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ikr: Prämien in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 2015 steigen durchschnittlich um 12.5%

Vaduz (ots/ikr) -

Das Amt für Gesundheit hat die von den Krankenkassen vorgeschlagenen Abänderungen der Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) für das Jahr 2015 auf Basis der Kostenentwicklung und der vorgelegten Budgets der Kassen für 2015 überprüft und genehmigt. Die durchschnittliche Prämienerhöhung beträgt 12.5%. Der Arbeitgeberbeitrag an die OKP für Erwachsene beträgt ab 1. Januar 2015 CHF 166.50 monatlich.

Die Krankenkassen haben beim Amt für Gesundheit fristgerecht ihre Budgets für das Geschäftsjahr 2015 zusammen mit den geplanten Änderungen der Beiträge der Versicherten (Prämien) eingereicht. Das Amt für Gesundheit hat die Budgets sowie die geplanten Prämien für 2015 der einzelnen Kassen auf deren Plausibilität geprüft. Die durchschnittliche, im Verhältnis zur jeweiligen Versichertenanzahl gewichtete Prämiensteigerung im Jahr 2015 liegt bei 12.5%. Die Durchschnittsprämie (ohne Unfalldeckung) für Erwachsene beträgt im Jahr 2015 monatlich CHF 333. Sie liegt damit um CHF 37 pro Monat über der Durchschnittsprämie des Vorjahres.

Arbeitgeberbeitrag in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung

Der Arbeitgeberbeitrag entspricht der Hälfte des Landesdurchschnitts der Prämien, also CHF 166.50 für Erwachsene. Bei Jugendlichen beläuft sich der Arbeitgeberbeitrag auf CHF 83.25. Bei Teilzeitbeschäftigten reduziert sich der Arbeitgeberbeitrag entsprechend dem Beschäftigungsgrad. Diese Regelung gilt ab dem 1. Januar 2015.

Die Publikation erfolgt im elektronischen Amtsblatt der Liechtensteinischen Landesverwaltung unter www.amtsblatt.llv.li.

Gründe für die Prämienentwicklung

Für die Prämienerhöhung im Jahr 2015 sind folgende Faktoren wesentlich: Der Landtag hat im Juni dieses Jahres zum zweiten Mal in Folge beschlossen, im Rahmen der Sparmassnahmen zur Sanierung des Staatshaushalts den Staatsbeitrag an die übrigen Versicherten (Erwachsene) zu senken und zwar um CHF 9 Mio. auf CHF 33 Mio. für 2015. Allein daraus ergibt sich rechnerisch eine Prämienerhöhung von rund CHF 24 pro Monat. Für den Kostenanstieg in der OKP erwarten die Kassen nicht zuletzt aufgrund der im laufenden Jahr umgesetzten Tarifsenkungen zumindest eine Rückkehr zu durchschnittlichen Wachstumsraten um 4%. Ein Teil des Finanzierungsbedarfs wird neuerlich durch den Abbau von Reserven ausgeglichen.

Weiterhin durchwegs niedrigere Prämien als in der Schweiz Die durchschnittliche Prämie in Liechtenstein mit Unfalldeckung beträgt CHF 348.63. Mit CHF 411.84 im schweizerischen Durchschnitt (+4.0% gegenüber Vorjahr) müssen unsere Nachbarn wie bisher tiefer in die Tasche greifen. Zugleich liegen andererseits die jährlichen Pro-Kopf-Kosten der OKP in Liechtenstein (2013: CHF 4'457) aber spürbar über jenen der Schweiz (2013: CHF 3'480). Im angrenzenden Kanton St. Gallen zahlen die Versicherten im nächsten Jahr mit durchschnittlich CHF 379.81 (+4.9%) mehr für die Grundversicherung als die Versicherten im Fürstentum Liechtenstein. Die Prämie im Kanton Graubünden liegt mit CHF 344.49 (+4.1%) erstmals knapp unter dem Liechtensteiner Niveau, wobei in der Schweiz die Prämien nicht durch einen Staatsbeitrag an die Kassen subventioniert werden. Im Gegensatz zur Schweiz sind in Liechtenstein Kinder vollständig befreit von der Krankenkassenprämie, so dass dadurch für Familien im Vergleich eine zusätzliche Entlastung besteht.

Flankierende Massnahmen

Der Staatsbeitrag an die Kassen betrug im Jahr 2013 noch CHF 52 Mio. und wurde in zwei Stufen um insgesamt CHF 19 Mio. auf CHF 33 Mio. in 2015 gesenkt. Eine weitere Senkung ist nicht geplant, das gesetzte Sparziel gilt damit als erreicht. Als eine flankierende Massnahme hat der Landtag im Frühjahr 2014 der Regierung erweiterte Kompetenzen in Tariffragen eingeräumt. Erste Massnahmen auf Seiten der Preise konnten bereits wirksam umgesetzt werden, welche sich positiv auf die Kostenentwicklung auswirken. Das Ministerium für Gesellschaft bereitet derzeit eine KVG-Revision vor, welche auf eine Beeinflussung der Mengen abzielt. Als Stossrichtungen werden die Stärkung der Eigenverantwortung der Versicherten und die Verbesserung der Angebotssteuerung verfolgt.

Kontakt:

Ministerium für Gesellschaft
Sandro D'Elia, Generalsekretär
T +423 236 60 10

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