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SECO: Konjunkturtendenzen Herbst 2002

Bern (ots)

Schweizer Wirtschaft: Konjunkturaufschwung verzögert sich*)
Im Verlaufe des Sommers 2002 trafen Signale ein, die auf eine 
Verzögerung des konjunkturellen Erholungsprozesses im OECD-Raum 
hinweisen. Insbesondere in den USA scheint der Aufschwung 
vorübergehend an Dynamik zu verlieren. Die EU hat dank kräftiger 
Impulse seitens der Exporte nach den USA die konjunkturelle Talsohle 
durchschritten, doch hat die Erholung noch nicht auf die 
Inlandnachfrage übergegriffen, so dass der Aufschwung noch auf sich 
warten lässt. In Japan zeigten sich - dank kräftiger Exporte - zwar 
einige Hoffnungsschimmer; das Land hat indessen die Deflation noch 
nicht überwunden. Günstig entwickelte sich die Konjunktur in den 
südostasiatischen Ländern. Die Finanzkrisen in lateinamerikanischen 
Ländern führten zu einer Vertrauenskrise bei den Investoren.
Die Chancen für einen merklichen Aufschwung in den USA stehen nach 
wie vor gut. Dafür sprechen namentlich die verfolgte expansive Geld- 
und Fiskalpolitik, eine nach wie vor niedrige Teuerung sowie ein 
hohes Potenzial für Produktivitätsfortschritte. Vom US-Aufschwung 
werden die übrigen Regionen, insbesondere auch die EU, weiterhin 
profitieren.
Im Jahresdurchschnitt 2001 wuchs das reale BIP der Schweiz nach den 
revidierten Angaben um 0,9 %; dennoch ergaben sich im 2., 3. und 4. 
Quartal leicht rückläufige Veränderungsraten zum Vorquartal. Diese 
Tendenz setzte sich im 1. Quartal 2002 fort; im 2. Quartal kam es 
indessen zu einem geringfügigen Wachstum. Im 2. Quartal 2002 standen 
einem erneut mässig expandierenden Konsum eine stagnierende 
Bautätigkeit und stark schrumpfende Ausrüstungsinvestitionen 
gegenüber. Erstmals seit über einem Jahr wiesen die Exporte und 
Importe eine leichte Aufwärtstendenz auf. Die stagnierende 
Wirtschaftsentwicklung wirkte sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. 
Gemessen in Vollzeitäquivalenten ging die Beschäftigung im 2. 
Quartal 2002 erneut zurück. Ende August 2002 lag die 
Arbeitslosenquote bei 2,7 %; im August des Vorjahres hatte sie bei 
1,7 % gelegen.
Die schweizerische Wirtschaft wird erst 2003 im konjunkturellen 
Aufwind stehen. Das Wachstum des BIP wird 2002 niedrige 0,5 % 
erreichen. Im Verlaufe des Winterhalbjahres 2002/03 sollte eine 
Beschleunigung einsetzen. Die Teuerung wird im preisstabilen Bereich 
bleiben. Die Arbeitslosigkeit wird weiter steigen, jedoch ab Mitte 
2003 wieder nachgeben.
Der am Anfang stehende weltweite konjunkturelle Erholungsprozess 
birgt - wie immer - Risiken. Erwähnt seien insbesondere die 
unsichere geopolitische Lage und die damit zusammenhängende Gefahr 
von Störungen bei der Erdölversorgung und steigender Erdölpreise. 
Für eine positive Entwicklung der schweizerischen Volkswirtschaft 
wird entscheidend sein, dass sich die EU-Konjunktur bald deutlich 
erholt und dass der reale Frankenkurs keine weitere Höherbewertung 
erfährt.
Bern, 12. Sept. 2002
Staatssekretariat für Wirtschaft
Kommunikation / Information
Auskünfte: Aymo Brunetti, 031 322 21 40; Max Zumstein, 031 322 21 17
Internet: www.seco-admin.ch/, Rubrik: "Wirtschaftspolitik und -
zahlen", "Konjunkturpolitik", "Konjunkturtendenzen"
*)Das seco publiziert quartalsweise einen Bericht über die 
Konjunkturtendenzen. In den Konjunkturtendenzen Herbst 2002 wird die 
internationale und schweizerische Konjunkturentwicklung dargestellt. 
In einem speziellen Abschnitt werden die Erfahrungen Japans mit der 
Deflation dargestellt sowie die Frage diskutiert, ob auch die 
Schweiz angesichts einer vergleichsweise sehr niedrigen Teuerung, 
Notenbankzinsen nahe der Null-Zins-Linie und einer stagnierenden 
Wirtschaft dieser Gefahr ausgesetzt sein könnte. Die Überlegungen 
führen zum Schluss, dass die Schweiz als kleine offene 
Volkswirtschaft weniger für eine Deflation exponiert ist sowie im 
Unterschied zu Japan über ein intaktes Bankensystem verfügt. Der 
vollständige Text findet sich unter der angegebenen Internetadresse.

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