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Museum des Monats Juni: Kunstschätze aus dem Irak in der Archäologischen Sammlung der Universität Zürich

Zürich (ots)

Unter dem Titel "Könige am Tigris - Medien
assyrischer Herrschaft" stellt die Archäologische Sammlung der
Universität Zürich monumentale Wandreliefs aus zwei Königspalästen
der assyrischen Hauptstadt Kalchu am Tigris aus (heute Nimrud,
Nordirak). Diese im Rahmen des 175 jährigen Bestehens der Universität
Zürich konzipierte Jubiläumsausstellung bewog die 50 im Verein
Zürcher Museen (VZM) zusammengeschlossenen Häuser, die Leistungen der
Archäologischen Sammlung mit der Auszeichnung "Museum des Monats Juni
08" zu würdigen.
Im Zentrum der Ausstellung stehen zentnerschwere Alabastertafeln,
die die Lehmziegelbauten der assyrischen Königspaläste vor rund 2800
Jahren verkleideten. Sie sind Zeugen einer der bedeutendsten
Hochkulturen der antiken Welt, in der sich eine enorm verfeinerte
Kunst entwickelte. Die Wandreliefs hatten verschiedene Funktionen zu
erfüllen. Als imposante Text- und Bildträger dienten sie einerseits
der Staatspropaganda, indem sie unter anderem die Kriegserfolge der
assyrischen Potentaten verherrlichen. Anderseits hatten die auf
diesen so genannten Orthostaten im Flachrelief dargestellten
geflügelten Gottheiten eine reinigende oder schützende Funktion, die
den Eintretenden und sich in den Palasträumen Aufhaltenden galt.
Diese altmesopotanischen Prunkstücke sind mit Zürcher
Wissenschaftsgeschichte insofern eng verbunden, als elf der 16
präsentierten Reliefplatten und  eine ansehnliche Anzahl der
ausgestellten Kleinkunst Mitte des 19. Jahrhunderts von den beiden
Schweizern Julius Weber und Alexander Schläfli in Bagdad gesammelt
und von dort nach Zürich verfrachtet und der Antiquarischen
Gesellschaft Zürich geschenkt wurden. 1897 gingen sie in den Besitz
der Archäologischen Sammlung der Universität Zürich über. Die aus
dieser Schenkung stammenden Wandreliefs wurden nun erstmals seit
ihrer Entdeckung vor fast 160 Jahren mit fünf ursprünglich aus dem
gleichen Palast stammenden Orthostaten aus dem Bestand des
Vorderasiatischen Museums Berlin und der Skulpturensammlung der
Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zusammengeführt, um sie im Licht
neuester interdisziplinärer Forschungsarbeit zu präsentieren. Dank
der engen Zusammenarbeit der Archäologischen Sammlung mit dem
Religionswissenschaftlichen Seminar der Universität Zürich und
international führenden Altorientalisten werden überraschende
historische Zusammenhänge aufgezeigt. Dabei wird das machtpolitische
und religiös fundierte Bezugssystem der assyrischen Könige
verdeutlicht, die ihren Herrschaftsanspruch von den höchsten Göttern
legitimiert sahen und sich als Hüter einer kosmischen Ordnung
verstanden.
Die Ausstellung ist kulturpolitisch insofern aktuell, als sie vor
dem Hintergrund der jüngsten Wirren im Irak Fragen nach Mittel und
Grenzen der staatlichen Macht und der Kontinuität altorientalischer
Denkmuster bis in die Jetztzeit aufwirft. Es wird auf den wichtigen
Aspekt des Kulturgüterschutzes eingegangen, wodurch die
Besucherin/der Besucher auf die zeitgenössische, dramatische
Situation des illegalen Kuturgüterhandels aufmerksam gemacht werden
soll. Die Ausstellung dauert bis 31. August 2008.
www.archinst.uzh.ch

Kontakt:

PD Dr. Elena Mango
Tel.: +41/44/634'28'11
Archäologische Sammlung der Universität Zürich

Yves Schumacher
Tel.: +41/44/991'14'14
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