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pafl: Obere Burg Schellenberg mit neuer Brücke

Vaduz (ots)

Vaduz, 29. April (pafl) - Die rund 40 Jahre alte
Zugangsbrücke zur Oberen Burg Schellenberg war baufällig. Anfang 
April wurde sie durch eine neue ersetzt. Die Landesdenkmalpflege 
betreute die Sanierung. Jetzt ist das beliebte Ausflugsziel wieder 
zugänglich.
In den 1960er Jahren waren auf der Oberen Burg archäologische 
Untersuchungen und eine Mauerkonservierung dringend notwendig 
geworden. Damals wurde am nachgewiesenen Standort eine Zugangsbrücke 
erstellt. Witterung und wuchernde Pflanzen setzten ihr im Laufe der 
Zeit derart stark zu, dass sie jetzt trotz regelmässiger Unterhalts- 
und Reparaturarbeiten aus Sicherheitsgründen ersetzt werden musste. 
Seit 1981 steht die Obere Burg unter Denkmalschutz. Dementsprechend 
begleitet die Landesdenkmalpflege alle baulichen Massnahmen. Die 
Kosten für den Neubau der Zugangsbrücke werden zu gleichen Teilen von
der Gemeinde Schellenberg und dem Land Liechtenstein getragen.
Ermöglichte die Brücke bereits zu früheren Zeiten das sichere 
Überqueren des Burggrabens, so ist dies heute nicht anders. Sie 
überwindet auf einer Länge von rund 14 Metern den Wehrgraben und 
führt an dessen Westseite durch einen Torbogen auf das Burggelände. 
Ihr ursprüngliches Aussehen ist nicht bekannt. Das neue Bauwerk wurde
in einfacher Konstruktion aus Eichen- und Lärchenholz gefertigt. Die 
Brücke aus den 1960er Jahren diente dabei als Vorbild. Die Obere 
Burgruine Schellenberg hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem 
belieben Ausflugsziel entwickelt. Die neue Holzbrücke gewährleistet 
den Zugang auch weiterhin und erleichtert die Besichtigung des 
Kulturdenkmals.
Die ältesten Teile der heute noch sichtbaren Mauern der Oberen 
Burg Schellenberg stammen aus der Zeit um 1200. Dass bereits früher 
an gleicher Stelle Bauten standen, ist nicht ausgeschlossen. Es wird 
angenommen, dass die Herren von Schellenberg aus Südbayern zur 
Sicherung der Reichsstrasse ins Rheintal gekommen sind. Sie haben 
sich auf dem Eschnerberg niedergelassen. Ihnen verdanken Burg und 
Herrschaft Schellenberg den Namen. Wahrscheinlich wurde der Adelssitz
1405 im Appenzellerkrieg zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde 
der neue Zugang mit Brücke, Toranlage und Torzwinger errichtet. Doch 
schon kurze Zeit danach muss die Burg dem Zerfall preisgegeben worden
sein. Im 16. Jahrhundert existierte sie bereits nicht mehr. Die 
Besitzer der Herrschaft Schellenberg wechselten oft. 1699 kam sie 
durch Fürst Hans-Adam I. an das Haus Liechtenstein. Damit wurde - 
zusammen mit dem Erwerb der Grafschaft Vaduz 1712 - der Grundstein 
für das Fürstentum Liechtenstein gelegt. 1956 schenkte Fürst Franz 
Josef II. die beiden Burgruinen dem Historischen Verein für das 
Fürstentum Liechtenstein. Diese sind aufs Engste mit der Geschichte 
des Landes verknüpft, bauhistorisch wertvoll und von nationaler 
Bedeutung.

Kontakt:

Hochbauamt
Patrik Birrer, Abt. Denkmalpflege und Archäologie
Tel.: +423 236 62 82
E-Mail: Patrik.Birrer@hba.llv.li

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