduzieren, wird ein Erdsondenfeld eingesetzt. Die Erde nimmt als
Zwischenspeicher in der wärmeren Jahreszeit die Abwärme auf und gibt
sie bei Bedarf in der Uebergangszeit und im Winter wiederum fürs
Heizen frei. Dazu wurden 45 Erdsonden bis in eine Tiefe von 100
Metern in die Erde verlegt.
Der Zeit voraus sein
In einer Zeit des rasanten technologischen und wirtschaftlichen
Wandels kommen der Metrologie und der Akkreditierung eine grosse
Bedeutung zu. Deshalb ist das Bundesamt ständig bestrebt, neue
Entwicklungen vorwegzunehmen. Mit der Eröffnung der
METAS-Erweiterungsbauten geht eine achtjährige Planungs-,
Projektierungs- und Bauphase erfolgreich zu Ende. Der Neubau eröffnet
der Schweiz neue Dimensionen in Metrologie und Akkreditierung und
sichert unserer Industrie und Wirtschaft wichtige Grundlagen
hinsichtlich Genauigkeit und Qualität für die Zukunft.
Bild 1 "Erweiterungsbauten"
Dank den neuen Erweiterungsbauten kann das Bundesamt für
Metrologie und Akkreditierung in Bern-Wabern neue Aufgaben und
Projekte in Angriff nehmen und seine Betriebsabläufe optimieren.
Bild 2 "Metrologie-Rasterkraftmikroskop"
Das am METAS weiter entwickelte Metrologie-Rasterkraftmikroskop
ist in der Lage, kleinste dreidimensionale Strukturen in höchster
Auflösung und bisher unerreichter Genauigkeit zu vermessen.

Kontakt:

Christian Antener, Leiter Kommunikation und Promotion,
Bundesamt für Metrologie und Akkreditierung, Lindenweg 50,
CH-3003 Bern-Wabern, Tel. +41 31 32 33 489,
E-Mail: christian.antener@metas.ch,

Text und Bilder können von www.metas.ch/de/medien
heruntergeladen werden.

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