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pafl: Regierungsrätin Rita Kieber-Beck unterzeichnet ein Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Ägypten

Vaduz, 29. Januar (pafl) -

(ots)

EFTA baut Netzwerk von Freihandelsabkommen weiter aus

Am Rande des Weltwirtschaftsforums
(WEF) in Davos trafen sich die Minister und Ministerinnen der EFTA- 
Staaten, Regierungsrätin und Aussenministerin Rita Kieber-Beck, 
Valgerdur Sverrisdottir (Island) und die schweizerische Bundesrätin 
Doris Leuthard, am Samstag, 27. Januar, mit Ministern und 
Ministerinnen verschiedener EFTA-Partnerstaaten. Der norwegische 
Aussenminister Jonas Gahr Store musste sich kurzfristig durch seinen 
Botschafter bei der EFTA und WTO, Erik Glenne, vertreten lassen. 
Herausragendes Ereignis war dabei die Unterzeichnung des 
Freihandelsabkommens mit Ägypten.
Unterzeichnung des Freihandelsabkommens EFTA-Ägypten
In Davos wurde das Freihandelsabkommen EFTA-Ägypten unter der 
Leitung der derzeitigen EFTA-Ministerratsvorsitzenden Rita Kieber- 
Beck von den vier EFTA-Staaten mit dem ägyptischen Minister für 
Handel und Industrie Rachid Mohamed Rachid unterzeichnet. Das 
Abkommen wird nach erfolgter Ratifikation durch die Vertragsparteien 
voraussichtlich im Verlaufe des Jahres 2007 in Kraft treten.
Zweck des Abkommens ist es einerseits, mittels Öffnung der Märkte 
der EFTA-Staaten die wirtschaftliche Integration Ägyptens zu 
fördern. Andererseits soll sichergestellt werden, dass die 
Wirtschaftsakteure aus den EFTA-Staaten auf dem Markt Ägypten 
gegenüber den Akteuren aus der EU nicht diskriminiert werden. Zudem 
bedeutet der Abschluss eines Freihandelsabkommens mit Ägypten einen 
weiteren Schritt zur Schaffung der sich im Aufbau befindlichen 
euromediterranen Freihandelszone (Barcelona-Prozess).
Das Freihandelsabkommen unterscheidet sich kaum von den bereits 
früher mit mittel- und osteuropäischen Staaten respektive mit 
Mittelmeeranrainerstaaten abgeschlossenen Abkommen. Für 
Liechtenstein sind vor allem die ausgehandelten Liberalisierungen im 
Handel mit Industrieprodukten und landwirtschaftlichen 
Verarbeitungserzeugnissen von Bedeutung. Der Handel mit 
Agrarprodukten wurde wie üblich bilateral verhandelt, und die daraus 
resultierenden bilateralen Abkommen - Liechtenstein ist über den 
Zollvertrag in jenes der Schweiz eingebunden - wurden ebenfalls in 
Davos unterzeichnet. Das Freihandelsabkommen ist asymmetrischer 
Natur, d.h. Produkte aus Ägypten können ab Inkrafttreten des 
Abkommens zollfrei in die EFTA-Staaten eingeführt werden und Ägypten 
wird die Zölle gestaffelt abbauen. Das Freihandelsabkommen enthält 
unter anderem ein Kapitel über technische und finanzielle Hilfe, 
welche die EFTA-Staaten an Ägypten leisten werden.
Entwicklungsklauseln in den Kapiteln Dienstleistungen, 
Investitionen und öffentliches Beschaffungswesen sehen Verhandlungen 
über zukünftige Liberalisierungen in diesen Bereichen vor.
Gemäss Aussagen von Minister Rachid erhofft sich Ägypten von dem 
Abkommen nicht nur einen besseren Zugang den Märkten der EFTA- 
Staaten, sondern vor allem auch eine Zunahme der Direktinvestitionen 
dieser Staaten in Ägypten.
Treffen mit der indonesischen Handelsministerin
Die EFTA-Minister und -Ministerinnen trafen sich auch mit der 
indonesischen Handelsministerin Mari Elka Pangestu. Die EFTA-Staaten 
und Indonesien haben im vergangenen Jahr eine gemeinsame 
Machbarkeitsstudie über den allfälligen Abschluss eines 
Freihandelsabkommens ausgearbeitet. Die Studie zeigt auf, dass ein 
Freihandelsabkommen für beide Seiten vorteilhaft wäre und empfiehlt, 
baldmöglichst Freihandelsverhandlungen aufzunehmen. Anlässlich des 
Treffens in Davos zeigten sich die Minister über die Resultate der 
Studie erfreut und diskutierten das weitere Vorgehen. Die Resultate 
der Studie werden von der indonesischen Regierung derzeit noch 
evaluiert. Die aufstrebenden Märkte in Asien werden von den vier 
EFTA-Staaten prioritär behandelt. Die Aufnahme von 
Freihandelsverhandlungen mit Indonesien würde für die EFTA-Staaten 
ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau ihres weltweit grössten 
Netzwerks an Freihandelsabkommen darstellen. Gerade auch die 
liechtensteinische Industrie, welche sehr exportorientiert und in 
den Märkten dieser Region tätig ist, wird von einem solchen 
Freihandelsabkommen profitieren.
WTO-Mini-Ministertreffen
Am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) fand am Samstag in Davos 
auf Einladung der Schweiz mit den Handelsministern von 32 WTO- 
Mitgliedstaaten und dem WTO-Generaldirektor auch ein so genanntes 
WTO-Mini-Ministertreffen statt. Die EFTA-Staaten gehören der G-10 
an, die an diesem Treffen durch die Sprecherin der Gruppe, der 
Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard, vertreten waren. Die 
teilnehmenden Minister und Ministerinnen haben sich grundsätzlich 
darauf geeinigt, die Gespräche über die Liberalisierung des 
Welthandels in den nächsten Monaten wieder formell aufzunehmen. Ein 
Verhandlungsdurchbruch ist dann aber noch keineswegs gesichert.

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